US-Journalist: Mysteriöser Tod nach Snowden-Talkshow

Gerd R. Rueger aac53-yes-we-scan-round-200

US-Top-Journalist David Carr (New York Times) starb überraschend nachdem er den im russischen Exil lebenden NSA-Dissidenten Edward Snowden zu Wort kommen ließ. Carr brach am Donnerstagabend in seinem Büro tot zusammen. Kurz zuvor hatte er eine Talkshow über den in den USA umstrittenen NSA-Dokumentarfilm “Citizenfour” moderiert. In der virtuellen Runde saßen die von US-Behörden drangsalierte US-Regisseurin Laura Poitras, Glenn Greenwald und Snowden als Hauptperson des Films.

N.Y. Der Medien-Kolumnist David Carr (New York Times) ist überraschend gestorben nachdem er Edward Snowden in den US-Medien zu Wort kommen ließ. Carr kollabierte am Donnerstagabend in seinem Büro bei der New York Times und wurde kurz danach für tot erklärt. Nur wenige Stunden zuvor hatte er eine Podiumsdiskussion über den Dokumentarfilm „Citizenfour“ moderiert, meldet DemocracyNow.  Mit in der (virtuellen) Runde saßen die Regisseurin Laura Poitras, The Intercept-Blogger und Guardian-Kolumnist Glenn Greenwald und die Hauptperson des Films, Edward Snowden.

Carr war –wie viele im Medienbereich- in den späten 80ern zwar abhängig von Kokain, löste sich jedoch von der Sucht und wurde gefeierter Autor in Medien und Kultur. Aber er wurde nur 58 Jahre alt und viele fragen sich jetzt, ob sein früher Tod etwas mit seiner mutigen letzten Sendung zu tun hatte: Der Talkrunde mit einer Person, die US-Geheime am liebsten totschweigen und wohl auch totmachen würden: NSA-Dissident und Nobelpreisträger Edward Snowden. Auch Poitras und Greenwald litten unter Drangsalierungen durch US-Behörden, Greenwald emigrierte deswegen nach Brasilien, Laura Poitras nach Berlin. Ihr Film „Citizenfour“ gehört für die US-Machteliten zu den meistgehassten Filmen der Welt.

Citizenfour – ein Film, den US-Machteliten hassen

Laura Poitras war die erste Person, der Snowden seine Kenntnisse enthüllte. Sein Deckname: Snowden„Citizenfour“. Die US-Amerikanerin Poitras zog nach Berlin, weil US-Behörden sie fortgesetzt bei Ein- und Ausreise schikanierten, ihre Computer und Handys konfiszierten. Als Vorwand nannte man „Terrorismus“, der wahre Grund waren aber ihre kritischen Filme über 9/11, den Irakkrieg und das US-Foltergefängnis Guantanamo. Glenn Greenwald kritisierte Verhaftung und Folterung des Wikileaks-Whistleblowers Bradley Chelsea Manning durch die US-Militärjustiz.

Snowden arbeitete für die NSA, die CIA und für dubiose Privatfirmen wie Booz Allen Hamilton, Auftragnehmer der Geheimdienste. Er merkte bald, dass seine Arbeitgeber die ganze Welt unter ihre Kontrolle bringen wollten, ohne Rücksicht auf die Gesetze vieler Länder, sogar der USA selbst –das wurmte den US-Patrioten Snowden besonders.  Snowden wollte die Verletzung der Menschenrechte von Milliarden ahnungslosen Netznutzern ans Licht bringen und die Lügen der US-Politik aufdecken -obwohl er genau wusste, dass sie über Leichen gehen würden, um ihre Geheimnisse zu bewahren.

Snowden und seine Vertrauten ahnten auch, dass die Masse der Medien gegen sie stehen würde, dass man sie und ihre Familien ausforschen und diffamieren würde, um sie einzuschüchtern und unglaubwürdig zu machen. Sie ahnten, dass Geheimdienste und Herrschaftseliten ihre ganze Macht ausspielen würden, um die enthüllten Wahrheiten zu vernebeln, zu verdrehen, abzuwiegeln und die Öffentlichkeit abzulenken. Dieser Lügentätigkeit wollte David Carr vor seinem mysteriösen Tod entgegen wirken.

Was Snowden über die Geheimdienste ans Licht brachte, übertraf die schlimmsten Befürchtungen vieler Menschen: CIA, NSA & Co. haben das Internet insgeheim zu einer monströsen Überwachungsmaschine pervertiert, die jeden unserer Schritte bespitzelt. Daraus lässt sich ein präzises Persönlichkeitsprofil (von dem Gestapo oder Stasi nur hätten träumen können) jedes Menschen weltweit erstellen. Bei den meisten im Nachhinein, irgendwann in der Zukunft, wenn sie es wagen sollten, „etwas Auffälliges“ zu tun. Was dann geschieht? NYT-Journalist Carr hat gewagt, etwas Auffälliges zu tun –nun ist er tot.

Journalisten, NSA und Whistleblower
David Carr at the 2013 PuSh International Performing Arts Festival

David Carr starb am 12.2.2015

David Carr war ein aufrechter Journalist in den USA –eine sterbende Spezies. Ob dieses Sterben natürliche Ursachen hat, werden wir vermutlich nicht so schnell erfahren, aber dass die US-Geheimdienste vor politischen Morden nicht zurückschrecken, haben die Enthüllungen von Manning, Assange und Snowden ans Licht gebracht. Andere Journalisten machen ihren Frieden mit den Herrschenden und leben weiter. Die meisten in vorauseilendem Gehorsam. Einige vielleicht erst nachdem Druck auf sie ausgeübt wurde oder als Folge von Hetzkampagnen und Verfolgung: Guardian-Journalisten mühten sich z.B. nach der Erklärung von Wikileaks-Gründer Julian Assange zur Unperson, die Schuld für das eigene Versagen ihrem Informanten Assange anzuhängen. Sie beteiligten sich sogar an dessen Verfolgung und Dämonisierung im Propaganda-Streifen „Wikileaks: Lügen und Geheimnisse“. Der Guardian war natürlich nicht alleine eingeknickt, fast alle großen Westmedien taten es gleich und schlimmer.

„Als Wikileaks die ersten als geheim eingestuften Dokumente über den Irak- und den Afghanistankrieg, vor allem diplomatische Depeschen, veröffentlichte, schrieen amerikanischen Journalisten ganz besonders laut nach strafrechtlichen Konsequenzen für Wikileaks.“ Glenn Greenwald

Snowden, Poitras und Greenwald profitierten drei Jahre später vom Schicksal Julian Assange’s (und dessen Informanten Bradley Mannings): Sie wussten nun was sie von US-Geheimdiensten auf der einen und den Medien auf der anderen Seite zu erwarten hatten. Und der Guardian seinerseits hatte sich von der bis dato bei Medien üblichen Sicht verabschiedet, einen Whistleblower bzw. die von ihm auf dem Silbertablett überreichten brisanten Informationen als exklusiven Besitz zu betrachten. Greenwald und andere publizieren heute aus dem Fundus der Snowden-Files auf ihrer Website The Intercept auch ohne Konzernmedien.

20 Gedanken zu “US-Journalist: Mysteriöser Tod nach Snowden-Talkshow

      • Russia TV bringt es ans Licht, was unsere Medien uns verschweigen:
        Carr starb nicht allein -zwei weitere US-Journalisten starben innerhalb der gleichen 24 Stunden: Bob Simon (CBS) und Ned Colt (NBC). US-Geheimdienste wollten wohl Freitag den 13. nutzen, um im Februar alle ihre Kritiker totzumachen: Die drei waren alle links und kritisch (vermutlich die letzten drei von dieser Sorte in den US-Medien jenseits Democracy Now) und sie haben an einem Film zur US-Geheimdienst-Verwicklung in die 9/11 Anschläge von 2001 gearbeitet!!!
        http://www.rtdeutsch.com/13291/gesellschaft/zufall-innerhalb-von-24h-sterben-drei-journalisten-sie-planten-dokumentarfilm-ueber-911/
        Unsere Medien schwelgen -statt über Simon, Colt und Carr zu berichten- in Betroffenheit über den Tod des Putin-Gegners Nemezov -wurde er womöglich erschossen, um in den Westmedien vom Tod der drei Obama-Kritiker abzulenken??? Wenn Putin ihn liquidiert hätte, kurz bevor er, wie man sagt, Enthüllungen über russische Verwicklungen in den Ukrainekrieg publizieren wollte, wäre der Kremlchef ja völlig verblödet.

      • KOPP hat das Thema jetzt auch endlich entdeckt:

        Großes Journalisten-Sterben – Über Wahrscheinlichkeiten und Verschwörungen -Oliver Janich (KOPP)

        Innerhalb von nur zwei Tagen starben in den USA drei Top-Journalisten. Kann es sich dabei noch um Zufall handeln? Eine Spurensuche.

        Stellen Sie sich einmal vor, innerhalb von zwei Tagen würden Günther Jauch, Claus Kleber und Frank Plasberg ums Leben kommen. Anne Will hätte in der gleichen Zeit einen Unfall knapp überlebt. Alle vier hätten sich journalistisch mit dem Irak-Krieg befasst und zwei davon wären zuvor von Terroristen entführt und wieder freigelassen worden. Würden Sie das für Zufall halten? Das ist in etwa die Situation bezüglich der kürzlich innerhalb von zwei Tagen verstorbenen US-Journalisten.

        David Carr schrieb für die New York Times und trat regelmäßig im Fernsehen auf. Bob Simon arbeitete als Reporter für CBS und gewann 27 Emmys. Ned Colt war Reporter für NBC, einem der größten TV-Sender weltweit. Alle drei starben am 12. oder 13. Februar 2015 – innerhalb von weniger als 48 Stunden. Zwei davon, Carr und Simon, starben im selben Krankenhaus, Simon nach einem Autounfall. NBC-Luftfahrt-Experte Bob Hager überlebte am 12. Februar knapp einen Autounfall. …
        Genau so glauben Menschen, es wäre ganz normal, dass drei Top-Journalisten innerhalb von zwei Tagen einfach so das Zeitliche segnen. »RT Deutsch« vermeldete zwischenzeitlich, man habe Informationen, die drei Journalisten hätten an einem Dokumentarfilm über 9/11 gearbeitet. Die Meldung ist inzwischen wieder von der Webseite verschwunden. Nun ist der vom russischen Staat finanzierte Sender in dieser Causa sicher nicht die beste Quelle, vor allem wenn der Informant nicht genannt wird. Andererseits wäre es nur allzu verständlich, wenn der Informant nicht genannt werden wollte.
        Ist – abgesehen davon – die Story so unwahrscheinlich, auch wenn es keine handfesten Beweise für eine Verbindung dieser Journalisten gibt? Schließlich starben sowohl Carr als auch Simon im selben Krankenhaus, befanden sich also am gleichen Ort.
        Und wenn tatsächlich eine Doku über 9/11 geplant war, wäre es sicherlich nicht so unwahrscheinlich, dass Simon seinen NBC-Kollegen und Luftfahrtexperten Bob Hager hinzugezogen hätte. Er wird einen Teufel tun, nach seinem knapp überlebten Unfall dazu noch ein Sterbenswörtchen zu sagen.
        Es gibt noch einen weiteren fantastisch anmutenden Zufall. Ned Colt wurde 2004 im Irak gekidnapped und drei Tage als Geisel festgehalten. Bob Simon wurde 1991 für 40 Tage im Irak als Geisel gehalten. Spätestens seit diesen Entführungen wurden die beiden von den US-Geheimdiensten sicherlich in Manndeckung genommen. Schließlich könnten die beiden in Gefangenschaft »umgedreht« worden sein.
        Ebenfalls möglich wäre, dass die beiden für die CIA oder zumindest eng mit ihr zusammengearbeitet haben. Schließlich ist es kaum wahrscheinlich, dass sie sonst zu den »embedded« Journalisten gehört hätten. David Carr führte einen Tag vor seinem Tod noch ein Interview mit Edward Snowden. Alle drei verstorbenen Journalisten hatten also Top-Level Informationen, sicherlich auch über den 11. September.
        Zwar war Carr zum Zeitpunkt des Interviews schon schwer krank – er litt unter Morbus Hodgkin, einem bösartigen Tumor. Doch zum einen machte ihn eben dies gefährlich, weil er nicht mehr viel zu verlieren hatte. Zum anderen starb er letztlich an einem plötzlichen Herzstillstand. Ned Colt starb an einem Herzinfarkt.
        Auch NBC-Star Tim Russert starb am 13. Juni 2008 plötzlich an einem Herzinfarkt, zwei Tage nachdem er in einer Sendung die Vermutung geäußert hatte, der Afghanistan-Krieg wäre schon vor dem 11.9. geplant gewesen. Jahre zuvor hat er Aufmerksamkeit erregt, weil er Georg Bush und John Kerry nach ihrer Mitgliedschaft bei Skull & Bones gefragt hatte.
        1975 kam bei den Senatsanhörungen des Church-Komitees heraus, dass das künstliche Auslösen von Krebs oder Herzinfarkten zu den möglichen Mordmethoden der CIA gehören. Sie sind schwer nachzuweisen und liefern eine plausible Erklärung.
        Volltext:
        http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/oliver-janich/grosses-journalisten-sterben-ueber-wahrscheinlichkeiten-und-verschwoerungen.html

    • Fast unsichtbare Mikrodrohnen, die Gift in Kaffeebecher spritzen können?
      Obama steht doch auf Drohnen, hat damit den Jemen zerbombt.

    • Die Wahrheit ist Washington das Wichtigste überhaupt: Die USA wollen bestimmen, wie sie zu definieren ist -mit aller Geheimdienst- und Mediengewalt!

  1. Kommunisten würden die rechten US Amerikaner diese Unterdrücker der Äusserungs – Freiheit nennen.
    Und verfolgen würden sie sie. Mit recht!!! ???
    Doch heute widern mich die regierenden und Co regierenden der USA und der Crimminellen Intelligenz etc. nur noch an.
    Einst war Cuba out heute sind es die USA.

  2. Man kann sich inzwischen bei wikileaks das CiA Handbuch zur gezielten Tötung von wichtigen (unbeliebten) „Persönlichkeiten“ herunterladen.

    Einfach nach

    CIA HVT Assasination wikileaks googlen ( CIA High Value Target).

    Da steht z.B. das, das Töten „nachhaltiger“ ist, als Einsperren.
    Und als prominentestes Beispiel wird Nelson Mandela genannt: konnte er doch auch aus dem Gefängnis heraus trotzdem noch die Politik ändern..

    Siehe:

    https://wikileaks.org/cia-hvt-counterinsurgency/

    und auf Deutsch:

    http://54.76.123.168/8515/international/wikileaks-enthuellt-cia-handbuch-zur-gezielten-toetung/

  3. Man kann sich inzwischen bei wikileaks das CiA Handbuch zur gezielten Tötung von wichtigen (unbeliebten) „Persönlichkeiten“ herunterladen.

    Einfach nach

    CIA HVT Assasination wikileaks googlen ( CIA High Value Target).

    Da steht z.B. das, das Töten „nachhaltiger“ ist, als Einsperren.
    Und als prominentestes Beispiel wird Nelson Mandela genannt: konnte er doch auch aus dem Gefängnis heraus trotzdem noch die Politik ändern..

    Siehe:

    https://wikileaks.org/cia-hvt-counterinsurgency/

    und auf Deutsch:

    http://54.76.123.168/8515/international/wikileaks-enthuellt-cia-handbuch-zur-gezielten-toetung/

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