Anti-Piraten-Verschwörung? Wikileaks-Kinofilm „The 5th Estate“ verzögert

Gerd R. Rueger JAssangeBobby

Die deutsche Piratenpartei hat im vor zwei Wochen in Toronto angelaufenen Wikileaks-Streifen „The 5th Estate“ ihren großen Auftritt. Bringt man den Hollywoodfilm erst so spät ins deutsche Kino, um die Piraten ihrer letzten Chance zu berauben? Ansonsten liefert die Filmindustrie darin erneut Propaganda gegen Julian Assange, orientiert am Wikileaks-Abtrünnigen Domscheit-Berg: Ein Film über Mozart aus Sicht von Salieri?

Redakteure des Bertelsmann-Blattes „Spiegel“ durften „The 5th Estate“ vorab sehen und plauderten vor zwei Wochen in ihrer Gazette aus dem Nähkästchen. Da der „Spiegel“ selbst an der Seite von Guardian und New York Times in die Wikileaks-Affäre verstrickt war, ist natürlich keine objektive Bewertung von ihnen zu erwarten. Doch sie berichten, dass auf Rat des Piratenpartei-Funktionärs Domscheit-Berg die deutsche Hackerszene in dem Film großflächig im Piraten-Shirt dargestellt wurde. Unerwünschte „Parteien-Werbung“ für die deutsche Filmindustrie?

„Als die Kostümabteilung nachfragte, was man im Milieu denn so trage, empfahl Domscheit-Berg ihnen ein paar T-Shirts. So kommt es, dass im Film immer wieder Leute mit Hemden der deutschen Piraten durchs Bild laufen und Werbung für die Partei machen. Die Stelle seiner Loslösung, in der Daniel Brühl in der von uns gesehenen Fassung im Piraten-Outfit symbolisch WikiLeaks zerstört, ließ Domscheit-Berg nachbearbeiten. Wenn der Film in die Kinos kommt, soll Brühl ein einfaches schwarzes Shirt tragen. Ein Pirat, der WikiLeaks ruiniert, das wäre den Parteifreunden wohl doch sauer aufgestoßen.“ „Spiegel“ 9.9.2013, S.129

„Spiegel“: Uncooler Unsympath Domscheit-Berg

Ex-„Spiegel“-Informant Domscheit-Berg kommt auch ansonsten eher nicht gut weg im „Spiegel“, der Domscheit-Berg mit WL_LogoDomscheit-Berg-Darsteller Brühl vergleicht:

„Anders als der echte Domscheit-Berg, der unter Druck gelegentlich flatterte und dem die Bühne der Weltpolitik irgendwann zu groß erschien, bleibt Brühl auf der Leinwand stets cool und sympathisch.“ (S.128)

Cool und sympathisch ist also nur der Heldendarsteller Brühl, „bei dem man gar nicht anders kann, als ihn zu mögen.“ Domscheit-Berg mögen die Bertelsmann-Redakteure offenbar nicht, gestehen dem als Naivling hingestellten Hacker aber immerhin Einsatz für Transparenz und Basisdemokratie zu:

„Der echte Domscheit-Berg ist ein mitunter etwas unbedarfter, aber leidenschaftlicher Anhänger von Transparenz und Basisdemokratie, der a zeitweilig bedingungslos verfiel und sich das Logo von WikiLeaks auf den Rücken tätowieren ließ.“ (S.127)

Soviel Glück hat Julian Assange nicht. Doch sogar bei seinen schlau lavierenden Ex-Verbündeten vom „Spiegel“ hört man heraus, dass „The 5th Estate“ in der Dämonisierung des Wikileaks-Gründers fast übers Ziel hinaus geschossen ist.

„Am Ende grinst er diabolisch in die Kamera“

Vor allem gibt es nun im Film, so der „Spiegel“, einen moralischen Helden und einen schillernden Schurken. Dafür aber habe das Drehbuch verkürzt, vermengt, Figuren neu montiert und sich auf die Perspektive derjenigen verlassen, die sich mit Assange überworfen haben, zuallererst Domscheit-Berg. Assange werde zuweilen „geistig abwesend wie ein Psychopath“ dargestellt, und „am Ende grinst er diabolisch in die Kamera“ (S.129) Ob das den Film nun zu einem Propaganda-Streifen gegen Assange macht, fragen sich die Spiegel-Schreiber nicht. Sie schwelgen lieber in den diffamierenden Details und ergötzen sich an ihrer eigenen vermeintlich objektiven Filmanalyse. Statt die Motive der Hollywood-Filmer beim Umgang mit dem von den USA politisch verfolgten Hacker zu ergründen und kritisch zu reflektieren, ergehen sie sich in Blabla und eitlem, pseudokritischen Wortgeklingel:

„Aus Assange hat Hollywood dagegen vor allem im letzten Drittel des Films eine Art Fürst der Internetfinsternis konstruiert, der keine Freunde, nur Untergebene kennt und dessen Zaubersprüche aus verschlüsselten Algorithmen bestehen.“ (S.128)

Von einer Selbstkritik ihrer eigenen Zunft, der Journaille ist natürlich gar nichts zu bemerken. Im Gegenteil. Auch diese Filmkritik nutzen sie, um ihre Anteile am Wikileaks-Drama noch einmal zu vertuschen.

„Spiegel“ verhaspelt sich beim Abstreiten

Für die Bemäntelung der zwielichtigen Rolle der Journaille in der Wikileaks-Affäre 2010 erfanden die Medien tausendundeine Lügengeschichten. In seiner Filmkritik verstricken sich die Star-Schreiberlinge in Widersprüche, wenn sie über den Herbst 2011 schreiben:

„WikiLeaks hatte damals gerade die unbearbeiteten 250000 Depeschen des am Außenministeriums ins Netz gestellt. Der „Spiegel“, die NYT und der „Guardian“ hatten vor den Veröffentlichungen vereinbart, Informanten zu schützen und Klarnamen gefährdeter Personen zu schwärzen. Assange entschied sich anders“ (S.127)

Für die Freischaltung der Depeschen-Datei wird wie üblich, alle Schuld von den verantwortlichen Guardian-Redakteuren (die das Passwort in ihrem Buch publizierten) auf Julian Assange abgewälzt. Die dümmliche Begründung der Top-Journaille damals: Sie hätten gedacht, Wikileaks-Hackergenies hätten die Daten schon irgendwie besser geschützt. Im Bestreben, doch auch an Domscheit-Berg herumzumäkeln, kommt jedoch zwei Seiten weiter eine interessante Passage:  Im Film, meint der „Spiegel“, wird Domscheit-Berg „zur moralischen Instanz“ hochgejubelt. Aber zu Unrecht, wie die Autoren Marcel Rosenbach und Holger Stark nun behaupten, die damals selbst auf Medienseite mit Domscheit-Berg verhandelten:

„Sein reales Vorbild indes verriet einem Journalisten, wie eine im Internet kursierende Datei mit den Depeschen zu entschlüsseln sei. So konnten erstmals alle Papiere unbearbeitet nach außen dringen, inklusive der Namen vieler Informanten.“ (S.129)

Das war auch wieder halb gelogen: Denn auch der damalige Wikileaks-Vize Domscheit-Berg trug nicht die Verantwortung dafür, dass Top-Journalisten dermaßen dämlich waren, das Depeschen-Passwort ungeschwärzt und ungekürzt im Klartext in ein Buch zu drucken. Später wusste keiner mehr, wann irgendein gelangweilter Nerd den Code aus dem Bestseller ausprobieren würde. Domscheit-Berg hatte es nur als erster wieder einem Journalisten gesteckt: Die Juwelen hängen im Kronleuchter.

Interessant ist aber hier, dass Rosenbach und Stark ein Ereignis hier zweimal unterschiedlich darstellen –und zwar so, als ob es zwei Ereignisse gewesen wären: Einmal schieben sie die Schuld Assange zu (S.127), einmal Domscheit-Berg (S.129). Nur sie selbst, die Top-Journaille, die es eigentlich verbockt hatte, steht im „Spiegel“ mal wieder unschuldig da wie ein Säugling. Doch das Diffamierer-Duo Rosenbach/Stark setzt noch einen drauf:

„Spiegel“ steht zu Hetzfilm ‚We Steal Secrets‘

Das Bertelsmann-Blatt steht ansonsten treu zum Guardian und seinem Anti-Assange-Hetzfilm: „Anders als der Dokumentarfilm ‚We Steal Secrets‘ von Alex Gibney, der im Juli anlief, erhebt ‚Inside WikiLeaks‘ indes nicht den Anspruch eine objektive Chronik der Ereignisse zu liefern“, schwadronieren die Spiegel-Schreiber, „die als Nebenfiguren auftauchenden „Spiegel“-Redakteure Marcel Rosenbach u.Holger Stark“, auf S.129 ihrer Filmkritik, dabei wissen sie es besser. In der Guardian-nahen feindselig-hetzerischen “Dokumentation” Wikileaks – Secrets and Lies war Julian Assange übel hereingelegt worden: Aus einem mehrstündigen Interview hatten sie nur ein Minuten heraus geschnippelt, die ihn in ein besonders negatives Licht rückten -und diese O-Töne dann heimtückisch so zwischen einen Schwall von Verleumdungen und Diffamierungen platziert, dass Julian am Ende als Ungeheuer dargestellt wurde. Der Assange-Gegner Domscheit-Berg wurde dagegen freundlich dargestellt und kam ausführlich mit seiner Sicht zu Wort. Nun darf Hollywood seine Sicht noch einmal als Spielfilm-Aufguss präsentieren.

Film über Mozart aus Sicht von Salieri

Der Film „The 5th Estate“ betrachtet Wikileaks hauptsächlich durch die Augen von Daniel Domscheit-Berg, eines frühen Daniel Domscheit-Berg at 26C3.jpgMitstreiters und späteren Gegners von Julian Assange. Wikileaks-Gegner Daniel Domscheit-Berg sagte sich 2010 unter dem Druck der US-Regierungs-Propaganda von Julian Assange los und gründete sein Konkurrenz-Projekt OpenLeaks. Sein vorschnell mit viel Trara ins Leben gerufenes “Openleaks” hat nach drei Jahren immer noch keine nennenswerten Enthüllungen präsentieren können, doch er fand eine neue Heimat bei den Piraten.

Für sein bei der Propagierung von “Openleaks” an den Tag gelegtes Verhalten wurde Domscheit-Berg aus dem Chaos Computer Club (CCC) ausgeschlossen, der Hacktivisten-Vereinigung, in der er Julian Assange kennen gelernt hatte. Der CCC fühlte sich von Domscheit-Berg auf ethisch fragwürdige Art für das “Openleaks”-Projekt taktisch missbraucht.

Antonio Salieri (1750-1825) war Kapellmeister der italienischen Oper. Über Paris kam Salieri 1788 nach Wien, wo er als Joseph Willibrod Mähler 001.jpgkaiserlicher Hofkapellmeister Karriere machte. Als Komponist konkurrierte er mit dem sechs Jahre jüngeren, von der etablierten Gesellschaft allseits angefeindeten Jahrhundert-Genie Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Der mäßig begabte Salieri gönnte Mozart nicht das schwarze unterm Fingernagel und ist in der Musikgeschichte ausschließlich wegen seiner Intrigen gegen Mozart bekannt.

„Der Name Antonio Salieri ist in der Musikgeschichte mit dem von Wolfgang Amadeus Mozart eng verknüpft. Ihm wird ein Großteil der Schuld an dessen wirtschaftlicher Erfolglosigkeit zur Last gelegt. Es dürfte richtig sein, daß er die Bedeutung des Konkurrenten erkannte und fürchtete und daher manche Intrige gesponnen hat.“ Propyläen Komponisten Lexikon Bd.4, Berlin 1989, S.590 (Eintrag Salieri umfasst drei Absätze, der des jung verstorbenen, in einem Armengrab beigesetzten W.A.Mozart erstreckt sich über 24 Seiten).

Journaille sieht alt aus in „The 5th Estate“

Was dem „Spiegel“ wohl am wenigsten an „The 5th Estate“ von Filmemacher Condon gefällt: Die Journaille kommt nicht so gut weg, wie sie sich selber immer darstellt.

„Klassische Journalisten spielen nur eine Nebenrolle, sie sind für Condon die Steigbügelhalter für Assange zunächst atemberaubenden Aufstieg.“ (S.128)

Aha. Sie wären gerne mehr gewesen. Waren sie aber nicht. Im Gegenteil: Anfangs versuchten sie andauernd die Lorbeeren für Enthüllungen immer ausschließlich für sich selbst einzustreichen. Erst als Wikileaks Fakten nur noch gegen verbindliche Zusage einer wahrheitsgemäßen Quellenangabe herausgab, bequemten sie sich zur kurzen Erwähnung. Und erst als der durchschlagende Erfolg der Wikileaks-Eigenproduktion „Collateral Murder“ das sensationsgeile, aber die Mächtigen meist schonende, im fadenscheinigen Blabla endende Gefasel der Journaille alt aussehen ließ, wurde Wikileaks der Öffentlichkeit ein Begriff. Der Film würdigt dies immerhin ansatzweise, was die Spiegler, wenn auch mühsam verschwafelt, zugeben:

„‚Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er für sich spricht‘, zitiert der Film Oscar Wilde. ‚Gib ihm eine Maske, dann wird er dir die Wahrheit sagen‘ Assange ist der Maskenverleiher dieser Revolution. Der erste Vertreter einer neuen ‚Fünften Gewalt‘, eine Gatekeeper für Informationen, der Entscheidungen nach Gutdünken fällte.“

Condon und sein Drehbuchautor Josh Singer gehe es aber um mehr als WikiLeaks, dieses sei „für ihn Ausdruck einer neuen Epoche. Es geht um die Idee des Informanten im Herzen der Bestie, der –scheinbar perfekt geschützt durch moderne Technologien– aus der Anonymität heraus über die Verbrechen der herrschenden Klasse zu berichten weiß.“

Den Spieglern gefällt dies offenbar weniger, sehen sie sich doch selbst in Heldenpose –und sie waren nicht die ersten im Mainstream-Medienbetrieb, die verschnupft aus einem Kontakt mit Julian Assange herauskamen: Schon der Hauptdarsteller Cumberbatch machte im Vorfeld der Dreharbeiten so sein Erfahrungen.

Cumberbatch: ‘Julian Assange refused to meet me’

Der britische Schauspieler Cumberbatch spielt den Wikileaksgründer im geplanten Film The Fifth Estate. Nach Unterzeichnung seines Filmvertrags für die Assange-Rolle wollte Cumberbatch  den Starhacker studieren, um an einer möglichst ähnlichen Darstellung zu arbeiten. Aber der “berüchtigte Internet Hacker ” (Starpost) weigerte sich, ihn zu treffen. Was für ein Skandal! Darf sich eine öffentliche Person heute noch dem Starkult der Hollywood-Kulturindustrie entziehen? Julian Assange wurde von einem Heer gleichgeschalteter Medienarbeiter und pseudointellektueller TV-Psychologen immer wieder pathologischer Geltungsdrang, Egomanie und sogar Narzißmus angedichtet. Der als Sherlock-Holmes-Darsteller berühmt gewordene Mime drückte seine Enttäuschung, wenn nicht Empörung aus, von Julian Assange zurück gewiesen worden zu sein: “Julian Assange refused to meet me“. Cumberbatch behauptete in einem Promi-Magazinchen, er wolle Assange nicht zum Narren machen, sondern eine faire Darstellung abliefern. Was jetzt über den Film bekannt wurde sagt jedoch das Gegenteil: Cumberbatch lässt Assange als dämonischen Antihelden dastehen, macht sich zum Büttel der Propaganda-Industrie.

Wikileaks: Theater ließ Filmindustrie weit hinter sich

Eine vermeintlich alte Kunstgattung hat die Filmindustrie bei der Arbeit mit dem Wikileaks-Stoff  ohnehin schon lange überholt: Das Bühnentheater. Mit “Assassinate Assange” hat Angela Richter in den Kulturbetrieb transferiert, sicher finanziell nicht so lukrativ wie es die Hollywood-Kulturindustrie plant, aber dafür vermutlich origineller und für Wikileaks weniger unangenehm. Wikileaks drang damit erstmals in die sogenannte “Hochkultur” ein, wo betuchte Herrschaften und die kulturellen Bohemiens (meist die rebellierenden Sprösslinge betuchter Herrschaften) gemeinsam die Real-Life-Eventkunst des Bühnentheaters genießen können. Für die Massen gibt es dagegen Kino und Fernsehen. Julian Assange zeigte sich der Kultur zugeneigter als der Kulturindustrie: Er traf sich mit Angela Richter und hatte sogar einen multimedialen Auftritt in ihrem von der Kritik der Mainstream-Medien wenig beachteten Bühnenwerk.

Quelle:

„Spiegel“ Nr.37, 9.9.2013, Enthüllte Enthüller, Marcel Rosenbach u. Holger Stark, S.126-129

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Schlag ins Gesicht: Sherlock Holmes meets Wikileaks

Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch)

Nora Drenalin 9.May 2013

Sherlock-Star Benedict Cumberbatch soll in dem Streifen „The Fifth Estate“ Julian Assange spielen. Jetzt bemühte er sich jedoch vergeblich um ein Interview mit dem WikiLeaks-Gründer. Ein Schlag ins Gesicht der Kulturindustrie. Sie ist es gewöhnt, dass sich ihr heute alle geschmeichelt zu Füßen werfen, wenn ein Film über sie geplant ist. Etliche Journalisten, die Assange auf dem Gipfel der medialen Hetzkampagne gegen ihn „Egomanie“ vorgehalten hatten, sollten sich jetzt wohl bei ihm entschuldigen. Cumberbatch war „not amused“.
Immun gegen Starkult
Sherlock-Star Benedict Cumberbatch versuchte vergeblich ein Interview von WikiLeaks-Gründer Julian Assange zu bekommen. Ein Schlag ins Gesicht der Kulturindustrie, die es gewöhnt ist, dass sich ihr alle geschmeichelt zu Füßen werfen, wenn ein Film über sie geplant ist. Jetzt sollten einige Journalisten sich wohl bei Assange entschuldigen, die ihm auf dem Gipfel der von den USA lancierten medialen Hetzkampagne gegen ihn stereotyp narzißtische Egomanie vorgehalten hatten: Ein Narzißt hätte einem solchen Treffen kaum widerstehn können.
Nach Unterzeichnung seines Filmvertrags für die Assange-Rolle wollte Cumberbatch  den Starhacker studieren, um an einer möglichst ähnlichen Darstellung zu arbeiten. Aber der „berüchtigte Internet Hacker “ (Starpost) weigerte sich, ihn zu treffen. Was für ein Skandal! Darf sich eine öffentliche Person heute noch dem Starkult der Hollywood-Kulturindustrie entziehen? Im Kampf um das knappe Gut Aufmerksamkeit sind normalerweise alle Akteure um das Auge der Kamera bemüht. Julian Assange wurde von einem Heer gleichgeschalteter Medienarbeiter und pseudointellektueller TV-Psychologen immer wieder pathologischer Geltungsdrang, Egomanie und sogar Narzißmus angedichtet. Seine Ablehnung des Treffens mit dem ihn verkörpernden Kultstar Cumberbatch beweist das Gegenteil. Selbstdarstellung üben manche eben nur für die gute Sache.
Cumberbatch: ‚Julian Assange refused to meet me‘
Der britische Schauspieler spielt den Wikileaksgrüner im geplanten Film The Fifth Estate, aber er gibt zu, dass er bislang nicht in der Lage ist, die Rolle mit Leben zu füllen. Der als Sherlock-Holmes-Darsteller berühmt gewordene Mime drückte seine Enttäuschung, wenn nicht Empörung aus, von Julian Assange zurück gewiesen worden zu sein: „Julian Assange refused to meet me„.
Cumberbatch behauptete in einem Promi-Magazinchen, er wolle Assange nicht zum Narren machen, sondern eine faire Darstellung abliefern. Denn es sei eine lebendige Geschichte und die moralische Verantwortung wäre dabei ein Teil des Jobs. Cumberbatch: „He felt that a meeting would condone a film he felt was too poisonous an account. He got hold of an old script and all sorts of issues blew up when we were filming. He tried to attack it and in his position I’d do the same, probably. We had a discussion, though, which was good. If Julian is feeling that way, politically he’s right not to let that (a meeting) happen, because it would be like a blessing.“
Assange hätte also das Gefühl gehabt, so Cumberbatch, dass ein Treffen mit ihm einen Film fördern würde,  in dem vergiftete Botschaften transportiert werden könnten. Aber Assange hätte nur ein altes Skript des Films gekannt, an dem allerhand auszusetzen war, und ging daher in Verteidigungsposition, denn er fühlte sich davon angegriffen. Bei einer Diskussion hätte Julian sein Gefühl, mit seiner Verweigerung politisch im Recht zu sein plausibel dargelegt.
Dazu hatte es dem Wikileaksgründer vermutlich nicht an Argumenten gefehlt. Er war bei der Guardian-nahen feindselig-hetzerischen „Dokumentation“ Wikileaks – Secrets and Lies von den Filmemachern übel hereingelegt worden: Aus einem mehrstündigen Interview hatten sie nur ein Minuten herausgeschnippelt, die ihn in ein besonders negatives Licht rückten -und diese O-Töne dann heimtückisch so zwischen einen Schwall von Verleumdungen und Diffamierungen platziert, dass Julian am Ende als Ungeheuer dargestellt wurde. Der Assange-Gegner Domscheit-Berg wurde dagegen freundlich dargestellt und kam ausführlich mit seiner Sicht zu Wort. Dieser letzte Punkt scheint auch im Filmprojekt The Fifth Estate geplant zu sein.
The 5th Estate -Filminhalt
Geplantes Datum des Filmstarts: 15.Nov.2013
Durch die Augen von Daniel Domscheit-Berg, eines frühen Mitstreiters und späteren Kollegen von Julian Assange, folgt die Geschichte den ungestümen, frühen Tagen von Wikileaks bis zum abrupten Ende nach einer Reihe von umstrittenen Leaks, die Assange zum Staatsfeind Nr.1 der USA machten. Der Film will scheinbar die Sichtweise des späteren Wikileaks-Gegners Daniel Domscheit-Berg übernehmen, der sich unter dem Druck der US-Regierungs-Propaganda von Julian Assange losgesagt hatte. Allein dies wäre Grund genug, dem Filmprojekt misstrauisch gegenüber zu stehen.
Domscheit-Berg verließ Wikileaks auf dem Höhepunkt der Angriffe von CIA, schwedischer Justiz, Medien- und Finanzmafia. Assange war gerade auf die Fahndungsliste von Interpol gesetzt worden -ein einmaliger Fall angesichts der windigen Beschuldigungen zweier Schwedinnen, er hätte sie sexuell missbraucht. Im Zuge der stigmatisierenden und verlogenen Hetzkampagne durch die meisten Medien der Welt, die immer wieder die Verleumdung vorbrachten, Julian Assange wäre der „Vergewaltigung“ verdächtigt worden, hatte Domscheit-Berg die Flucht ergriffen. Er hatte dies mit angeblich fragwürdigen Taktiken und Ethik bei Wikileaks gerechtfertigt. Sein schnell mit viel Trara ins Leben gerufenes Konkurrenz-Projekt „Openleaks“ hat bislang keine nennenswerten Enthüllungen präsentieren können. Für sein bei der Propagierung von „Openleaks“ an den Tag gelegtes Verhalten wurde Domscheit-Berg aus dem Chaos Computer Club (CCC) ausgeschlossen, der Hacktivisten-Vereinigung, in der er Julian Assange kennen gelernt hatte. Der CCC fühlte sich von Domscheit-Berg auf ethisch fragwürdige Art für das „Openleaks“-Projekt taktisch missbraucht.
Wikileaks: Theater ließ Filmindustrie weit hinter sich

Eine vermeintlich alte Kunstgattung hat die Filmindustrie bei der Arbeit mit dem Wikileaks-Stoff  ohnehin schon lange überholt: Das Bühnentheater. Mit “Assassinate Assange” hat Angela Richter in den Kulturbetrieb transferiert, sicher finanziell nicht so lukrativ wie es die Hollywood-Kulturindustrie plant, aber dafür vermutlich origineller und für Wikileaks weniger unangenehm. Wikileaks drang damit erstmals in die sogenannte “Hochkultur” ein, wo betuchte Herrschaften und die kulturellen Bohemiens (meist die rebellierenden Sprösslinge betuchter Herrschaften) gemeinsam die Real-Life-Eventkunst des Bühnentheaters genießen können. Für die Massen gibt es dagegen Kino und Fernsehen. Julian Assange zeigte sich der Kultur zugeneigter als der Kulturindustrie: Er traf sich mit Angela Richter und hatte sogar einen multimedialen Auftritt in ihrem von der Kritik der Mainstream-Medien wenig beachteten Bühnenwerk.

Orientierungslos: Theaterstück „Assassinate Assange“ gescheiter als der Mythos Assange

Zur Premiere am 27.09.2012 in Hamburg, Kampnagelfabrik, im Rahmen von #vernetzt – Zukunftscamp 2012

Theaterkritik von Nora Drenalin 28.09.2012 (cc-by-3.0)

Das Theaterstück von Angela Richter ist zugleich vielschichtig und schlicht. Es behandelt den Fall Assange als Mythos, dem es vielleicht ein wenig und sehr vorsichtig zu huldigen gilt, der aber zugleich entzaubert werden soll. Dieser Spagat gelingt leider nur unter großen Einbußen an Information über die Arbeit von Wikileaks –darüber erfährt das Publikum fast nichts. Stattdessen setzt die Inszenierung auf lakonische Monologe von und über Julian Assange sowie „seine beiden Schwedinnen“ –und auf kraftvolle Bilder aus dem Beamer.

Foto: Gerd R. Rueger cc-by-3.0

Vorgeschichte: Die erfolgreiche Dramatikerin Angela Richter („Fall Esra“, „Jeff Koons“; „Vive la Crise“) ersteigerte für 1600,- Euro ein Mittagessen mit Julian Assange und Slavoj Zizek. Ihr Ehemann, der erfolgreiche Maler Daniel Richter fertigte Assange-Portraits, die in der Kampnagel-Fabrikhalle vor dem Theatersaal auf T-Shirts feilgehalten werden. Nach der Flucht des Wikileaks-Gründers in die ecuadorianische Botschaft besuchte Angela Richter ihn dort achtmal und interviewte ihn. Ergebnis: 30 Stunden Audio-Mitschnitte, wovon sie einigen Text in ihr Stück einfließen ließ, inklusive Assange im O-Ton. Vorhang auf.

Albino-Affen auf Odyssee im Weltraum

Das Bühnenbild ist denkbar schlicht. Einzige Requisiten sind ein Pappkarton, die Wand hinter der Bühne als Fläche für  Beamer-Projektionen und ein paar Laptops (die evtl. aber nur der Steuerung der Beamer dienen). Elf Darsteller in Albino-Affen-Kostümen sind das Ensemble, nur wenige legen ihre Affenmaske zeitweise für Monologe und einige Dialoge ab: Konservativ-reaktionäre Feuilletonisten stürzen sich natürlich dankbar auf den hingeworfenen Knochen und jubeln: „Assange zum Affen gemacht!„, aber empören sich dann enttäuscht: „Am Ende doch ein Held„.

Den Auftakt entlehnt Angela Richter bei Kubricks „2001 –Odyssee im Weltall“: Elf Affen sitzen um ein Lagerfeuer, vom Beamer auf den Pappkarton in ihrer Mitte projiziert, hinter ihnen funkelt unsere Galaxis in der Dunkelheit (stellvertretend der Andromedanebel), am Rand läuft die Anonymous-Losung „Expect us“ durch.

Die Stimme von Assange räsoniert über intelligentes Leben, dessen Spuren man eigentlich anhand von Dyson-Sphären –gigantischen Solarpanelen, kugelförmig um bewohnte Sternsysteme gebaut– sehen müsste, wenn Intelligenz nicht sehr rar wäre oder aber technische Zivilisationen wie unsere zur Selbstvernichtung neigen würden. Einsamkeit oder Selbstzerstörung. Andromeda aus.

Zieloptik des Kampfhubschraubers aus „Collateral Murder“, es dröhnt der dazugehörige O-Ton: US-Soldaten belauern vermeintliche irakische Kämpfer, Rotorflattern, schnarrender Militärfunk; in der Zieloptik tauchen die elf Albinoaffen auf, stellen die Szene aus Bagdad nach, die durch Wikileaks 2010 um die Welt ging. Sie sterben im (nur akustischen) MG-Feuer, zugleich als Projektion und dramatisch auf der Bühne. Starke Bilder, bewegend, aber gebrochen mit einem kräftigen Schuss reflektierender Ironie –mit einem Schuss dramaturgischer Uranmunition.

Der Beamer projiziert –zunächst verwirrend– einen Tierfilm. Es geht um eine Meeresschildkröte, Schwarzweiß-Bilder, Kommentar im Grzimek-Stil der 70er: Das Tier quält sich, so erfährt man, durch den heißen Sand einer Insel, die für Atomwaffentests missbraucht wurde. Es hat wie gewohnt seine Eier abgelegt, aber die radioaktive Verseuchung hat sein Orientierungsvermögen zerstört. Die Schildkröte findet nicht zurück zum rettenden Ozean, strebt irrtümlich der tödlichen Trockenheit des Inselinneren zu, über ihr kreisen kreischende Raubmöwen, warten schon auf seinen qualvollen Tod. Ein Bild für unsere langsamen, verwirrten und nur unzureichend gepanzerten Hirne? Orientierungslos in der sensorischen Wüste der militärisch verseuchten digitalen Medienwelt? Kein schönes, aber ein kraftvolles und treffendes Bild, mit dem das unbedingt sehenswerte Stück beginnt –auch wenn es am Ende die geweckten Erwartungen nicht ganz einlösen kann.

Assange-Erlebnisse statt Wikileaks-Enthüllungen

Im Zentrum des Stücks steht die Person Julian Assange. Seine Figur wird von Angela Richter sorgsam, fast liebevoll gezeichnet. Am Ende weist sie gleichwohl daraufhin, dass es ganz falsch sei, zu psychologisieren. In die Tiefe geht sie bei der Frage nach der angeblichen Vergewaltigung zweier Schwedinnen und beim Report ihrer langen Gespräche mit Assange in dessen Londoner Asyl. Sie beschreibt die Situation in der Botschaft Ecuadors, die Gefängnisatmosphäre, den Geruch, die Britischen Polizeitruppen, die das Asyl umzingeln. Ihre Gespräche vor den Fenstern hat Angela Richter aufgezeichnet, sie werden im O-Ton angespielt, ihre banalen Inhalte berichtet –ein Beispiel für die unergiebige Leaks.

Über die Enthüllungen von Wikileaks erfährt man so viel oder so wenig wie ein durchschnittlicher gutbürgerlicher Theaterbesucher nach Lektüre deutscher Feuilletons vielleicht noch erinnern kann: „Collateral Murder“, Bradley Manning und dass bei den US-Depeschen nur Klatsch herauskam. Letzteres ist falsch, aber es ist die Version der Geschichte, die unsere Mainstream-Medien in den Köpfen durchgesetzt haben. Die frühen Leaks (Somalia, Giftmüll in Afrika, Bankskandal J.Baer, Toll Collect in Deutschland usw.) fallen weg, nur die Finanzkorruption in Island wird kurz erwähnt, neue Leaks wie Stratfor- oder Syria-Files vermisst man ebenso.

Angela Richter holt ihr Publikum da ab, wo es medial steht –und was Wikileaks angeht, lässt sie es da auch stehen. Für die Person Julian Assange jedoch dürfte das Stück ganz neue Einsichten liefern. Es formuliert die künstlerische Verteidigung eines politisch Verfolgten, der unter zweifelhaften Anschuldigungen, wenn nicht unter perfider Verleumdung von der westlichen Justiz drangsaliert wird. Dies ist eine mutige Sichtweise auf Assange, die im üblichen Journalismus zum Tabu geworden ist: In einem Journalismus, der sich in heuchlerischer Einseitigkeit der Anklage politischer Verfolgung vorzugsweise in Moskau und Kiew zuwendet („Pussy Riot“, „Femen“).

 

Penis, Condome und Sperma im Bett von Schwedinnen

Breiten Raum nehmen umfassende und gut recherchierte Beschreibungen der beiden Schwedinnen ein, die Assange sexueller Verfehlungen beschuldigt haben –woraus die Medien ihr verleumderisches „Vergewaltigung!“-Geschrei machten. Die Ich-Erzählerinnen werden mit Klarnamen und biographischen Details eingeführt, ihre Rolle bei der Assange-Veranstaltung in Stockholm genau beschrieben. In den monologischen Schilderungen zweier erotischer Begegnungen, emotional zwischen schmachtender Liebe und gekränkter Wut vorgetragen, erfährt man viel darüber, wo und wann Condom und Penis des Beschuldigten sich jeweils angeblich befunden haben sollen.

Dazwischen polizeiliche Befragungen des Verdächtigen. Assange beschreibt den Sex, leugnet aber den Vorwurf, ein

Entlastung? Foto soll Assange und eine Schwedin zeigen, Tage nach der angeblichen sexuellen Straftat, wegen der sie ihn später anzeigte

Condom absichtlich zerrissen zu haben. Dieses Auswalzen der Sex-and-Crime-Thematik spiegelt und entlarvt das mediale Muster der Assange- und Wikileaks-Berichterstattung. Es befriedigt aber auch auf schlichte Art die dadurch geprägte voyeuristische Erwartungshaltung des Publikums. Letztlich werden die Anschuldigungen als höchstwahrscheinlich haltlos, auf jeden Fall überzogen und in ihren Konsequenzen unglaubhaft vorgeführt.

Assange darf sich monologisch beklagen, schwedische Frauen, trotz all seiner Bemühungen, „can‘t not get no satisfaction“. Gesangseinlage: „women become wicked, when a man is wanted“. Ironisiert wird am Ende auch die mediale und polizeiliche Jagd auf „Assange den Sexualstraftäter“ durch einen bei der US-Feministin entliehenen satirischen Brief an „Dear Interpol“, worin sich eine sexuell unbefriedigte bzw. belästigte Frau für Interpols neues Engagement für Frauenrechte bedankt und zur Verhaftung von 1,5 Millionen weiterer bad boys auffordert. Foto: Assange und eine Schwedin

Theater ist besser als Film

Konterkariert wird dieser Erzählstrang durch Dialoge von Angela Richter mit Assange bzw. dessen Monologe über Individuen, Politik und die Medien. Assange beklagt wortreich die Gleichschaltung der Menschen durch Massenmedien –wobei acht wie Schatten hinter ihm aufgereihte Affen seine Gestikulation nachmachen– und den besseren Ansatz von Wikileaks, wo jeder sich aus den geleakten Daten seine eigene Meldung heraus filtern könne.

Theater sei auch besser als Film, weil Filme von viel mehr Leuten gesehen würden, Theater aber von wenigen und jede Aufführung dabei noch ein Unikat sei. Medienkritisch ist auch eine kleine Szene, in der die Assange-Interviewerin Angela Richter ihrerseits von einem Journalisten Terry (vom Guardian?) interviewt wird, der sich hauptsächlich dafür interessiert, ob sie Sex mit Assange hatte. Ein kleiner Hinweis auf den Konflikt des ehemals mit Wikileaks verbündeten Guardian? So soll die Medienhype zwar kritisch reflektiert werden, aber letztlich kreist doch alles um Julian, wie in den Medien. Die Reflexion scheint im Ergebnis am Mythos Assange zu scheitern, wobei sie bei einigen Zuschauern auch die mediengemachten Ressentiments gegen Assange mobilisiert.

Auch die Netzkultur erweist sich als schwer darstellbar, die Laptops und Beamer-Bilder überzeugen nicht wirklich. Auch Anonymous taucht nur andeutungsweise auf dem Schirm von >Assassinate Assange< auf: Projizierte Satzschnipsel „we will not forget“, „expect us“. Doch alles bleibt sehr resigniert und pessimistisch –übrigens ganz im Gegensatz zur Stimmung auf dem Netzkultur-Kongress in der Kampnagelfabrik, in dessen Rahmen gespielt wurde. Dort wurden Websites und Blogger im Dienste politischer Proteste gezeigt und organisiert –zur Abwehr der Angriffe von Finanzmächten auf die Völker und ihre Sozialsysteme, von Athen bis Tunis.

Vielleicht sind die neuen „Netizen“ des Internet doch nicht so orientierungslos, wie die strahlenkranke Meeresschildkröte aus der Eingangssequenz des Theaterstückes. Und viele Menschen entwickeln heute neue Hoffnungen und Utopien: Wenn sich 10.000 Schildkröten genau zum richtigen Zeitpunkt in das Ruder eines Atom-U-Bootes verbeißen –vielleicht können sie es auf einen Eisberg laufen lassen.   Nora Drenalin cc-by-3.0

Nachtrag: Inzwischen wurde das Stück (in variierter Version) in Wien aufgeführt. Angebliche „Feministinnen“ hatte die Medienhetze besinnungslos übernommen und „Vergewaltiger“ an die Theatertür gesprayt, der notorische Wiener Standard brachte eine maue WischiWaschi-Theaterkritik, na,  immerhin kein völliger Verriss. N.A.

Angela Richter, (Director, herself) Melanie Kretschman, (Anna Ardin, Julian Assange) and Iris Minich (Sophia Wilen) discuss their roles in the controversial play about hacktivism and Wikileaks, which includes a 6 minute sequence about the events which took place in Sweden taken from the police interrogations of all three individuals. The three women discuss their personal views on rape culture and feminism, as well as the choices they made in how that was implemented in the theater play. Unedited, raw video. The interview was shot in the cafe at Brut in Vienna, where ‚Assansinate Assange‘ played between October 20-23, 2012.ASSASSINATE ASSANGE is based on Angela Richter’s research on the subject of hacktivism as well as on meetings and interviews she carried out with Julian Assange in 2011 and 2012. Below is the full length video of the play in its first version as performed in Hamburg on the 29th of September. There will soon be a copy of the play as it was performed in Vienna online: http://artificialeyes.tv/node/994

Tiounine Kommersant (Moskwa)