Argumente für den GEZ-Boykott: ZDF mit Z für Zensur

Vorsicht! Die Tätigkeit im Medienbereich kann zu kosmetischen Veränderungen führen.

Gerd R. Rueger 07.05.2013

GEZ-Boykott finden Medienmogule und Lügenpressebarone toll, das schafft ihnen die Konkurrenz vom Hals. Darum trommeln sie unentwegt in RTL, BILD & Co. dafür. Doch auch normale Medienkonsumenten finden immer mehr Gründe dafür: Niveau-Limbo und die gute alte Zensur (laut Grundgesetz verboten). Auch der Satiriker Georg Schramm, eine der letzten moralischen Instanzen unserer Medienlandschaft, lieferte jetzt Argumente gegen das ZDF.

GEZ-Boykott finden Medienmogule und Lügenpressebarone toll, das schafft ihnen die Konkurrenz vom Hals. Ist ja auch eine Frechheit. Mühsam haben Bild, Burda und Bertelsmann (RTL) die mündigen Bürger zu Medienzombies verblödet, da kommen ARD & ZDF und senken einfach ihr Niveau unter die Drecklinie des Blödel-TV ab.  Darum trommeln die Privatmedien-Mogule unentwegt in RTL, BILD & Co. gegen GEZ-Gebühren. Hinter den Kulissen kungeln die Dunkelmänner der Medienbürokratie und -plutokratie dann ihre tollen „Kompromisse“ aus, wie die absurde Befristung von Online-Archiven gerade der höherwertigen Beiträge von ARD&Co. Das ist teuer für uns, nervt und nützt nur ein paar Mogulen.

Doch auch aus anderen Gründen finden ganz normale Medienkonsumenten jetzt immer mehr Gründe für einen GEZ-Boykott: Niveau-Limbo und die gute alte Zensur (laut Grundgesetz verboten). Der Satiriker Georg Schramm, eine der letzten moralischen Instanzen unserer verblödeten Medienlandschaft, lieferte jetzt Argumente, vor allem gegen seinen letzten Arbeitgeber, das ZDF („Neues aus der Anstalt“). Auf die Interviewer-Frage, ob im ZDF auf ihn selbst Zensurdruck ausgeübt wurde, sagte Schramm: „Thomas Bellut, damals noch nicht Intendant, sondern Programmdirektor, hat sich vor uns gestellt und an unsere Vernunft appelliert, die Freiräume so zu nutzen, dass wir erhalten bleiben, aber nicht als Drohung sondern als Hinweis.“

Aha. Immer schön, wenn man solche Hinweise von seinen Vorgesetzten bekommt, denken wir uns dazu. Schramm betonte in dem Gespräch, nicht rausgeworfen worden zu sein, sondern wegen „Meinungsverschiedenheiten“ einen ehrenhaften Abgang gewählt zu haben, auch um mehr Zeit für seine Bühnenkunst zu haben. Doch Georg Schramm, Meister klarer Urteile und unverblümter Worte, ließ seiner Kritik gegen CDU-Meinungsterror im Parteienfilz des ZDF dann freien Lauf:

Ex-ZDF-Satiriker Georg Schramm Foto: Achim Käflein

Wenn man bedenkt, wie übel die Politik, und hier insbesondere die CDU natürlich, dem Chefredakteur im politischen Teil des ZDF reingeredet hat, damals hat die CDU verhindert, dass der Vertrag des anerkannten und geschätzten politischen Kopfes des ZDF, Nikolaus Brender, verlängert wurde, da kann man dann nicht generell sagen, die Unabhängigkeit ist gegeben. Über den Beirat regiert die Politik massiv in ZDF und ARD rein, also haarsträubend und eigentlich nicht verfassungsgerecht, um es höflich zu formulieren. Das Ausmaß der Einmischung ist eigentlich ein Verstoß gegen den Vertrag der öffentlich Rechtlichen. Die Gebühren wären eigentlich nur gerechtfertigt, wenn das Programm tatsächlich eine Alternative zu den Privatsendern wäre, aber ein erschütternd großer Teil des Programms ist keinen Deut besser als das der Privaten und diesen Vorwurf muss man auch als (Zwangs)Gebührenzahler sehr deutlich erheben.”

Viele TV-Konsumenten spielen heute mit dem Gedanken an einen GEZ-Boykott, Gründe sind die stetig steigenden Gebühren bei abstürzender Qualität der Inhalte und vor allem beim ZDF auch noch Zensur-Vorwürfe. Im Netz beklagen Freiheitsgewohnte Blogger „Verhältnisse wie in der DDR“: ARD & ZDF zensieren ihrer Beobachtung nach immer häufiger kritische Beiträge. Und dies nicht nur auf eigenen Websites, sondern auch bei Facebook: Kritik wird gelöscht, User blockiert. MMnews veröffentlichte den offenen Brief eines wütenden Betroffenen.

Das Blog Medien-Lügen meint zum ZDF: „…die Lügen gehen weiter. Nun wurde von einem Iraner der in Deutschland lebt aufgedeckt, dass Ahmadinedschad beim Interview mit Klaus Kleber nicht richtig übersetzt wurde. Das ZDF hat sich dazu nicht nur nicht geäußert, sie haben sogar den Kommentar vom Iraner zensiert. Plus einige weitere Kommentare, die ihnen nicht genehm waren.“

Bei ARD und ZDF schlafen sie in der ersten Reihe. Im Netz sind wir dagegen hellwach -ohne Red Bull, aber mit Wikileaks und anderen Hacker-Gruppen, die für freien Informationsaustausch kämpfen.

Es geht jedoch noch schlimmer -mit einem Putsch der Regierung gegen den Rundfunk, wie Athen im Juni 2013 erlebte: Wenn selbst oder gerade der Staatsfunk den Herrschenden lästig wird -einfach abschalten. Das kann auch wieder nicht gut sein.

2 Gedanken zu “Argumente für den GEZ-Boykott: ZDF mit Z für Zensur

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