USA: Ted Cruzador vs. Donald, the Trumpet

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Bei der US-Vorwahl in Iowa hat überraschend der christliche Eiferer Ted Cruz den rechtpopulistisch polternden Favoriten der Republikaner, Donald Trump, geschlagen. Bei den Democrats konnte Hillary Clinton (Blackrock) den sozialen Gegner Sanders nur sehr knapp auf den zweiten Platz verweisen. Iowa, der US-Bundesstaat, der durch die Tradition der Vorwahlen große Bedeutung hat, ist vor allem eines: Das Land der Bleichgesichter. 90% Weiße stehen nur 8% Schwarzen und Hispanos gegenüber, 30% der Weißen gelten als deutschstämmig. Trotzdem -oder gerade deshalb- gelten Gleichheitsrechte dort als hohes Gut. Im Staat der liberalen Maisfarmer und christlichen Schweinzüchter wurde immerhin auch der Traktor erfunden.

Ohrfeige für ein politisches Großmaul: Ted Cruz hat bei den Republikanern die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa gewonnen. Multimillionär Trump hatte sich gebrüstet, seinen Werbe-Jumbojet aus eigener Tasche bezahlen zu können -kam diese vollmundige Angeberei bei religiösen Rechten in Iowa schlecht an?  Es entfallen 28 Prozent auf Cruz und nur 24 Prozent auf Trump, dahinter liegen Marco Rubio (23), Ben Carson (9) und und der libertäre Außenseiter und republikanische Feigenblatt-Intellektuelle Rand Paul (4,5); Jeb Bush ist abgeschlagen nur auf drei Prozent gekommen. „Die Ehre gebührt Gott“, salbaderte Cruz, der sich besonders um evangelikal-christliche Wähler bemüht, in seiner Siegesrede. Sein Konkurrent Trump, weit entfernt davon, eine Niederlage einzugestehen, äußerte sich zufrieden. „Wir sind Zweiter geworden, und ich möchte euch etwas sagen: Ich fühle mich einfach geehrt, sehr geehrt“, behauptete er vor seinen Anhängern. Der für seine stramm rechtspopulistischen und  fremdenfeindlichen Äußerungen bekannte Geschäftsmann Trump steht jetzt als Verlierer da. Die Republikaner-Basis liebt religiöse Fanatiker, sogar Bush jr. musste erst eine Erweckung erleben, um wählbar zu sein -später gab es einen Skandal um Bush-Häme über fundamentalistische Deppen, die ihn gewählt hätten: Einige meinen, auch die damals folgende Empörung aus christlich-fanatischen Kreisen hätte die Republikaner gegen Obama gekostet.

Landeskunde Iowa

Iowa hat 3.046.355 Einwohner (2010), davon sind 88,7 Prozent Weiße, 2,9 Prozent Schwarze oder Afroamerikaner, Map_of_Iowa_18625,0 Prozent Hispanics oder Latinos, 1,7 Prozent Asiatische Amerikaner und 0,4 Prozent Indianer. Die meisten Bewohner Iowas haben europäische Vorfahren. Dabei bilden die Deutschstämmigen mit etwa 36 Prozent (2014) die mit Abstand größte Gruppe. Größte Religionsgemeinschaft in Iowa ist die römisch-katholische Kirche, zu der sich rund 23 Prozent der Bevölkerung zählen. Die einzelnen protestantischen Glaubensgemeinschaften sind deutlich weniger stark vertreten. Werden jedoch die verschiedenen protestantischen Gruppierungen addiert, ist Iowa eher protestantisch geprägt. Die mitgliederstärksten Religionsgemeinschaften im Jahre 2000 waren die Katholische Kirche mit 558.092, die Evangelical Lutheran Church in America mit 268.543 und die United Methodist Church mit 248.211 Anhängern.

Trotzdem war Iowa stets ein Vorreiter bei der Gewährung von Bürgerrechten: Schon 1839 erklärte der Iowa Supreme Court  die Sklaverei für ungesetzlich, Jahrzehnte bevor im Bürgerkrieg diese Frage auf nationaler Ebene geklärt wurde. 1868 entschied das Gericht, dass auch Formen der Rassentrennung, etwa in Schulen, in Iowa unzulässig sind, während der Supreme Court der USA erst 1953 nachzog. Wenn die Weißen eine überwältigende Mehrheit stellen, sind sie also auch mal bereit, den farbigen Minderheiten ihre Rechte zu gewähren. Man kann sie ja immer noch bei Wahlen überstimmen.

Doch die liberale Haltung Iowas bezog sich auch auf Frauen: 1869 wurde Iowa der erste Bundesstaat, der Frauen die Ausübung juristischer Berufe erlaubte. 2009 entschied der Iowa Supreme Court einstimmig, dass ein Staatsgesetz, das die Eheschließung Homosexueller verbietet, gegen den in der Staatsverfassung verankerten Gleichheitsgrundsatz verstößt. Damit wurde Iowa der nach Massachusetts und Connecticut dritte Bundesstaat, in dem gleichgeschlechtliche Partner heiraten dürfe.

Nächste Station: New Hampshire

In New Hampshire, bei den nächsten Vorwahlen, gilt Trump immer noch als Favorit. Eine echte Vorentscheidung wird es nach Einschätzung vieler Beobachter aber frühestens am 1. März geben, am Supertuesday. Dann wird in 14 US-Bundesstaaten und in Amerikanisch-Samoa gewählt. Damit werden so viele Stimmen ausgezählt, dass sich erste sichere Trends zeigen. Für Viele wird es dann um das politische Überleben gehen, etwa für Jeb Bush, aktuellen Kronprinz des Bush-Clans, der in Iowa nur auf magere drei Prozent kam.

3 Gedanken zu “USA: Ted Cruzador vs. Donald, the Trumpet

    • Aber ARDlügenfunk verbreitet vorzugsweise, dass die Clinton Sanders eine „Schmierenkampagne“ gegen sie vorwirft. Die Wahrheit wäre, dass die Clinton mit diesem Begriff eben eine solche gegen Sanders führt.

  1. Dieser Trump ist schlicht ein Faschist. Wieso die ARD-Lügenbolde v.D. den nur Rechtspopulisten nennen ist klar… damit sie den einzigen vernünftigen US-Politiker Sanders als „Linkspopulisten“ verhetzen können und sich dabei öffentlich-rechtlich-ausgewogen (ausgelogen) vorkommen. Sanders mit seinem intellektuell überlegenen und rational formulierten politischem Programm als Populisten zu bezeichnen ist eine Propagandalüge, die bei Goebbels nicht durchgekommen wäre (weil sie zu platt ist). Ihn mit Trump auf eine Ebene zu stellen ist so klug wie der Gorbatschow-Hitler-vergleich von Bundeskanzler Kohl seinerzeit.

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