Ganser: Sündenfall Iran – Verdeckte Kriegsführung von London und Washington

Hannes Sies rekapituliert Daniele Ganser „Illegale Kriege“

Der illegale Krieg gegen den Iran 1953, genauer gesagt  gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Mossadegh, bildet die Blaupause für zahlreiche spätere CIA-Interventionen. Mossadegh verstaatlichte das iranische Erdöl 1951, das zuvor von British Petroleum (BP, damals noch AIOC, Anglo-Iranian oil Company) ausgebeutet wurde. Churchill verhängte daraufhin eine völkerrechtswidrige Seeblockade, um das Land ökonomisch in die Knie zu zwingen. Als das nicht wirkte, suchte er heimlich Hilfe bei den USA. Eisenhower stimmte einem kriminellen Putsch von CIA und MI6 in Teheran zu und der Schah wurde 1953 gewaltsam zum Diktator des Öllandes gemacht, was neben BP auch Esso und Golf Oil den Besitz der Ölquellen Irans brachte.

Weiter ging es in Guatemala,  wo eine Landreform dem Bananen-Giganten  Chiquita (damals United Fruit) nicht passte. Zu den Chiquita-Oligarchen gehörten auch US-Außenminister J.F.Dulles und sein Bruder, der CIA-Boss Allen Dulles, deren Anwaltsfirma zudem Chiquita juristisch beriet. Die CIA stürzte die Regierung, was zur Rückgabe der Bananenplantagen an Chiquita -über einen Berg von letztlich 200.000 Todesopfern hinweg- führte. Zeitzeuge in Guatemala war ein junger Mediziner namens Ernesto Guevara, der später als „Che“ zur Ikone des Widerstandes gegen solche Machenschaften der US-Oligarchen wurde (Ganser S.65).

Chiquita putscht in Honduras

Die CIA hatte in Guatemala 1954 einen Putsch lanciert, weil die ausbeuterischen Chiquita-Bananen-Plantagen der United Fruit enteignet wurden. Der demokratisch gewählte Präsident Jacobo Arbenz hatte die mörderische Wut der Chiquita-Kapitalisten und ihrer staatlichen CIA-Mafia auch damit geweckt, dass er dem United Fruit Konzern als Entschädigung für ihre das Volk Guatemalas erwürgenden, gewaltigen Ländereien nur 525.000 Dollar zugestanden hatte. Das war exakt der Wert, den die habgierigen US-Manager dem Finanzamt von Guatemala angegeben hatten, um den armen Kleinstaat auch noch um die bescheidenen Grundsteuern zu betrügen.

Wie viele Kinder verhungern mussten, weil United Fruits mit ihrer in Westmedien gern zur „Steuervermeidung“ verniedlichten Ausbeutung das Land ausquetschten, weiß der Himmel. US-Außenminister A.Dulles war übrigens Großaktionär des Bananen-Konzerns, ebenso sein Bruder, der CIA-Boss J.F.Dulles. Ihre Anwaltsfirma Dulles, Sullivan & Cromwell war die juristische Vertretung der United Fruit Company, so beschreibt Daniele Ganser den kriminellen Filz von Großkonzernen, Staat und Geheimdienstmafia in den USA, der eine halbe Milliarde Lateinamerikaner über viele Jahrzehnte gewaltsam ausplünderte (Ganser S.59ff.).

Über die Kriege der USA bzw. Großbritanniens, Frankreichs und Israels gegen Ägypten, Kuba, Vietnam und Nicaragua arbeitet sich Ganser zur Gegenwart vor. Die Kriege in Jugoslawien, der Ukraine und dem Nahen Osten, die teils bis heute andauern, werden analysiert.

Ganser, Daniele, Illegale Kriege: Wie die Nato-Länder die UNO sabotieren –Eine Chronik von Kuba bis Syrien, Zürich: Orell Füssli Verlag 2016

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7 Gedanken zu “Ganser: Sündenfall Iran – Verdeckte Kriegsführung von London und Washington

    • Ganser ist uralt bekannt, als Wissenschaftlicher Experte in der Schweiz. Als er die Schweiz, die ersten Vorträge hielt über die „Gladio“ Operationen auch mit der Schweinerei in Bolonga, intervenierte die US Botschafterin und Daniel Ganser verlor sein Instiutt. Identisch mit dem Orient Institut in Hamburg, als geoutet wurde, das die angeblichen Bin Laden Videos vollkommen falsch übersetzt wurden, wo die Frage im Raume stand, ob überhaupt Bin Laden gesprochen hat.

      • Na, das ist ja nicht sehr schmeichelhaft: „uralt bekannt“ 😉
        Der ist doch höchstens 40 und n Keks Jahre alt.
        Also das, was man „einen jugendlichen Gelehrten“ nennt! Gelehrte gelten erst als „alt“, wenn sie über 65 sind… es dauert halt, sich Bildung anzulesen 🙂
        Aber klar, wenn er -wie in dieser Artikel-Serie erwähnt- über Kuba seinen Master machte und Gladio promovierte, war das sicher sein Einstieg in die Thematik der verdeckten Geheimkriegsführung -und die wollen die Westmachthaber unbedingt geheim halten.
        Nachdem er auf Youtube mit seinen Vorträgen immer bekannter wurde, hatte das Schweizer Fernseheh ihn ja auch noch eingeladen -aber nur um ihn für die MSM-Öffentlichkeit madig zu machen. Das hat das deutsche TV mit 9-11-Dissident Andreas von Bülow (immerhin ein Ex-Bundesminister der SPD und viele Jahre im dt. Geheimdienst-Aussschuss des Bundestages, worüber er dann mal auspacken wollte) vorgemacht.

    • Gute Idee! Früher sagte man: Am nächsten 1. (1.August also) um 12.00 am Hauptbahnhof unter der Uhr. Wir nannten das Selbstorganisation. Jetzt ist die Parole aber, „Selbstverwalter“ seien gefährlicher als „Reichsbürger“. Müssen wir Selbstorganisierer uns nun von Selbstverwaltern (wer immer das sein soll) abgrenzen?

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