Wikileaks-Partei hat 500 Mitglieder: Assange bald Senator?

Gerd R. Rueger 06.04.2013 JAssangeBobby
Brisbane. Der Wahlkampfchef der Wikileaks-Partei im Senatswahlkampf, Greg Barnes, verkündete gestern, seine Partei habe bislang 500 Mitglieder. Sie könne damit bereits in drei von sieben Bundesstaaten Australiens antreten: Victoria, New SouthFlag_of_Australia.svg Wales und Western Australia. Der Vater von Julian Assange, John Shipton, will beim Aufbau der Partei mithelfen. Shipton, der von seinem Sohn in einem Interview einmal als sein „biologischer“ Vater, den er erst als 25jähriger kennenlernte, beschrieben wurde, tritt seit einigen Jahren als Unterstützer auf.
Julian Assanges‘ Kandidatur für einen Sitz im Senat steht jedoch noch vor einigen Unsicherheiten. Die erste ist, dass der WikiLeaks-Gründer in einer ausländischen Botschaft auf der anderen Seite der Welt von den Briten gefangen gehalten wird. Das zweite Problem ist das Risiko einer künftigen Anfechtungsklage hinsichtlich seiner Eignung als Kandidat.
Running Mate für Julian Assange
Die dritte Unwägbarkeit ist, dass er noch ein Running Mate finden muss, eine Person, die ihn ersetzen würde, wenn er tatsächlich einen Sitz gewinnt, aber nicht innerhalb von zwei Monaten, so gebietet die australische Verfassung dort auftauchen kann, so die Brisbane Times.
AustraliaMap“ Im Mittelpunkt jeder Kampagne wird natürlich stehen, einen Senatssitz zu gewinnen“
Julian Assange ist bisher der einzige aufgestellte Kandidat. Aber Kampagnenleiter Greg Barns kündigte andere “hochwertige“ Anwärter an, die man in den nächsten Wochen auswählen werden. Auf einer Online-Plattform will Barnes den Prozess unter Wahrung von Transparenz dokumentieren und so die Rechenschaftspflicht gegenüber der Öffentlichkeit erfüllen.
Um einen Platz im Senat zu erreichen, müssen die Kandidaten rund 14,3 WL_LogoProzent der Stimmen gewinnen und ihren Sitz dann bald nach dem 1.Juli 2014 auch einnehmen. Durch einen Wahlsieg und einen potentiellen Senatssitz wirde die Position der Britischen Regierung im juristischen und diplomatischen Gerangel um eine Auslieferung des Wikileaksgründers an Schweden empfindlich geschwächt. Die Wikileaks-Party könnte ihre Sitze im australischen Senat auch nutzen, um Einfluss für Assange und auch für den Whistleblower Nr.1, Bradley Manning, geltend zu machen. Siehe auch: WLP und Whistleblower-Schutzgesetz
Shipton-Assange: Schwierige Vater-Sohn-Beziehung
Zum Verhältnis Assange-Shipton gulli.com 2011: John Shipton gab im Rahmen der Verhandlung (damals ging es in London bereits um die Auslieferung an Schweden) sein erstes Medien-Interview mit der spanischen Zeitung „el País“, einem der offiziellen Medienpartner von WikiLeaks bei der Veröffentlichung der Cablegate-Dokumente. Er bestätigte darin, dass er seinen Sohn erst persönlich kennengelernt habe, als dieser schon Mitte 20 war. Dann habe er allerdings festgestellt, dass sein Sohn ihm in vieler Hinsicht äußerst ähnlich sei, so Shipton. „Es war außergewöhnlich. Einige seiner gedanklichen Prozesse ließen es scheinen, als blickte ich in einen Spiegel. Ich konnte es kaum glauben. Er hatte die selbe Logik, die selbe intensive Neugier, die selbe undurchsichtige Art, Sätze zu konstruieren… die niemals enden,“ berichtete Shipton über seine ersten Treffen mit Assange.

Damals habe er befürchtet, sein Sohn sei ein moderner Don Quichotte, der gegen Windmühlen kämpft, so Shipton über die aktivistischen Ambitionen seines Sohnes. Es habe sich aber herausgestellt, dass das nicht der Fall sei. Er habe seinen Sohn gewarnt, dass er sich „harte, idealistische Ziele“ setze, sagte Shipton gegenüber „el País“. Dafür äußerte er einen großen Respekt: „Er ist ein großartiger Dissident, gut vorbereitet auf eine neue Ära, in der direkte Aktionen über das Internet durchgeführt werden.“ Shipton verglich die Aktivitäten seines Sohnes mit denen von Dissidenten wie Che Guevara und Simón Bolívar .

Auch zu den Vergewaltigungsvorwürfe gegen seinen Sohn zeigte Shipton eine entschiedene Meinung. Er sei überzeugt, dass Assange das Opfer einer Verschwörung sei, sagte Shipton im Interview. „Ich denke, all das wurde organisiert,“ betonte er, fügte aber hinzu, dass er die beiden Schwedinnen, die Assange Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorwerfen, mit seinen Worten nicht verletzen wolle. Er erklärte: „Die Geheimdienste waren von Anfang an in dieser Angelegenheit verwickelt.“ Ebenso sieht Shipton auch die US-Regierung hinter der Entscheidung der Kreditkarten-Unternehmen Visa und MasterCard, nicht mehr mit WikiLeaks zusammen zu arbeiten.

Julian Assange verwendete im Jahr 2008 den Namen seines Vaters, um die Domain „wikileaks.org“ zu registrieren, wie eine WHOIS-Abfrage heute noch zeigt, meldete gulli.com 2011:

Domain Name:WIKILEAKS.ORG

Created On:04-Oct-2006 05:54:19 UTC

Last Updated On:24-May-2011 23:27:29 UTC

Expiration Date:04-Oct-2018 05:54:19 UTC

Sponsoring Registrar:Dynadot, LLC (R1266-LROR)

Status:CLIENT TRANSFER PROHIBITED

Registrant ID:CP-13000

Registrant Name:John Shipton c/o Dynadot Privacy

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