Goldman Sachs infiltriert Deutsche Bank?

Gerd R. Rueger 12.07.2013

Die Deutsche Bank soll just die Bankerin Caroline Kitidis von Goldman Sachs (GS)  für den Bereich Vermögensverwaltung USA angeworben haben. Die personelle Verschwesterung wird die deutsche Verbindung zu Wallstreet stärken, aber auch die Kontrolle der US-Banker über das Amerikageschäft der Deutschen -wenn die Börsenweisheit zutreffen sollte: Einmal GS immer GS. Und GS hat ein mächtiges Netzwerk zu bieten, das auch bei der Finanzkrise 2008 Wirkung zeigte.

Die mächtige Investment-Bank Goldman Sachs soll wegen ihres regen Personal-Karussells mit der US-Regierung auch den Spitznamen “Government Sachs” tragen. Dafür spricht, dass US-Finanzminister Hank Paulson unter George W. Bush, ebenso wie sein Vorgänger unter Bill Clinton, Robert Rubin, aus dem Team von Goldman Sachs kamen. Barack Obamas Finanzminister Timothy Geithner konnte sich der Unterstützung von Goldman sicher sein und auch der Weltbank-Präsident, Robert Zoellick, war einst Direktor bei Goldman Sachs, die auch zu den wichtigsten Spendern von Obama zählte.

Wer in den USA Finanzgeschäfte machen will, sollte sich gut stellen mit dem GS-Clan. Die Deutsche Bank scheint dieser Regel folgen zu wollen. Die 38-jährige Kitidis war seit 1998 bei Goldman, künftig wird sie in der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank in den USA tätig sein. So will man im Bereich der Beratung vermögender Kunden gegenüber den Schweizer Konkurrenten UBS AG und Credit Suisse Group AG aufholen. Kitidis leitete bei Goldman Sachs ein Team, das Derivate für private und institutionelle Kunden geschaffen hat.  Goldman Sachs hatte Kitidis 2009 zum „Managing Director“ ernannt, berichtet die Welt. GS ist sehr gut durch die Finanzkrise gekommen, auch vermutlich weil man mehr wusste als in anderen Banken.

Die Fäden bei der Finanzkrise zogen Banker auch in Europa, wo in der EZB der Italiener Mario Dragi, der Chef der Italienischen Notenbank, das Banner von Goldman Sachs hochhielt. Sollbruchstelle im Euro-System war Griechenland -beraten von den Goldmännern. Dank Expertentum in Finanzmauschelei und guter Vernetzung konnte auch der griechische Staatshaushalt von Goldman Sachs frisiert und so Griechenland zum Teil der Eurozone gemacht werden. Der Korruptions-Spezialist Werner Rügemer erklärt in seinem Buch über Ratingagenturen, wie dies geschah: Die Investmentbanken UBS, J.P.Morgan und Goldman Sachs gaben ab 2001 in Zusammenarbeit mit der griechischen Zentralbank und der Athener Regierung dem Staat Milliardenkredite, die aber im Staatshaushalt nicht auftauchten. Zukünftige Einnahmen aus der Staatslotterie sowie aus Autobahn- und Flughafenmaut wurden gegen die Kredite „weggetauscht“. Legalisiert wurde dies mit den eigens gegründeten sog. „Zweckgesellschaften“ Aeolos und Ariadne, wobei über die Londoner Briefkastenfirma Titlos Schulden des Staatshaushaltes auf die Zentralbank übertragen wurden. Schulden in Dollar und Yen wurden in langfristige Euro-Kredite umgewandelt, die erst heute fällig wurden –und nun Druckmittel gegen Athen sind. Goldman Sachs stellte Athen für die aktuell skandalisierten Bilanzmanipulationen damals 300 Millionen US-Dollar in Rechnung. Die Zusammenarbeit lief vermutlich reibungslos, da die griechische Zentralbank unter Papadimos 1998 mit Petros Christodoulou einen Manager von Goldman Sachs angeheuert hatte, der Erfahrung mit internationalen Märkten hatte.

“From tech stocks to high gas prices, Goldman Sachs has engineered every major market manipulation since the Great Depression -and they’re about to do it again…” RollingStonePolitics

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