Nach Chavez Tod: USA zufrieden, Börsen hüpfen

Galindo Gaznate 9.3.2013 

Weltweit Trauer um Chavez. Aber aus der US-Administration kamen hämische Töne, man sei froh, den Staatschef von Venezuela los zu sein, Obama war nur wenig diplomatischer. Die westlichen Börsen von Nasdaq bis Dax frohlockten: Öl- und Machthunger trieben die Werte hoch. Kann das Pendel in Lateinamerika jetzt zurückschlagen zum neoliberalen Kapitalismus?

Ob Venezuela auf dem Weg des Chavismus weitermacht oder das Land sich wieder den westlichen Kapitalinteressen unterwirft, entscheidet sich bei den kommenden Wahlen. Werden die Chavisten sich über den richtigen Weg zum Sozialismus zerstreiten? Hat die CIA in altbekannter Manier schon ihre Bluthunde für einen Militärputsch in Stellung gebracht? Vieles scheint möglich, doch  die Errungenschaften des Chavismus sind nicht zurück zu drehen. Lateinamerika hat sich aus dem „Hinterhof der USA“ heraus gekämpft, auch dank Öl aus Venezuela. Seine sozial gerechte Politik machte ihn zum Liebling des Volkes, der die Wahlen nie zu fürchten hatte und sie -im Gegensatz etwa zu US-Präsident Bush- auch nie manipulieren musste, um zu gewinnen. Unsere Mainstream-Medien mussten sich Propaganda-Märchen gegen Chavez aus den Fingern saugen, um ihre antikommunistischen Hetzpflichten zu erfüllen -ähnlich funktionieren anscheinend die Wikipedia-Manipulationen gegen Chavez‘ Verbündeten Ecuador.

Chavez war ein neuer Bolivar, ein Befreier Lateinamerikas. Dabei blieb Chavez ein Mann des Volkes, gab den Ärmsten nicht nur Brot, sondern auch Bildung, zeigte Humor und Herz -was von giftigen Ideologen der westlichen Journaille natürlich als „Populismus“ verteufelt wurde. Hunderttausende nahmen heute in Caracas Abschied von Amerikas bedeutendstem Staatsmann, Delegationen von 55 Ländern gedachten Hugo Chavez‘ Vermächtnis. Mehr als 30 Staaten hatten höchste Repräsentanten entsandt, für die Merkel-Regierung bequemte sich nur der BRD-Botschafter in Caracas zur Trauerfeier. Anders als Staatschefs in den USA, Europa und anderen kapitalistischen Ländern, die oft nur als „Getriebene der Märkte“ bzw. Marionetten der Großkonzerne und Banken agieren, hat Chavez Geschichte im Sinne einer humanistischen Demokratie gemacht: Ein Bolivarischer Weg in den Sozialismus.

Hugo Chavez

Venezuela (amtlich Bolivarische Republik Venezuela, spanisch República Bolivariana de Venezuela)  unter Chavez hat Maßstäbe gesetzt: Nicht unbedingt ökonomisch, aber hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit. Öl lässt sich auch ohne westliche Konzerne zu Geld machen und wenn keine reichen Schmarotzer von Wallstreet & Co. ihre Fangzähne in den Adern Lateinamerikas haben, bleibt mehr für das Volk. Venezuelas Stärke gab auch kleineren Nationen wie Ecuador Rückhalt gegen den Neokolonialismus etwa von London zu protestieren. Chavez hat die Ölmafia Milliarden gekostet -die von Chavez-Mitstreiter und Übergangspräsident Nicolas Maduro aufgeworfene Frage nach der „natürlichen Todesursache“ Krebs erscheint berechtigt. Die CIA macht kein allzu großes Geheimnis aus ihrer Fachkundigkeit als globaler Killer. CIA-Aussteiger berichteten von Anfragen ihrer Führung bezüglich nicht nachweisbarer Gifte oder herbeigeführter Herzinfarkte. Maduro ließ verlauten, es gebe entsprechende „Spuren“, denen nachgegangen werde und er verwies  den US-Luftwaffenattaché David Del Monaco des Landes, so RiaNovosti; auch Boliviens Präsident Evo Morales soll der Vergiftungs-Theorie zuneigen.

Die Linke trauert um Chavez

In Deutschland hat sich vor allem die Linkspartei mit Chavez solidarisiert, während die CDU im Kalten Krieg feststeckt und antikommunistische Parolen stammelt und die FDP in Lateinamerika mit ihrer Parteistiftung Putschisten und Diktaturen bejubelt. Der Chavismus spaltet auch hierzulande die Gemüter.

„Mit Hugo Chávez verlieren Venezuela, Lateinamerika und die Linke in aller Welt einen unerschrockenen Verfechter für eine neue, gerechtere Welt“ , schreiben Katja Kipping und Bernd Riexinger. Gemeinsam mit Gregor Gysi, dem Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei im Bundestag, haben die Vorsitzenden der Linken eine Erklärung zum Tod des venezolanischen Präsidenten verbreitet, die reaktionäre Politfunktionäre vor Wut spucken ließ. Ruprecht Polenz, der für die Union den Auswärtigen Ausschusses im Bundestag leitet, wütete gegen ein angebliche „Bruderschaft von Chávez mit Ahmadinedschad“ und seine „Feindschaft gegenüber den USA“.

Der CDU-Außenpolitiker Polenz hat scheinbar wenig außenpolitisches GespürCover: Die offenen Adern Lateinamerikas und auch keine Kenntnisse der Geschichte Lateinamerikas -ihm sei Eduardo Galeanos Standardwerk Die offenen Adern Lateinamerikas ans Herz gelegt (Las venas abiertas de América Latina), die leider von Wikipedia zu Venezuela auch nicht erwähnt werden -wenn man das berühmteste Buch über den Kontinent auch nicht völlig verschweigen konnte.

Andere wissen Chavez zu würdigen. Die Linke-Abgeordnete Sevim Dagdelen und ihre Vize-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht   forderten: „Die bolivarische Revolution ist zu verteidigen.“ Chávez habe für „den Kampf um Gerechtigkeit und Würde“ gestanden. Wolfgang Gehrcke, Außenexperte der Linksfraktion, lobte Chávez als „Politiker, Praktiker, Theoretiker, Aufklärer, Lehrer“. Die deutsche Mainstream-Journaille wird sich dem kaum anschließen -sie ergeht sich weiter in der Hexenjagd auf vermeintliche Kommunisten und „Populisten“ (für den Reaktionär ist ein „Populist“ nicht jemand, der das Volk belügt und in die Irre führt, sondern ein „Populist“ ist jemand, der tatsächlich etwas für die Mehrheit des Volkes tut -also eigentlich ein Demokrat), wie die Hetze gegen Chavez oder Correa in Ecuador belegt.

Westerwelle und Naumann-Putschisten

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte eine Portion Kreide gefressen, als er zum Tod von Chavez kondolierte. Aber die FDP-nahe Naumann-Stiftung organisiert mit Stiftungen von CDU und CSU einen neuen Rechtsruck in Lateinamerika und über ihre Verwicklung in einen neoliberalen Militärputsch in Honduras 2009 besteht wenig Zweifel: Nach dem blutigen Putsch gegen den gewählten Präsidenten stellte die FDP-Stiftung den Putschisten als Opfer dar, weil der linke Präsident sich dem ALBA-Bündnis sozialer und sozialistischer Länder Lateinamerikas hätte annähern wollen.

Der Militärputsch gegen die Regierung von Manuel Zelaya in Honduras wurde weltweit einhellig verurteilt. Aber neo- bzw. wirtschaftsliberale Feinde der sozialen Reformen in Lateinamerika versuchten hartnäckig einen Diskurs zu etablieren, der den Putsch schönredet: Sie stützten die Position der Putschisten-Regierung unter Roberto Micheletti, wonach der rechtsmäßig gewählte Zelaya angeblich verfassungsgemäß seines Amtes erhoben wurde, so die Lateinamerika Nachrichten.

Beobachter der US-Strategie sehen Chavez als Angelpunkt der Dominanz in Lateinamerika: „Chavez evokes strong feelings in the American mind. The Republicans on the Hill gloated that it is a good thing that Chavez died. Both the Democrats and the Republicans visualize that a chance has turned up to put behind the long period of strained US-Venezuelan ties and open a new page. (...)

Suffice to say, oil will remain a key factor in the US policies toward Venezuela. But at the end of the day, Chavez’s legacy cannot be reduced to that of an oil salesman. The point is, he hurt core US interests regionally and globally in a profound – and possibly enduring – way that makes it difficult for Washington to forgive him easily.“ So die Strategic Culture Foundation: Why the USA can not forgive Chaves easily.

Der Dichter Hartmut Barth-Engelbart zu Chavez (MI5 ist der britische Geheimdienst, Verbündeter der CIA):

Du bleibst
egal ob dich der Krebs besiegt
egal ob dich die CIA
der Mossad
oder MI 5
vergiftet
hat
Du bleibst
Du hast uns Mut gemacht
Du gabst uns Hoffnung
noch im Sterben
Hoffnung die nicht unterliegt…
(mehr)

4 Gedanken zu “Nach Chavez Tod: USA zufrieden, Börsen hüpfen

    • Die drei Beispiele (inkl. Ukraine) -stimmt vermutlich.
      Aber das muss nicht für alle Revolutionen gelten, zumindest nicht im Ganzen. Was später daraus wird ist leider eine andere Frage, Tunesien ist derzeit kein leuchtendes Vorbild und nur ein Narr würde glauben, dass CIA&Co. nicht irgendwo ihre Finger drin haben, bei der Ennahda z.B. oder islamistischen Milizen.

    • danke für den Korrekturhinweis
      was sagst du denn zu den Vergiftungs-Theorien (Artikel wurde um rianovosti-meldungen dazu ergänzt: Evo Morales soll auch diesen Verdacht hegen)

      • da halte ich es gerne mit Toyota: Nichts ist unmöglich, besonders dann wenn es einer Highest-Tech-ABC-bewaffneten Seite nützt. Vorgesternstieg in Hanau Peer Steinbrück in seinen VW-Phaeton und das ist sehr ungesund- Ich habe ihn gewarnt, mit diesem Wagen seinen schon einen Reihe von Spitzenkräften zur Hölle oder in den Himmel gefahren: nicht nur der Sohn des klassichen griechischen Kriegsministers Zeus, der sich beim Alten den Sonnenwagen ausgeliehen hatte und mit überhöhter Geschwindigkeit von der Bahn ab-und die Welt dabei in Brand setzte und darin selbst umkam. Es war auch Jörg Haider, und die Frau Käsmann, wobei unklar ist, ob Schröder neben ihr besoffen auf dem Beifahrersitz saß, wie böse Zungen behaupteten…NUN sie is ja nich ganz sondern nur mundtot gemacht worden, was Afghanistan betrifft….

        Es gibt Menschen wie Jassir Arrafat, die könnten in Paris auch an Altersschwäche gestorben sein, aber so genau wurde das auch nicht untersucht. Der selbst schwer belastete Hauptbelastungszeuge im Millionenschweren Transnuklear-Prozess in Hanau hat unter den Augen des Wachpersonals abgeblich Selbstmord begangen. Mit einer Rasierklinge, die ebenso angeblich „zur Standardausstattung einer Untersuchungshaftzelle gehört“. Der Mann hatte eine Nassrasur-Allergie und rasierte sich immer trocken, bei jedem Kleindealer-Kronzeugen wird die Zelle nach möglichen Selbstmordwerkzeugen gefilzt, damit nix passiert …

        Ich glaube schon, dass die USA, die Möglichkeit hatten, an Hugo Chavez heranzukommen und wenn es in New York bei einem seiner UN-Reden war…Sie haben Malcolm X ermorden lassen, Patrice Lumumba, Ernesto Che Guevarra, Victor Jara, den Genossen Lambrakis, Salvador Allende, sie haben es so oft versucht bei Fidel…sie haben es bei Gaddafi geschafft, bei Saddam, sie versuchen es bei Sadad. Beweisen kann ich gar nichts, ich kann nur ragen: Qui bono! Wem nutzt es? Und bei der Beantwortung dieser Frage komme ich in der Regel sehr nahe an die Täter und ihre Hintermänner…

        Der venzuelanische Geheimdienst hat ja bereits einen Killer gefasst, der vom französischen Gheimdienst ausgebildet und bewaffnet auf Chavez angesetzt war. Der wurde dann in sein Heimatland abgeschoben. Davon wurde nicht sonderlich breit in unseren Medien berichtet… auch weil der Mossad seine Schmutzfinger mit im Spiel hatte… na ja Schmutzfinger ist etwas harmlos: KillerFinger am Abzug. Der Mann wurde vom Mossad ausgebildet, das hat er gestanden …. Man sollte Mal den Niebel fragen, wieviele Euros an die Putschisten in Venezuela geflossen sind, nur die offiziellen Flüsse !!!

        SARKOZY ORDNETE MORD AN VENEZUELAS PRÄSIDENT CHÁVEZ AN
        Israel wieder mit im Spiel –
        von keinem €-$-Mainstream-Medium gemeldet
        http://www.barth-engelbart.de/?p=3043

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