ZDF lobt Alt-Nazi zum Ukraine-Helden um?

Daniela Lobmueh BanderaBriefmarke

Lwow, Westukraine. Das ZDF meint, Stepan Bandera habe zwar mit den Nazis paktiert, ABER gegen die Sowjets mit dem Ziel der FREIHEIT für sein Volk. Und wer könnte Bandera das krumm nehmen? Für die FREIHEIT! Gegen die (wie ZDF-Zuschauer täglich neu erfahren: teuflischen) Sowjets! Wen interessieren da noch groß Banderas Massenmorde? Ein alter Kämpe der Bandera-Truppe durfte jetzt gegen die Sowjets vors ZDF-Mikrofon, als Freiheitsheld.

Den ZDF-Intendanten Bellut interessiert Banderas Blutrausch gegen Juden, Polen, Russen usw. wohl scheinbar nicht. Aber nun der Schock: Dafür kassiert er jetzt schon wieder eine Beschwerde! Etwas mehr Mühe sollten sich die Lobhudler vom ZDF schon machen. Jetzt wurden sie schon wieder bei Tendenzlügen mit Rechtsdrall erwischt und Intendant Bellut bekommt schon wieder eine Programmbeschwerde. Dabei hat Bellut doch bloß getan, was ein ZDF-Intendant nunmal tun muss. Also senden lassen wie ein braver Bello es täte, also Wuff-Wuff-Bellizist der herrschenden Westeliten (Nato, Bilderberger, Deutsche Bank, Goldman Sachs) und weiß gar nicht was seine Zuschauer sich neuerdings immer so haben?

ZDF-Frontmann Armin Coerper war für das Heute-Journal am Vorabend der Parlamentswahlen in der westukrainischen Stadt Lwow unterwegs. Dimitri Jarosch, der Chef der nationalsozialistischen Kampftruppe „Rechter Sektor“ darf kurz richtigstellen, dass er sich als ukrainischer Nationalist versteht und keinesfalls als Faschist oder Nazi bezeichnet werden möchte. Armin Coerper erwähnt immerhin, dass einige Anhänger des „Rechten Sektor“  ihren Chef „schon mal mit Hitlergruß“ begrüßen (wir setzen mal voraus, dass das vom ZDF nicht lobend gemeint war, auch wenn viel Kritik daran nicht zu vernehmen ist).

Hintergrund: Entsprechend ihrer bisherigen tendenziös einseitigen Berichterstattung (vom SvobodaProtestersARD-Programmbeirat bekanntlich offiziell, aber folgenlos gerügt) erklärten ARD & Co. die rechtsextremistische Gefahr in der Ukraine durch das Wahlergebnis für beendet. Mit Oleg Ljaschkos Radikaler Partei ist aber mindestens eine offen faschistische Partei immer noch in Fraktionsstärke in der zukünftigen Rada vertreten. Dazu kommen faschistische Kräfte, die angesichts des zu erwartenden Wahldebakels rechtzeitig in etablierteren Parteien Unterschlupf suchten –bei Obamas Zögling Jazenjuk. Ein Erdrutschsieg von Petro Poroschenko konnte so von Jazenjuks Rechtsbündnis verhindert werden, da Jazenjuk viele Stimmen aus dem faschistischen, nationalistischen und militanten Lager in ihr neoliberal-rechtspopulistisches Lager zog.

Programmbeschwerde: Sehr geehrter Herr Dr. Bellut
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Putin-Darstellung, dt. TV: Slawisches Monster greift nach arischer Blondine

Die „Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien“ erhebt dagegen jetzt formal Programmbeschwerde gegen den Beitrag Lemberg kämpft für mehr Europa innerhalb der Sendung Heute-Journal vom 21.10.2014 (hat das ZDF die peinliche Sendung nachträglich gelöscht?). Die Beschwerde führt an:

1. der 90- jährige Ivan Mamschtur, welcher lediglich als ehemaliger KGB-Häftling vorgestellt wird, als Fürsprecher eines von Europa zu unterstützenden Kampfes der Freiheit der Ukraine (gegen Russland) dargestellt. Verschwiegen wurde dem Zuschauer, dass es sich bei Ivan Mamtschur um einen Veteranen der Waffen-SS Galizien und der faschistischen OUN handelt.
2. im Zuge einer kritiklosen Übernahme des westukrainisch-nationalistischen Narrativs Stephan Banderas Kollabaroration mit den Nazis als Kampf für die Freiheit des ukrainischen Volkes verherrlicht.
Zu den Beschwerdepunkten im Einzelnen:
Nachdem Herr Coerper – und dies sei der Fairness halber erwähnt – nicht verschweigt, dass Dimitri Jarosch auch „schon mal gern von seinen Anhängern mit Hitlergruß begrüßt wird“, zeigt das ZDF nach einem kurzen historischen Überblick über die Stadt Lwiw (Lemberg) eines der vielen Lemberger Denkmäler zu Ehren Stephan Banderas.
Ab Minute 18:03 trifft Armin Coerper folgende Feststellung: “ Er (Stephan Bandera) hat mit den Nazis paktiert gegen die Sowjets mit dem Ziel der Freiheit für sein Volk“.
Dieser vom ZDF-Korrespondenten Coerper unkritisch übernommene westukrainisch-nationalistische Mythos, wonach Stephan Bandera lediglich zum Zwecke der „Freiheit für sein Volk“ mit den Nazis zusammengearbeitet hätte, unterschlägt zugunsten der Täterperspektive unstrittige historische Fakten und missachtet nicht nur, aber auch die ukrainischen Opfer Banderas, dessen Bewegung „stark am Holocaust beteiligt war“. (Anders Rudling, Lund University)
(…) Hier  erklärt Ivan Mamschtur sich anlässlich des 66. Jahrestages der Gründung der SS-Division Galizien 2009 selbst zum Helden (Ukraine-Nachrichten).

Bandera: ZDF-Freiheitsheld oder Nazi?

Stephan Banderas Denkmal stellte das Heute-Journal also mit den Worten vor: „Er hat mit den Nazis BanderaUkrainepaktiert gegen die Sowjets mit dem Ziel der Freiheit für sein Volk.“ ZDF-Freiheitshelden oder Nazis? Im Jahre 1934 wurde Stepan Bandera in Polen wegen der Beteiligung an der Ermordung des polnischen Innenministers Bronislaw Pieracki zum Tode verurteilt (Polen hatte Teile der Ukraine besetzt gehalten). Banderas Todesstrafe wurde jedoch in lebenslange Haft umgewandelt und im September 1939 kam Bandera wieder frei -nach der Eroberung Polens durch Hitler und Stalin. Im von Deutschland besetzten Krakau arbeitete Bandera für den Geheimdienst von Hitlers Wehrmacht. Die Nazis hofften, Bandera würde den Ukrainischen Widerstand (OUN) für den geplanten Angriff auf die Sowjetunion auf die Seite der Nazis ziehen. Bandera und der OUN “werden von zahlreichen internationalen Historikern vorgeworfen” (so die tendenziösen Formulierungen von Wikipedia, die hier aber immerhin halbwegs bei der Wahrheit bleiben), am 30. Juni 1941 und noch vor Einmarsch der regulären deutschen Truppen ein Massaker in der Stadt Lemberg angerichtet zu haben: Hierbei seien rund 7000 Menschen, überwiegend Kommunisten und Juden, ermordet worden. Der von Bandera ausgerufene unabhängige ukrainische Staat widersprach jedoch den Plänen der Nazis, weshalb sie Bandera im Juli 1941 im KZ Sachsenhausen inhaftierten, wo auch der austro-faschistische Ex-Kanzler Kurt Schuschnigg saß. Im September 1944 wurde er von den Nazis jedoch entlassen, die den Führer der UPA (bewaffneter Arm der OUN) nun gegen die vorrückende Rote Armee einsetzen wollten. Banderas UPA kämpfte dann auch tatsächlich, mit deutschen Waffen versorgt, zeitweise gegen die Sowjetarmee, wechselte aber die Seite und attackierte die Nazi-Wehrmacht als diese von Stalins Truppen zurückgedrängt wurde. 1946 flüchtete Bandera nach München, wo er 1959 vom KGB als flüchtiger Massenmörder und Kriegsverbrecher getötet wurde.

So klingt in etwa die deutsche Wikipedia (Abruf 27.4.2014), die wahrlich nicht für ihre progressive Weltanschauung bekannt ist und wo man unter dem Deckmantel angeblicher „Neutralität“ oft alles weglöscht, was dem Westen, seinen Machteliten und deren Verbündeten unlieb sein könnte. Bei Bandera nennt Wikipedia z.B. die faschistische OUN lapidar „Organisation Ukrainischer Nationalisten“. Historiker wissen mehr dazu:

„Der bedeutendste westliche Historiker, der sich mit dem ukrainischen Nationalismus beschäftigt hat, ist zu der Einschätzung gelangt, daß ‚die Theorie und die Lehren der Nationalisten dem Faschismus sehr nahestanden und in mancher Hinsicht –wie dem Beharren auf >Rasse-Reinheit<- über die ursprünglichen faschistischen Doktrinen noch hinausgingen.“ So zitiert Stanley Payne in seiner „Geschichte des Faschismus“ (Berlin 2001/London 1995) auf S.526 den Historiker J.A.Armstrong. Doch noch viel weiter ging der ZDF-nahe Sender 3sat beim Abwiegeln von Banderas faschistischen Wurzeln.

ZDF-Held Mamtschur war SS-Mann?

Auch laut Telepolis feierte Ivan Mamtschur den 66. Jahrestag der Gründung der SS-Division Galizien. Ab Juli 1943 bestand diese Division aus 14.000 Freiwilligen, überwiegend Mitglieder der „Organisation Ukrainischer Nationalisten“ (OUN). Die Kameraden von Ivan Mamtschur wurden zur „Partisanenbekämpfung“ im Vernichtungskrieg gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. Dort zeichneten sie sich vor allem durch Grausamkeiten gegenüber der polnischen und jüdischen Bevölkerung aus. Unter anderem massakrierten sie die Bewohner von Huta-Pieniacka, Podkamień und Palikrowy.

„Hitler kaputt, Faschismus tot“? Nicht in der Ukraine. Die Überlebenden der Waffen-SS Galizien wurdenNATO_ukraine in Italien interniert. Die westlichen Geheimdienste, allen voran die Organisation Gehlen und die CIA rekrutierten alle ukrainischen Kriegsverbrecher, die sie finden konnten, und setzten sie zum Partisanenkampf gegen die Sowjetunion ein. Die „Ukrainischen Aufstandsarmee“ (UPA) begann ab 1945 einen blutigen Bürgerkrieg in der Westukraine. Bis 1951 ermordeten diese Freiheitskämpfer etwa 35.000 Menschen, schätzt die CIA laut Frank Wisner, Chef des CIA-Directorate of Plans. Sie unterstützte, wie auch der britische SIS, den Freiheitskampf der ukrainischen SS-Schlächter. Erst ab 1957, als die Sowjetunion vor der UNO formell protestierte und die meisten Kameraden von Ivan Mamtschur in eben diesem KGB-Gefängnis saßen, das Armin Coerper dem deutschen Publikum skandalisierend vorzeigt, war der Krieg vorbei, so Telepolis. Waren die Sowjets also böse -weil sie faschistische terroristen einsperrten, die ihnen die CIA auf den Hals gehetzt hatte? Für ZDF-Zuschauer keine Frage, wenn sie ihrem Sender in seiner Tendenzberichterstattung auf den Leim gehen.

Auch Dokusender Phoenix gleichgeschaltet

Phoenix blieb in seiner das Krim-Referendum journalistisch begleitenden JD500088.JPGSchwerpunkt bei der Böll-Version, die Kiewer Maidan-Faschisten seien nur russische Propaganda und war voll der Empörung, dass die pro-russische Seite diese Faschisten für ihren Wahlkampf nutzte. Zum Referendum selbst behauptete die Moderatorin, es enthalte gar keine Wahlmöglichkeit, sondern nur die Alternativen: Anschluss an Russland sofort oder später. Dabei war die Alternative ein Verbleib bei der Ukraine bei mehr Autonomie. In zahlreichen Vor-Ort-Interviews fand Phoenix auf der Krim kaum Befürworter der Russen, aber immer wieder eine Olga oder einen Stepan, die Angst vor Putin hatten oder die Russen generell nicht mochten und den Niedergang ihrer Firma befürchteten.

Dabei brachte der sonst besinnlich-dröge Dokusender seinen aufgeregten JD500101.JPGKrim-Krisen-Schwerpunkt vor dem Hintergrund von dämonisierenden Putin-Bildern. So etwa ein Bild, das den GUS-Präsidenten mit gierig ausgestreckter Klaue zeigt, wie er nach der hübschen Phoenix-Blondine zu grapschen scheint. Ein anderes Bild zeigte Putin mit geballter Faust und derart verzerrtem Gesicht, als hätte ein Phoenix-Praktikant mit Photoshop nachgeholfen, um es zu einer teuflischen Fratze zu deformieren.

JD500092.JPGDazu plapperte die Phoenix-Blondine von russischen Schlägern auf der Krim und der Sender zeigte Putin neben einem üblen Burschen mit Keule und hasserfülltem Blick (rechts mit schwarzer Mütze). Dieses Bild kannten wir allerdings schon, aber als das eines Schlägers des „Rechten Sektors“, der Bruderpartei von Svoboda, die brutal gegen Janukowitsch-Anhänger vorging –und gegen Kommunisten, Russen und Juden.Von möglichen JSOC-Operationen war nicht die Rede, aber es ist merkwürdig still geworden um die zunächst lauthals skandalisierten Todesschüsse auf dem Maidan und die Suche nach den Mördern…

Inzwischen sind die Swoboda-Faschisten ins neue von Westmedien mit Aufmerksamkeit geadelte Parlament eingezogen -über die Nationalistenpartei von Obama-Liebling Jazenjuk… Siehe dazu auch

ARD-Lügen zum Ukraine-Wahlspektakel: Faschisten im Parlament

 

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Motive für Obamas Ukraine-Putsch: Snowden, Huntington, Mackinder

Gilbert Perry und Gerd R. Rueger heartland21

Vor genau einem Jahr bekam Edward Snowden in Moskau Asyl. Am 01.08.2014 muss Russland seine Aufenthaltsberechtigung verlängern. Könnte der Ukrainekrieg und der Absturz von MH-17 damit zu tun haben? London und Washington liefen 2013 Amok, um Snowden zu bekommen. Als dieser in Russland Asyl erhielt, war Obama gescheitert. Aber in der Ukraine kriselte es und mit den Beziehungen des Westens zu Russland ging es bald rapide bergab. Obamas Rache für Snowden?

London und Washington liefen 2013 auf diplomatischem Parkett geradezu Amok, um den Whistleblower Edward Snowden in die Enge zu treiben. Die US-Regierung wirft ihm Spionage vor. Sie bedrängten ihre Verbündeten, drohten sogar China und setzten dabei gerade begonnene Beziehungen auf’s Spiel. Snowden in Hong Kong enthüllte NSA-Spionage gegen Peking, doch dieser Schachzug reichte nicht aus, um im Reich der Mitte sicher zu sein. Zu immens war der Druck aus Washington, des „Verräters“ (der unvorstellbaren US-Verbrechen gegen das Menschenrecht auf Privatheit) habhaft zu werden. Man wollte ihn wie den Whistleblower Manning in einem politischen Schauprozess vor Gericht stellen, womöglich auch foltern, sicherlich lebenslang einsperren. US-Reaktionäre brüllten aus Leibeskräften in jedes Mikrofon: „Snowden ist ein chinesischer Spion!“

Regelmäßig zeigt sich Edward Snowden in den US-Medien und wird von vielen gefeiert. Glaubt man aber Umfragen, dann ist Snowden für den Großteil der Amerikaner nur ein Verräter. Das ist auch die Haltung von US-Präsident Obama. John Kerry, der Außenminister, höhnte vor einigen Tagen, wenn Snowden ein Patriot wäre, dann würde er sich stellen. Doch der frühere NSA-Angestellte sei ein Feigling, der sein Land verraten habe, so berichtet die FR.

Erst vor einigen Tagen war Snowden auf der Hacker-Konferenz „HopeX“ in New York per Videofeed aus Moskau zugeschaltet und erlebte, wie sich der legendäre Daniel Ellsberg sich für ihn einsetzte. Der heute 83 Jahre alte US-Whistleblower hatte am eigenen Leib erfahren, wie brutal die US-Regierung auf  unliebsame Enthüllungen reagieren kann. Ellsberg hatte in den frühen 70er Jahren die „Pentagon-Papiere“ veröffentlicht, wodurch die US-Amerikaner endlich erfuhren, dass ihre Regierung sie über den Vietnam-Krieg von vorne bis hinten belogen hatte. Heute glaubt die Mehrheit von ihnen wieder die Lügen aus Washington, dank perfider Propaganda und einer Gleichschaltung auch der damals noch kritischen Presse. Die Post (Washington Post), die Watergate aufdeckte, ist nur noch besseres Sprachrohr der Machteliten, die Times (New York Times), die die Pentagon-Papiere brachte, ist heute sehr klein gemacht und fragt vor Kritik erst im Weißen Haus nach, ob sie das publizieren dürfte. Snowden hatte sich darum an einen Blogger-Journalisten gewendet, um seinen NSA-Leak im britischen Guardian zu veröffentlichen: Glenn Greenwald, der heute auf The Intercept bloggt.

Snowden in Moskau –Obama infiltriert Kiew

Die USA wollten Snowden, wie vor ihm schon Julian Assange, unbedingt in ihre Finger bekommen. Als Snowden trotz aller Drohgebärden, Intrigen und Übergriffe in Russland Asyl erhielt, war Obamas Feldzug gegen die Wahrheit vorerst gescheitert. Aber in der Ukraine ging es dann bald hoch her und mit den Beziehungen des Westens zu Russland rapide bergab. Die Ukraine gilt seit eh und je als Moskaus weiche Flanke. Schon die US-getriebene „Orangene Revolution“ machte sich dies zunutze.

Könnte auch der CIA-Feldzug in der Ukraine, der gerade jetzt, im Vorfeld dieser Entscheidung, mit dem Absturz von MH-17 radikalisiert wird, etwas damit zu tun haben? Dabei hatte man schon Putin im G7-Club der Westeliten einen Platz eingeräumt, die damit zur G8 wurden, die USA hofften auf eine Allianz gegen China. Ein deutscher Ex-Kanzler und andere hatten schöne Pipelines in die GUS gebaut, um Gas nach Europa zu leiten –vielleicht weckte schon das den Neid der USA? Jedenfalls wollte Obama auf Wirtschaftsinteressen von Berlin oder Paris keine Rücksicht nehmen.

Warum auch? Washington hatte sich nicht einmal gescheut, internationales Recht zu brechen und von willigen VasallenOAS Logo in Europa (Frankreich, Italien, Spanien) die Präsidentenmaschine von Evo Morales in Wien zur Landung zu zwingen, ein weltgeschichtlich einmaliges kriminelles Vorgehen. Dort wurde das Diplomatengepäck des gedemütigten Lateinamerikaners durchschnüffelt, denn Obama war in Panik, Snowden könnte nach Ecuador, Venezuela oder (Gott bewahre) Kuba entkommen. Doch Snowden hatte Obamas Zug vorhergesehen und war in Moskau geblieben. Die USA ignorierten den internationalen Sturm der Entrüstung, der vor allem ganz Lateinamerika erfasste, das sich durch die OAS mit Boliviens Präsidenten solidarisierte.

Sippenhaft: London jagt Snowden mit Nazi-Methoden

London setzte später noch eins drauf und brach seine eigenen Bürgerrechte, als es David Miranda, den brasilianischen Ehepartner von Snowdens Mit-Enthüller Glenn Greenwald, widerrechtlich festnahm. Miranda wurde bei einer Zwischenlandung in London inhaftiert, neun Stunden lang verhört, bedroht und genötigt die Snowden-Dateien herauszugeben (bzw. das Passwort dazu). Obamas Komplize Cameron scheute nicht die folgende Anklage seiner Regierung durch Greenwald und Miranda, die von den Kronanwälten Ihrer Majestät jedoch in einem politischen Prozess abgeschmettert wurde: Bürgerrechte? Wir sind ein Königreich und keine (my god!) Republik, am Ende wollen diese abtrünnigen Kolonien hier noch eine Verfassung einführen!

Doch sogar mit ihrer durch prädemokratische „Defence-Advisory-Notices“ geknebelten Presse [1], die zum Großteil die (vom dafür schikanierten Guardian abgesehen) die NSA-Affäre weitgehend totschwieg, konnte das Thema nicht völlig unter den Teppich gekehrt werden. Zu hoch waren die Wellen der internationalen Empörung, zumal in Deutschland. Dort war von einer kritischen Öffentlichkeit schon der Wikileaks-Skandal ganz anders aufgenommen worden. Nun schaffte es die Machtelite gerade eben, das Thema NSA bis über den Bundestagswahlkampf abzuwiegeln. Dann brach es sich Bahn in den nach Skandal gierenden Mainstreammedien, als Auslöser musste läppischerweise Merkels Handy herhalten.

Obamas JSOC unterwandert Kiew

SvobodaProtesters

Svoboda-Faschisten mit gelber Armbinde

Nun wollten die NSA- und GCHQ-Machteliten Snowden in seinem russischen Asyl mit kriegerischen Mitteln ausräuchern, sich an Putin rächen und –ohnehin lang gehegter Plan– sich die Ukraine unter den Nagel reißen. Man setzte seine faschistischen Hilfstruppen in Marsch, wie man gerüchteweise hört, von polnischen Polizeioffizieren an Waffen ausgebildet. Der zwar korrupte, aber dummerweise russlandfreundliche Janukowitsch sollte durch eine West-Marionette ersetzt werden.

Obama schickte spätestens seit Snowden Asyl in Moskau fand seine geheimen JSOC-Killer-Kommandos in die Ukraine. US-Kritiker Jeremy Scahill beschreibt JSOC (Joint Special Operations Command) in seinem neuen Buch „Die schmutzigen Kriege der USA“ ausführlich [2]. Ihr Auftrag war natürlich geheim. Aber die JSOC-Kernkompetenz ist dank Scahill jetzt bekannt: Leute aus dem Hinterhalt erschießen und die Morde anderen anhängen bzw. lokale Killer dafür ausbilden. Wer erschoss wirklich die Demonstranten und Polizisten in Kiew?

Für die Westmedienmeute war das keine Frage: Putin und Janukowitsch sind schuld. Ähnlich verfahren sie jetzt im Fall des abgeschossenen oder mittels einer Bombe zerstörten Flugzeugs MH-17. Auch diese 300 Toten werden zur Propagandawaffe gegen Putin gemacht –eine effektive Klärung des Absturzes verhindert derzeit der West-Vasall Poroschenko.

Obama, Huntington, Mackinder

Im ideologischen Hintergrund von Obamas Strategie lauern noch Samuel P. Huntingtons Neorassismus und Halford J. Mackinders Geopolitik der angelsächsischen Weltherrschaft, beides heimliche Agendasetter auch der aktuellen US-Politik unter Obama. Die Ukraine ist möglicherweise gerade unter Obama zum Spielball der Kulturkampf-Ideologie der Rechtspopulisten in Washington um ihren Ideologen Huntington und die Rüstungs-, Öl- und Energiemafia geworden.

Nach Huntigtons Ethno- oder Neorassistischen Clash-of-Civilizations-Lehre geht die Grenze zwischen „westlicher“ und „orthodoxer“ Welt genau mitten durch die Ukraine. Kein Wunder: die von Obamas CIA-Infiltrationstruppen aufgehetzten Rechtsextremen von Svoboda-Partei und Rechtem Sektor folgen ähnlichen rassistischen Ideen. Die mit der deutschen NPD paktierenden Svoboda-Faschisten sehen die Russen nicht als Slawisches Volk, sondern als „Tartaro-Mongolen“.

Solche Feinheiten kennt Huntington zwar nicht, der mit us-amerikanischem Hang zur Simplifikation seine ethnorassistischen Kulturkampf-Grenzen einfach entlang dominierender Religionszugehörigkeit zieht: Polen und Westukrainer zählen damit als Katholiken zum Westen, Russen und Ostukrainer mit ihren orthodoxen Kirchen zum slawischen Ostblock.

Brzezinski -zwischen Mackinder und Huntigton

Geopolitik war immer Hauptanliegen des als Russenhasser bekannten Alt-Strategen Brzezinski. Bei seinen Strategie orientierte er sich stets implizit an Konzepten des englischen Geopolitikers Halford J. Mackinder (1861-1947). Mackinder spricht von einer globalen Zentralregion (dem Heartland) in der Mitte der eurasischen Landmasse und bezeichnet dieses Gebiet als geographischen Angelpunkt der Geschichte.

Die geopolitische Bedeutung dieser Region beruht auf ihrer geographischen Lage: Zentralasien und Sibirien sind für Mackinder uneinnehmbare Festungen, für Seemächte unerreichbar –so sieht es sein angelsächsischer Blick. Seit bald einem halben Jahrtausend ist das strategische Zentrum der Weltinsel russisch, das Zentrum einer gigantischen Landmasse, welche annähernd 60% der globalen Wirtschaftsleistung, 75% der Weltbevölkerung und 75% der bekannten Energievorkommen beherbergt. Hier wird die Frage nach einer langfristigen globalen Dominanz entschieden, glauben die machtelitären Stammtisch-Strategen mit ihrer großtuerisch als „Geopolitik“ angepriesenen Ideologie (dahinter: oft nur Wirtschaftsinteressen.)

Brzezinskis ideologischer Purzelbaum 2012

2012 vollführte Brzezinski eine politische Pirouette und proklamierte plötzlich die Annäherung an Putins Russland, nur um ein gutes Jahr später zu seiner vorherigen Russenhasserei zurückzukehren –ein Täuschungsmanöver? Oder eine Reaktion auf die für angelsächsische Weltpläne verheerende NSA-Affäre und Snowdens Asyl in Moskau? Noch 2008 hatte Brzezinski Putin mit Hitler verglichen, sehr zur Freude deutscher Reaktionäre [3].

Brzezinski sprach sich damals während der Georgienkrise für eine dauerhafte Isolierung Russlands aus, ganz i.S. einer an Mackinder orientierten Strategie der Umklammerung des russischen Heartland von der Südflanke her. Das Ausspielen von Islam und China gegen Putin sollte die GUS von zentralasiatischen Ressourcen abschneiden und diese in die Gewalt des US-Unilateralismus bringen.

In Brzezinskis „The Grant Chessboard“ (1998) ging es um die Kontrolle über Zentralasien. Er phantasierte dort von einer „neuen Seidenstraße“, geschaffen durch eine ostwärts expandierende EU und eine Nato, die sich Georgien und die Ukraine einverleiben sollte. Ähnlichkeiten mit dem Programm der CIA-gesteuerten „Europäischen Arbeiterpartei“ (die in Westdeutschland Interessen des US-Kapitals vertrat) waren wohl nicht zufällig.

Bis hin nach China, dem potentiellen Verbündeten gegen das dann fest umklammerte russische Heartland, sollte die anti-russische Zone sich erstrecken. Ein Gürtel aus Handelsrouten, Pipelines, pro-westlichen Staaten und US-Militärbasen würde diese „Seidenstraße“ zum Rückgrat einer neuen Weltordnung unter Führung Washingtons machen. Unbedingt nötig dafür: Einen Keil zwischen Russland und Deutschland treiben.

Brzezinski und Huntingtons Ethnorassismus

Brzezinskis wirre Weltherrschafts-Phantasien basieren auf einem unterschwelligem Rassismus. Schon als er in den 60er Jahren zusammen mit seinem Kumpel Samuel P. Huntington das Verhältnis von USA und Sowjetunion analysierte, mischten sich ethnorassistische Ressentiments mit elitärem Dünkel:

„Die Tatsache, daß die sowjetische Elite von Arbeitern und Bauern abstammt, hat ihrem Verhalten und ihren moralischen Normen den Stempel aufgedrückt. Sie kommt in der Direktheit, Derbheit und gelegentlich sogar Brutalität des offiziellen Sprachgebrauchs im Innern wie gegenüber solchen Ausländern zum Ausdruck, die die sowjetischen Führer mit Feindseligkeit betrachten.“ [4]

Das soziopolitische US-Modell einer Herrschaft der „oberen Mittelschicht“ findet seine fanatischen Ideologen im Duo Brzezinski/Huntington [5]. Sie scheuen sich dabei nicht, auf soziologische Analysen von C.Wright Mills zurückzugreifen, die dieser allerdings als Beleg für soziale Verkrustung und mangelhafte Gerechtigkeit der US-Gesellschaft gedacht hatte [6]. Die Kalten Krieger machen daraus das slawische Barbarentum, dem die stilvolle Diktatur der angelsächsischen Gentlemen gegenübersteht.

Huntington sollte diese angelsächsische Selbstbeweihräucherung später zu seiner „Kampf der Kulturen“-Ideologie weiterentwickeln, die Washington als ethnorassistische Rechtfertigung seiner unipolaren Weltmachtpolitik dienen durfte: Von Dick Cheney’s Weltherrschaftsplan „Defense Planning Guide“ (1992) [7] bis zum berüchtigten PNAC, dem „Project New American Century“, das auf mysteriöse Weise die 9/11-Anschläge „vorausahnte“. Der schon damals gigantische NSA-CIA-FBI-Komplex der USA stand vor dem 9.11.2001 unter Druck, man hatte ihm die Mittel gekürzt weil der Kalte Krieg vorbei war. Durch unwahrscheinliche Zufälle und undurchsichtige Pannen konnten die US-Geheimen die Anschläge bekanntlich nicht verhindern. Zur Belohnung bekamen sie danach einen überirdischen Geldregen aus Steuermitteln und konnten expandieren bis zu jenem Ausmaß, das erst durch die Snowden-Leaks ans Licht kam.

Obamas NSA-Debakel und seine Rachepläne

Edelste Waffe der Angelsachsen ist seit jeher der Geheimdienst. Andere auszuspionieren, zu täuschen und belügen istBlackwater2007 tief verwurzelter Teil ihrer Politik und Kultur: Vom elisabethanischen Chefspion Lord Walsingham, über den vergötterten Super-Killer James Bond 007 [8] bis zur Sitte der „Überraschungsparty“, wo schon Kinder spielerisch in Täuschung, Lüge und Spionage trainiert werden und lernen, dass dies alles guten Zwecken dient. Die Kinder der ausspionierten und belogenen Nationen nicht-angelsächsischer Herkunft bekommen leider keine Geschenke, sondern Bomben auf den Kopf.

Die globale Überraschungsparty, welche die NSA vor Snowden vorbereiten wollte, ist jetzt wohl erstmal geplatzt. Dafür hassen US-Machteliten den Whistleblower und jeden, der ihm hilft. Vor allem Putin, aber auch die nach Freiheit strebenden Lateinamerikaner. Überall spielen sie ihre Macht aus, im Geheimen wird spioniert und sabotiert, in der Finanzwelt neue Teufeleien ausgeheckt und politisch setzt man Medien und Vasallenstaaten des Westblocks in Marsch, Privatarmeen und Söldnertruppen vom Schlage Blackwater inklusive. Wie weit wird Obama gehen? Wie weit werden Merkel, Hollande & Co. mitgehen?

Kriegstreiber in den USA brüllten sogar schon nach dem Atomkrieg gegen Russland: Die beinahe US-Vize-Präsidentin Sarah Palin, Ex-Schönheitskönigin von Alaska und rechtsradikale Tea-Party-Republikanerin, hat im Ukraine-Konflikt Präsident Obama zum Atomkrieg geraten: “Stop Putin with nukes!“

Fußnoten:

[1] Harding, Luke: Edward Snowden. Geschichte einer Weltaffäre, London/Berlin 2014, S.148, 257f.

[2] Scahill, Jeremy: Die schmutzigen Kriege der USA, München 2013, S.440.

[3] Brzezinski, Zbigniew: Russlands Vorgehen ähnelt dem von Hitler, Welt Online 11.8.2008, http://www.welt.de/politik/article2296378/Russlands-Vorgehen-aehnelt-dem-von-Hitler.html

[4] Brzezinski, Z. u. Samuel P. Huntington: Politische Macht: USA/UdSSR. Ein Vergleich, Köln/Berlin 1966, S.158f.

[5] Brzezinski/Huntington ebd. S.155.

[6] Mills, C. Wright: The Power Elite, New York 1956, S.400 ff.

[7] Bauer, Rudolph: Wir befinden uns mitten im Krieg, Bremer Friedensforum, Broschüre, Bremen 2014, S.15.

[8] Harding, Luke: Edward Snowden. Geschichte einer Weltaffäre, London/Berlin 2014, S.258

 

 

 

3sat-Kulturzeit salbt Kriegsverbrecher Bandera zum Nationalhelden

BanderaUkraine

Svoboda-Anhänger mit Bandera-Plakat

Daniela Lobmueh und Gilbert Perry

Auf eine ausgewogene Berichterstattung hofften Zuschauer von 3sat auch gestern vergeblich. In der Ausgabe des 3sat-Magazin Kulturzeit wurde ihnen eine ungeheuerliche Geschichtsklitterung vorgesetzt: Der ukrainische Kriegsverbrecher Stepan Bandera wurde zwar als schillernde Figur, aber trotzdem als Nationalheld präsentiert. Die 3sat-Darstellung schloss sich damit in Kommentar und Bild der Meinung der neofaschistischen Svoboda-Partei an. Westliche Interessen wurden wieder einmal nicht erwähnt.

Eingebettet war diese Reinwaschung eines erwiesenen Nazi-Kollaborateurs in eine Reportage über die ukrainische Schriftstellerin und entschiedene Putin-Gegnerin Oksana Sabuschko in Kiew. In der deutschen Wikipedia wird Bandera weit ungünstiger dargestellt, als im gestrigen 3sat-Bericht, in dem sich 3sat-Reporter Tim Ewers weitgehend dem Bandera-Bild der neofaschistischen Svoboda-Partei anschloss. Schon zum zweiten Mal in wenigen Tagen zeigt sich 3sat-Kulturzeit betont unreflektiert beim Nachplappern von Propaganda.

Im Jahre 1934 wurde Stepan Bandera in Polen wegen der Beteiligung an der Ermordung des polnischen Innenministers Bronislaw Pieracki zum Tode verurteilt (Polen hatte Teile der Ukraine besetzt gehalten). Banderas Todesstrafe wurde jedoch in lebenslange Haft umgewandelt und im September 1939 kam Bandera wieder frei -nach der Eroberung Polens durch Hitler und Stalin. Im von Deutschland besetzten Krakau arbeitete Bandera für den Geheimdienst von Hitlers Wehrmacht. Die Nazis hofften, Bandera würde den Ukrainischen Widerstand (OUN) für den geplanten Angriff auf die Sowjetunion auf die Seite der Nazis ziehen. Bandera und der OUN „werden von zahlreichen internationalen Historikern vorgeworfen“ (so die tendenziösen Formulierungen von Wikipedia, die hier aber immerhin halbwegs bei der Wahrheit bleiben), am 30. Juni 1941 und noch vor Einmarsch der regulären deutschen Truppen ein Massaker in der Stadt Lemberg angerichtet zu haben: Hierbei seien rund 7000 Menschen, überwiegend Kommunisten und Juden, ermordet worden. Der von Bandera ausgerufene unabhängige ukrainische Staat widersprach jedoch den Plänen der Nazis, weshalb sie Bandera im Juli 1941 im KZ Sachsenhausen inhaftierten, wo auch der austro-faschistische Ex-Kanzler Kurt Schuschnigg saß. Im September 1944 wurde er von den Nazis jedoch entlassen, die den Führer der UPA (bewaffneter Arm der OUN) nun gegen die vorrückende Rote Armee einsetzen wollten. Banderas UPA kämpfte dann auch tatsächlich, mit deutschen Waffen versorgt, zeitweise gegen die Sowjetarmee, wechselte aber die Seite und attackierte die Nazi-Wehrmacht als diese von Stalins Truppen zurückgedrängt wurde. 1946 flüchtete Bandera nach München, wo er 1959 vom KGB als flüchtiger Massenmörder und Kriegsverbrecher getötet wurde.

So klingt in etwa die deutsche Wikipedia (Abruf 27.4.2014), die wahrlich nicht für ihre progressive Weltanschauung bekannt ist und wo man unter dem Deckmantel angeblicher „Neutralität“ oft alles weglöscht, was dem Westen, seinen Machteliten und deren Verbündeten unlieb sein könnte. Bei Bandera nennt Wikipedia z.B. die OUN lapidar „Organisation Ukrainischer Nationalisten“, ohne ihre faschistische Ideologie zu erwähnen. Historiker wissen mehr dazu:

„Der bedeutendste westliche Historiker, der sich mit dem ukrainischen Nationalismus beschäftigt hat, ist zu der Einschätzung gelangt, daß ‚die Theorie und die Lehren der Nationalisten dem Faschismus sehr nahestanden und in mancher Hinsicht –wie dem Beharren auf >Rasse-Reinheit<- über die ursprünglichen faschistischen Doktrinen noch hinausgingen.“ So zitiert Stanley Payne in seiner „Geschichte des Faschismus“ (Berlin 2001/London 1995) auf S.526 den Historiker J.A.Armstrong. Doch noch viel weiter ging der öffentlich-rechtliche Sender 3sat beim Abwiegeln von Banderas faschistischen Wurzeln.

3sat-Kulturzeit „rehabilitiert“ Kriegsverbrecher Bandera

Die Nazi-Kollaboration des Stepan Bandera wurde von 3sat genauso wenig geleugnet, wie Svoboda-Ideologen sie leugnen; nur wusste 3sat Banderas Nazi-Kumpanei sehr tendenziös-manipulativ zu relativieren. 3sat-Reporter Tim Evers:

„Noch immer prangt auf dem Maidan ein Transparent von Stepan Bandera, der im Westen des Landes als Nationalheld verehrt wird. Bandera kämpfte für eine unabhängige Ukraine gegen die Rote Armee. Im russisch geprägten Osten gilt er daher als Nazi-Kollaborateur, was er auch war. Bandera saß später aber auch in einem deutschen Konzentrationslager. Eine Biographie, so widersprüchlich und kompliziert wie die des ganzen Landes.“ (3sat-Kulturzeit, 5.5.2014)

Evers erweckt hier den Eindruck, Bandera hätte gar nicht mit den Nazis zusammengearbeitet, sondern nur quasi zufällig gegen den selben Feind, die Roten, gekämpft –die Ostukrainer würden ihn fälschlich als Nazi-Verbündeten hinstellen. Die historische Reinfolge von Kampf und KZ-Haft wird von 3sat auch noch so zurechtgelogen, dass sie zur Darstellung passt. Die tendenziöse Darstellung wird noch deutlicher, bezieht man die unter den Text gelegten Bilder mit ein: Zuerst das überlebensgroße Bandera-Plakat auf dem Maidan, davor Demonstranten. Dann ein Zoom auf den sympathisch-verträumt guckenden Bandera, vor dessen Konterfei zu den Worten „als Nationalheld verehrt wird“ auch noch eine friedliche Taube hochflattert. Besser hätte Goebbels Propaganda-Ministerium den Film auch kaum hinkriegen können (natürlich bevor Bandera 1944/45 sich auf die Seite der siegreichen Roten Armee schlug).

Wenige Mainstream-Medien-Gesichter zeigten Rückgrat

Peter Scholl-Latour z.B., der früh gegen die Svoboda-Verherrlichung von ARD & Co. protestierte: „Die Tatsache, dass führende Politiker des Westens der Swoboda-Partei einen Heiligenschein ausstellten, obwohl die sich nachträglich auf jene ukrainischen Partisanentruppen beruft, die während des Zweiten Weltkrieges brutal gegen Russen, Polen und Juden vorgingen und nur gelegentlich gegen die deutsche Besatzung kämpften, zeigt, dass der westlichen Politik jegliches historische Gespür abhanden gekommen ist.“ Peter Scholl-Latour auf Telepolis

BanderaBriefmarke

Faschist und Kriegsverbrecher Stepan Bandera, geehrt mit Briefmarke von Timoschenko & Co.

Mit den „ukrainischen Partisanentruppen“ meinte Scholl-Latour die Faschisten der OUN/UPA (deren Logo 3sat dem hier Dokumentierten Text als Bild unkommentiert unterlegte) um den Kriegsverbrecher Bandera. Stepan Bandera wurde von der abgewählten Rechts-Regierung (Timoschenko & Co.) in Kiew zum Volkshelden erklärt. Weil Bandera in die Ermordung von Polen und Juden verwickelt war, was 3sat hätte wissen und den Zuschauern mitteilen müssen, erntete Kiew damals internationale Proteste. Aus Warschau, Israel und jüdischen Gemeinden auch in Deutschland hagelte es Kritik und Aufforderungen, diese ungeheuerliche Geschichtsfälschung zu unterlassen. Erst Janukowitsch entzog Bandera diese Ehrungen wieder und zog sich damit den Hass vor allem westukrainischer Faschisten zu –einer der nie erwähnten Hintergründe der Maidan-Proteste.

Damit soll die Janukowitsch-Regierung nicht zu Engeln erklärt werden, aber das unerträglich einseitige Putin- und Russen-Bashing der Medien erfordert den Hinweis auf diese Aspekte westlicher Verbündeter. Um es mit Scholl-Latour zu sagen:

Telepolis: Sie halten also Kritik an Menschenrechtsverletzungen in Putins Russland für überflüssig?

Peter Scholl-Latour: Der Westen könnte ja einmal damit beginnen, bei seinen engsten Verbündeten Menschenrechte einzufordern und diese nicht nur selektiv einzuklagen. Saudi-Arabien wird von den USA und der EU mit Waffen geradezu überschüttet, obwohl Homosexuelle dort hingerichtet werden, der Spaßgruppe Pussy Riot wäre dort ein ähnliches Schicksal beschieden.

 

Grüne Kiew-Lügen: Die verlorene Ehre des Heinrich Böll

Gilbert Perry PutinJoker

Shitsorm gegen Moskau. Bertelsmanns „Spiegel“ diffamiert Putin als „Brandstifter“, andere bilden ihn als Comic-Bösewicht ab, Hillary Clinton verglich ihn gar mit Hitler. Das ZDF sieht einen Kampf von „Europas Diplomaten gegen den Kalten Krieger aus Moskau“, der sonst besinnlich-dröge Dokusender Phoenix bringt seinen Krim-Krisen-Talk vor dem Hintergrund eines Putin-Bildes, das den GUS-Präsidenten scheinbar mit gierig ausgestreckter Klaue zeigt. Wie funktioniert eigentlich die Gleichschaltung für so eine Medienkampagne? Die Grüne Heinrich-Böll-Stiftung scheint dabei eine Drahtzieherrolle zu spielen.

Die zentrale Rolle der Grünen Böll-Stiftung ist tragisch, denn der politische Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll stand mit seinem Klassiker „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ auch für den Kampf gegen hetzerische Medien. Im Roman geht es um die menschenverachtende Zerstörung einer Frau, die als Geliebte eines militanten Kommunisten dämonisiert und medial ausgebeutet wird. Ähnlichkeiten mit der antikommunistischen Hetze von Springers BILD-Zeitung waren dabei bekanntlich beabsichtigt.

Antikommunismus schwingt bei der derzeitigen Medienkampagne gegen Russland und für die Kiewer Putschisten auch immer mit, wenn schwer bewaffnet aufmarschierende Faschisten zu „nationalistisch orientierten Demonstranten“ erklärt werden und der deutsche Journalist sich sichtlich über umgestürzte Lenin-Denkmäler freut. Aber gibt es die ukrainischen Neonazis, Rassisten und Faschisten wirklich fast nur in der immer wieder lautstark gegeißelten „russischen Propaganda“?

Anders als anscheinend SPIEGEL, STERN, ARD und ZDF hat der britische GUARDIAN wohl wirklich einen Ruf als Qualitätsmedium zu verteidigen: Er berichtete früh und ausführlich über Faschisten und westlichen Expansionsgelüste als Wurzeln der ukrainischen Umsturz-Bewegung.

„You’d never know from most of the reporting that far-right nationalists and fascists have been at the heart of the protests and attacks on government buildings. One of the three main opposition parties heading the campaign is the hard-right antisemitic Svoboda, whose leader Oleh Tyahnybok claims that a „Moscow-Jewish mafia“ controls Ukraine.“ Guardian

Bei uns sind es nur kleine Links-Medien, die so etwas melden, wie die Junge Welt, die sich dabei aber von Janukowitsch distanzierte:

„Gleichwohl sind selbstverständlich nicht alle Menschen, die sich gegen die unbestreitbar korrupte und kleptokratische Regierung Wiktor Janukowitschs zur Wehr setzten, Faschisten. Viele sind auf die Straße gegangen, weil die soziale Situation in der Ukraine katastrophal ist. Löhne von umgerechnet 200 bis 300 Euro sind keine Seltenheit, während eine kleine Schicht von ­Oligarchen ein Leben in unvorstellbarem Luxus führt. Die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums könnte ungleicher kaum sein, die Akkumulation von Kapital läuft hier nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion noch »ursprünglich« im Marxschen Sinne, nämlich durch »Eroberung, Unterjochung, Raubmord, kurz Gewalt«.“

Auf eine ausgewogene Berichterstattung pochen auch einzelne Stimmen von Journalisten mit Rückgrat, wie Peter Scholl-Latour, (den Phoenix anders als bei anderen Themen in seinem Krim-Schwerpunkt nicht zu Wort kommen ließ) hier im Internet-Interview:

„Die Tatsache, dass führende Politiker des Westens der Swoboda-Partei einen Heiligenschein ausstellten, obwohl Scholl_Latourdie sich nachträglich auf jene ukrainischen Partisanentruppen beruft, die während des Zweiten Weltkrieges brutal gegen Russen, Polen und Juden vorgingen und nur gelegentlich gegen die deutsche Besatzung kämpften, zeigt, dass der westlichen Politik jegliches historische Gespür abhanden gekommen ist.“ Peter Scholl-Latour auf  Telepolis

Mit den „ukrainischen Partisanentruppen“ meint Scholl-Latour hier die Faschisten um den Kriegsverbrecher Stepan Bandera, der von der abgewählten Rechts-Regierung in Kiew zum Volkshelden erklärt wurde. Bandera war vor allem in die Ermordung von Polen und Juden verwickelt, weshalb Kiew damals Proteste aus Warschau, Israel und jüdischen Gemeinden auch in Deutschland erntete. Janukowitsch entzog Bandera diese Ehrungen wieder und zog sich damit den Hass vor allem westukrainischer Faschisten zu.

Medien-Gleichschaltung von der Heinrich-Böll-Stiftung

Auf dieser Linie der Medien-Gleichschaltung lag auch ein Aufruf, den die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung UkraineHeroinaverbreitete und der von „Sozial- und Geisteswissenschaftler, die sich mit ukrainischer nationaler Identität befassen“ stammen soll. „Der Kiewer Euro-Maidan“, also die Proteste von Svoboda und anderen, sei keine extremistische, „sondern eine freiheitliche Massenbewegung zivilen Ungehorsams… von Repräsentanten verschiedenster ideologischer Strömungen getragen“, behauptet die Böll-Grünen-Erklärung, die sich nur scheinbar neutral und ausgewogen gibt:

„Obwohl wir den rechten Aktivitäten auf dem Euro-Maidan kritisch gegenüberstehen, sind wir besorgt über eine unerfreuliche Erscheinung in zu vielen internationalen Medienberichten über die jüngsten Ereignisse in der Ukraine. In etlichen Reportagen und Kommentaren wird in der einen oder anderen Weise die Rolle, der Stellenwert und der Einfluss ukrainischer Rechtsradikaler in Kiew überbewertet bzw. fehlinterpretiert… Nicht nur die friedlichen Protestanten, sondern auch jene, die Stöcke, Steine und sogar Molotowcocktails gegen Spezialeinheiten der Polizei sowie regierungsnahe Schlägertrupps einsetzen, bilden eine breite und dezentrale Bewegung.“

Die Putschisten in Kiew wurden demnach von einer „dezentralen Bewegung“ getragen, nicht etwa zentral organisiert? Woher weiß die Böll-Stiftung das eigentlich? War sie dabei, als der Putsch nicht organisiert wurde? Die starke Betonung der Beteiligung „rechtsextremer Randgruppen“ an den Protesten in internationalen Medienberichten findet die Böll-Grünen-Erklärung jedenfalls „ungerechtfertigt und irreführend“ und beklagt,

„…dass in einigen Berichten, insbesondere solcher kremlnaher Massenmedien, die übermäßige Betonung der SvobodaProtestersrechtsradikalen Elemente auf dem Kiewer Euro-Maidan nicht auf antifaschistischen Motiven beruht. Im Gegenteil, derartige Berichterstattung kann paradoxerweise womöglich selbst Ausdruck von imperialistischem Nationalismus sein, in diesem Falle von dessen russischer Variation. Mit ihrer gezielten Diskreditierung einer der größten Massenbewegungen zivilen Ungehorsams in der Geschichte Europas liefern die russischen Medienberichte einen Vorwand für die politische Einmischung Moskaus, ja womöglich sogar für eine künftige militärische Intervention Russlands in der Ukraine, ähnlich derjenigen in Georgien 2008.“

Also sind die Faschisten in Kiew und der Westukraine nur russische Propaganda, bestenfalls marginale Erscheinungen. Deshalb ruft die Böll-Grünen-Erklärung die West-Medien-Journalisten auf, die Svoboda, „Rechter Sektor“ usw. bloß nicht zu sehr zu erwähnen. Die Wahrheit zu berichten, könnte ja den Russen nützen.

„Angesichts dieser Risiken bitten wir Kommentatoren, etwa solche aus dem linken Spektrum, bei ihrer berechtigten Kritik des radikal ethnonationalistischen Lagers im Euro-Maidan vorsichtig zu sein, da entsprechende Texte leicht von Moskaus ‚Polittechnologen‘ instrumentalisiert werden können, um Putins geopolitische Projekte umzusetzen. Berichte, welche rhetorische Munition für Moskaus Kampf gegen die ukrainische Unabhängigkeit liefern, unterstützen womöglich unabsichtlich eine politische Kraft, die eine weit größere Gefahr für soziale Gerechtigkeit, Minderheitenrechte und politische Gleichheit darstellt, als alle ukrainischen Ethnonationalisten zusammen genommen.“

Die Grünen wollten also eine Mediengleichschaltung erreichen, die sich Faschisten, Neonazis und Rassisten der Ukraine zu „Ethnonationalisten“ schön- und kleinlügt -die letzten Wochen in der deutschen Mainstream-Medienlandschaft zeigten, dass ihnen das gelungen ist. Inzwischen ist auf der Böll-Website dieser Aufrur zu platter anti-russischer  Propaganda verschwunden -ist jemandem klar geworden, dass diese Machenschaften kaum mit dem Werk des großen literarischen Medienkritikers Heinrich Böll zu vereinbaren sind? Doch im Internet findet man diesen Tiefpunkt der politischen Vereinnahmung Bölls immer noch zitiert -auf russischen Webistes. Die Grüne Stiftung macht nur wenig subtiler weiter mit Bildern von russischen Kampfjets und dem Hinweis, das in der Ukraine „die Annäherung an die EU mit Blut bezahlt wird“. Euromajdan – Momentaufnahmen aus der Ukraine

Zum Glück sind es nicht nur russische Quellen, die sich um Ausgewogenheit und Wahrheit bemühen, sondern auch deutsche Beobachter wie der Orientexperte Scholl-Latour. Der wehrte sich in einem Telepolis-Interview vehemant gegen die platte Propaganda der West-Politik und -Medien gegen Russland. Der Nestor der deutschen Auslandsberichterstattung wehrte sich insbesondere, gegen die heuchlerische Berufung auf angeblich angestrebten Schutz der Menschenrechte und die schon fast lächerliche Dämonisierung von Putin:

Telepolis:  Hillary Clinton verglich Putin kürzlich mit Hitler

Peter Scholl-Latour: Auf so einem Niveau sollte man wirklich nicht argumentieren, ein Armutszeugnis. Aus Scholl_Latourrussischer Sicht wird Putin mit Peter dem Großen verglichen, der ja auch in der westlichen Geschichtsschreibung als großer Reformer gepriesen wird. Dabei wäre Peter der Große, nach heutigen Menschenrechtsmaßstäben, ein blutiger Diktator. Dem Westen wäre es natürlich lieber, die Politik von Boris Jelzin wäre in Moskau weiter geführt wurden, als Russland am Boden lag, die Oligarchen die Macht übernahmen und das russische Volk massiv verarmte. Putins Verdienst ist es, dass er Russland, also den größten Flächenstaat der Welt, wieder aus dem Elend führte… Putin hat immerhin den blutigen Krieg in Tschetschenien beendet, den sein Vorgänger Jelzin begann. Ein Krieg, der zigtausende von Opfern forderte, in den 1990er Jahren, was im Westen weit weniger Empörung auslöste als die Inhaftierung von irgendwelchen jungen Damen, die sich während einer religiösen Zeremonie entkleideten.

Telepolis: Sie halten also Kritik an Menschenrechtsverletzungen in Putins Russland für überflüssig?

Peter Scholl-Latour: Der Westen könnte ja einmal damit beginnen, bei seinen engsten Verbündeten Menschenrechte einzufordern und diese nicht nur selektiv einzuklagen. Saudi-Arabien wird von den USA und der EU mit Waffen geradezu überschüttet, obwohl Homosexuelle dort hingerichtet werden, der Spaßgruppe Pussy Riot wäre dort ein ähnliches Schicksal beschieden.

West-Politiker und ihre Medien beklagen bei Russland „selektive Justiz“, üben aber solche selektiven Rechtsforderungen selber gegen Russland. Nur ein medial weichgeklopftes und gründlich desinformiertes Mainstream-Medien-Publikum kann solche Heuchelei übersehen, Peter Scholl-Latour:

„Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil reden…“

Was ist wirklich los in der Ukraine? SvobodaProtesters

Die US-Strategie denkt um: Slawen, Russen und Rassismus

Wikileaks, geopolitische und ideologische Hintergründe der aktuellen Medienkampagnen gegen Griechenland

Gerd R. Rueger, 07.08.2012

Zbigniew Brzezinski, Ex-Direktor der Trilateralen Kommission, ist ein Nestor des Kalten Krieges, einflussreicher Polit-Technokrat der US-Think-Tank-Szene, nach Henry Kissinger vielleicht wichtigste graue Eminenz des außenpolitischen Establishments der USA. Dekade um  Dekade wiederholte er seine Hauptparole „Delenda Russia“ in verschiedenen rhetorischen Variationen mit der Beharrlichkeit eines Cato –bis jetzt. Sein neues Buch „Strategic Visions“ brachte die Sensation: Brzezinski deutet Fürsprache für einen Pakt der USA mit Putins GUS an [1]. Wie der Brzezinski-Beobachter Hauke Ritz in seiner hier maßgeblichen Analyse betont, war die von ihm beschriebene „erstaunliche Wandlung“ keineswegs vorherzusehen.

Und dies gerade jetzt, wo deutsche Medien just anti-russische, anti-slawische Ressentiments in einer zynischen Medienkampagne auf Griechenland ausdehnten –womit sie eine alte ideologische Tradition von Jakob Fallmerayer bis Alfred Rosenberg im Dienste aktueller Finanzkriminalität mobilisierten.

Geopolitischer Hintergrund: Mackinders Weltinsel-Theorie

Hauke Ritz zufolge war Geopolitik immer Hauptanliegen des als Russenhasser bekannten Alt-Strategen. Bei seinen alten wie auch bei seiner neuesten Strategie orientierte sich Brzezinski stets implizit an Konzepten des englischen Geopolitikers Halford J. Mackinder (1861-1947). Mackinder spricht von einer globalen Zentralregion (dem Heartland) in der Mitte der eurasischen Landmasse und bezeichnet dieses Gebiet als geographischen Angelpunkt der Geschichte [2]. Die geopolitische Bedeutung dieser Region beruht auf ihrer geografischen Lage: Zentralasien und Sibirien sind für Mackinder uneinnehmbare Festungen, für Seemächte unerreichbar –so sieht es sein angelsächsischer Blick. Zentralasien war daher in der Geschichte immer wieder Ausgangspunkte für Eroberungszüge an den Rand des eurasischen Kontinents, wie Invasionen hunnischer und mongolischer Steppenvölker nach Europa, aber auch bis nach Persien, China und sogar Indien belegen.

Seit Iwan der Große, der Großfürst von Moskau, 1485 Russland nach der Unterwerfung Nowgorods einte und in der Folge die Mongolen der Goldenen Horde zurückdrängen konnte, beherrscht Russland dieses Herzland. Damit ist seit bald einem halben Jahrtausend das strategische Zentrum der Weltinsel russisch, das Zentrum einer gigantischen Landmasse, welche annähernd 60% der globalen Wirtschaftsleistung, 75% der Weltbevölkerung und 75% der bekannten Energievorkommen beherbergt. Russland nahm damit eine besondere Stellung in Europa ein, die in der Zeit der maritimen Entdeckungen und kolonialen Eroberungen als Randstellung erschien, die sich in ökonomischen Nachteilen und kulturellen Besonderheiten äußerte.

Iwan, der „erste Zar über ganz Russland“, stellte sich von Anfang an in die Tradition von Byzanz –im Einklang mit der russisch-orthodoxen Kirche. Er übernahm nicht nur das Wappenbild des byzantinischen Doppelkopfadlers, sondern heiratete auch Zoe Sophia Palaiologina, die Nichte des letzten Kaisers von Byzanz. Hier wurzelt neben dem geopolitischen Wettbewerb auch kulturell-ideologischer Konfliktstoff mit Europas latinisiertem Westen. Aus dieser Teilung resultierten subkutan schwelende Ressentiments, die sich bis hinein in aktuelle, vordergründig finanzplutokratisch motivierte Medienkampagnen gegen Griechenland erahnen lassen.

Brzezinski, der Kalte Krieger

Zbigniew Brzezinski war, so Ritz, zumindest zeitweise in beiden US-Regierungsparteien verankert. So war er einerseits Mentor von Madeleine Albright, Bill Clintons Außenministerin. Aber seine Position im Center for Strategic and International Studies (CSIS), dem u.a. Henry Kissinger angehört, sicherte seinen Einfluss auch in Kreise der Republikaner hinein. Die doppelte Verankerung in beiden Parteien lässt sich jedoch nur für die Periode Carter, Reagan wirklich festellen. Für gut möglich halten Brzezinski-Kenner aber, dass der Nestor der US-Strategie neben Clinton auch noch auf Bush Sen. Einfluss ausgeübt hat. Spätestens auf die Bush Jun. -Administration hatte er aber wohl keinen Einfluss mehr, was durch seine Opposition zu George W. Bush deutlich wird.

Brzezinski wurde, so Ritz,  auch als Obama-Berater gehandelt, sein Sohn Mark Brzezinski gehörte zum Obama-Team und seine Tochter Mika Brzezinski, eine TV-Journalistin, ergriff Partei für den ersten schwarzen US-Präsidenten. Aber seine Position im Center for Strategic and International Studies (CSIS), dem u.a. Henry Kissinger angehört, sicherte seinen Einfluss auch in Kreise der Republikaner hinein. Als Hardliner im Kalten Krieg griffen vor allem Ronald Reagan und die beiden Bush-Präsidenten gerne auf Brzezinskis sowjet- und russlandfeindlichen Thesen zurück. 1998 enthüllte er dem Le Nouvel Observateur in einem spektakulären Interview, dass die USA die Mudschaheddin bereits vor dem Einmarsch der Roten Armee (1980) finanziert hatten, um Moskau in “seinen Vietnamkrieg“ zu treiben [3a].

Noch 2008 hatte Brzezinski Putin mit Hitler verglichen, sehr zur Freude deutscher Reaktionäre [4]. Brzezinski sprach sich damals während der Georgienkrise für eine dauerhafte Isolierung Russlands aus, ganz i.S. einer an Mackinder orientierten Strategie der Umklammerung des russischen Heartland von der Südflanke her. Das Ausspielen von Islam und China gegen Putin sollte die GUS von zentralasiatischen Ressourcen abschneiden und diese in die Gewalt des US-Unilateralismus bringen. In Brzezinskis letztem großen Buch „The Grant Chessboard“ (1998) ging es um die Kontrolle über Zentralasien, und er phantasierte dort von einer „neuen Seidenstraße“, so Brzezinski-Experte Ritz, geschaffen durch eine ostwärts expandierende EU und eine Nato, die sich Georgien und die Ukraine einverleiben sollte. Bis hin nach China, dem potentiellen Verbündeten gegen das dann fest umklammerte russische Heartland, sollte die anti-russische Zone sich erstrecken. Ein Gürtel aus Handelsrouten, Pipelines, pro-westlichen Staaten und US-Militärbasen würde diese „Seidenstraße“ zum Rückgrat einer neuen Weltordnung unter Führung Washingtons machen.

Die unter Boris Jelzin heruntergewirtschaftete GUS sah Brzezinski damals als gescheiterten Staat, als „schwarzes Loch“ [5]. Russland war für ihn ein geschlagener Staat, der in Armut und Chaos versinken, womöglich sogar einer territorialen Dreiteilung entgegen blicken würde: Ein europäisches Russland wäre von einer sibirischen und einer fernöstlichen Republik abzutrennen. Die USA dagegen sah er als Sieger im Kalten Krieg und für mindestens eine Generation als führende alleinige Supermacht, deren „Kultur“ danach in einem transnationalen System von globalen Konzern- und Finanzverflechtungen weiter existieren könne. Brzezinskis größenwahnsinnige Weltherrschaftsideen stellten dabei für US-Verhältnisse noch die bescheidene Variante des autoritären Machtdenkens dar. Die Neokons, um den Bushclan und seine Öl-, Energie- und Rüstungsmafia herum angesiedelt, beanspruchten dagegen das komplette 21.Jahrhundert, so Ritz, also mindestens drei Generationen,  für die Weltführungsmacht USA. Sie verzierten ihre Ideologie mit einem Glorienschein evangelikaler Prädestinationslehre, doch die Dinge liefen nicht so glatt für die US-Unipolarität, wie sich mancher in Washington es erträumt hatte.

WikiLeaks ruinierte die „Second Chance“

2008 sah Brzezinski die Rolle der USA schon weit weniger enthusiastisch, sprach aber immerhin noch von einer „Second Chance“ für die unipolare Supermacht Amerika. Er ging mit der besinnungslosen Großmannssucht der Neokons hart ins Gericht. Ihre grenzenlose Gier und ihr plumper Imperialismus hätten das Ansehen Amerikas ramponiert und damit verhindert, dass seine, Brzezinskis, Vorhersagen sich hätten in die Tat umsetzen lassen. Der blutige globale Bush-Krieg „gegen den Terror“ hätte die USA in der islamischen Welt zum Satan gemacht und ihre  geopolitische Position dadurch empfindlich geschwächt. Die erfrischende Offenheit seiner Kritik an der Bush-Administration setzt sich 2012 noch drastischer fort:

„…profit-motivated mass media exploites public fears allowing for the demagogically inclined Bush administration to spend eight years remaking the united States into a crusader state. The ‚war on terror‘ became synonymous with foreign policy…“ Brzezinski, Zbigniew: Strategic Vision: America and the Crisis of Global Power, Basic Books 2012, S.122

Die Lügengebäude, die westliche Medien zur Glorifizierung der Besatzungsregime in Irak und Afghanistan fabrizieren, haben seitdem sogar im westlichen Lager stark an Glaubwürdigkeit verloren, wozu insbesondere Julian Assange mit seinen Enthüllungen auf WikiLeaks beigetragen haben dürfte [6] -was Brzezinski natürlich kaum zugeben dürfte. Die Feindschaft der US-Machteliten gegen Wikileaks hat hier ihren Ursprung und Brzezinski straft die Whistleblower-Plattform auch mit Nichterwähnung –obwohl er die Netzmedien immerhin kurz als Mitauslöser des arabischen Frühlings bzw. eines „political awakenings“ würdigt (S.30f.). Ansonsten firmiert das Internet bei ihm unter „global commons“ (neben Trinkwasser, Umwelt, Ozeanen, Arktis, Weltraum und Atomwaffenkontrolle) und er findet die bisherige Dominanz der USA bei der Verwaltung dieser Commons ganz fabelhaft (S.110ff.).

Gegen die Entwicklung einer Achse Moskau-Peking, so Brzezinski schon 2008,  hätte eine tolpatschige US-Diplomatie zu wenig getan –den Rest gab den USA auch auf dieser Ebene vermutlich, was aber Brzezinski zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen konnte, 2010 die Publikation der US-Depeschen durch WikiLeaks [7]. Wikileaks erwähnt er nicht, spricht aber öfters von der „revolution in communication technology“, die zusammen mit den „youth bulges“, den demographischen Wellen junger Menschen in einigen Ländern, zu explosiven politischen Entwicklungen geführt habe (Strategic Vissions,  S.30).

Wird Brzezinski altersmilde?

Angesichts zahlreicher Rückschläge sieht der „neue Brzezinski“ in seinem neuesten Buch die Washingtoner Weltherrschaftspläne als Makulatur an, auch Obama habe versagt, den US-Amerikanern die Wahrheit über die schrumpfende Bedeutung der USA zu sagen. Er konstatiert die wachsende Schwäche des Westens, der inzwischen unter Führung der USA sogar in eine globale Isolierung zu geraten droht. Das politische Gravitationszentrum der Welt verlagere sich nun von Westen nach Osten. Den Ausweg, den die militaristischen Neocons offenbar anstreben, neue Kriege gegen Iran oder womöglich gegen Nordkorea anzuzetteln, sieht Brzezinski wenig optimistisch: das Image Amerikas und der Nato würde noch weiter leiden, eine Dominanz über China, Russland, Indien, selbst über Brasilien und Mexiko sei so nicht mehr zu erlangen. Die neuen Medien, siehe die tunesische Jasminrevolution, hätten zudem eine Welle von erwachendem politischen Bewusstsein ermöglicht. Ausweg sieht Brzezinski nunmehr nur noch in einer Annäherung Europas an Putins GUS und die Türkei –statt der Umklammerung und Isolierung des russischen Heartland, schlägt Brzezinski also eine Bündnispolitik vor.

Die USA seien heute in der Lage der Sowjetunion der 80er Jahre: Bankrott durch Rüstungswahn und militärische Abenteuer, namentlich Irak und Afghanistan; eine politische Klasse von Privilegierten, die sich nicht ums eigene Volk scheren, folglich sinkender Lebensstandard der Mehrheit und sozialpolitischer Zündstoff; Versuche, von inneren Problemen durch äußere Feinde abzulenken und eine Außenpolitik, die in Isolation zu führen droht. Der globale Legitimitätsverlust westlicher Außenpolitik sei bereits heute weit größer als unsere Medien uns glauben machen, die 500jährige Epoche atlantischer Vorherrschaft ginge zu Ende.

Eine Dominanz Chinas lasse sich nun nur noch durch  eine Strategie der Umzingelung, diesmal mit Hilfe Russlands abwenden. Dank der strategischen Interessen der chinesischen Nachbarstaaten Indien, Japan, GUS sei dies auch sehr gut möglich –Indien etwa blicke bereits mit Sorge auf Pekings Beziehungen zu Pakistan und Sri Lanka. Bei Verlust der US-Position drohe der Welt eine Periode wachsender Instabilität und kriegerischer Konflikte vor allem in den Randbereichen der Großmächte, etwa in Georgien, Ukraine, Afghanistan, Pakistan, Israel, Taiwan und Südkorea.

Brzezinski, Europa und der Ethnorassismus

Europa und die Europäer hat Brzezinski in seinen „Strategic Visions“ nicht wirklich im Blick, kritisiert hauptsächlich ihre mangelnde Fähigkeit zur Überwindung politischer Zerstrittenheit, fordert aber implizit, die Aufnahme der Türkei in die EU endlich voranzutreiben. Die strategische Rolle, die Ankara künftig in Bezug auf die turksprachigen Völker Zentralasiens spielen wird, ist ihm wohlbewusst. Brzezinskis Hauptanliegen ist aber die Warnung vor einem Niedergang der USA, dies würde die instabile Welt, die wir heute erleben, noch chaotischer machen:

„The world needs an America that is economically vital, socially appealing, responsibly powerful, strategically deliberate, internationally respected, and historically enlightened in ist global engagement with the new East.“ (Z.Brzezinski: Strategic Visions, Foreword)

Man könnte sagen, dass Brzezinski jetzt die Folgen jener atlantischen Misere erkannt hat, die Kees van der Pijl knapp drei Dekaden zuvor so analysierte:

„Bowing to the military and monetary exigencies of the Reagan administration’s hard-line unilateralism, their successors have shown themselves incapable of formulating a new comprehensive concept of control adequate to the realities of the post-Atlantic world economy while preserving a minimal degree of imperialist unity.“[8]

Die von van der Pijl kritisierte Konzeptlosigkeit beruhte vielleicht wenigstens teilweise auf einem unterschwelligem Rassismus, der schon früh bei Brzezinski spürbar war. Vorurteile und Rassenwahn sind keine Kennzeichen rationalen Denkens, mithin kaum geeignet, klare strategische Ideen zu entwickeln. Schon als er in den 60er Jahren zusammen mit seinem Kollegen Samuel P. Huntington das Verhältnis von USA und Sowjetunion analysierte, mischten sich ethnorassistische Ressentiments mit elitären Dünkel:

„Die Tatsache, daß die sowjetische Elite von Arbeitern und Bauern abstammt, hat ihrem Verhalten und ihren moralischen Normen den Stempel aufgedrückt. Sie kommt in der Direktheit, Derbheit und gelegentlich sogar Brutalität des offiziellen Sprachgebrauchs im Innern wie gegenüber solchen Ausländern zum Ausdruck, die die sowjetischen Führer mit Feindseligkeit betrachten.“ [9]

Das soziopolitische US-Modell einer Herrschaft der „oberen Mittelschicht“ habe dagegen weder die „Amerikanische Revolution“ noch die „Revolution Jeffersons“ noch die „Revolution Jacksons“ beseitigen können, so das Duo Brzezinski/Huntington [10]. Sie scheuen sich dabei nicht, auf soziologische Analysen von C.Wright Mills zurück zu greifen, die dieser allerdings als Beleg für soziale Verkrustung und mangelhafte Gerechtigkeit der US-Gesellschaft gedacht hatte [11]. Das ficht die Kalten Krieger jedoch wenig an: Hauptsache ist ihnen also im Vergleich USA/UdSSR, dass den schwarzen Sklaven und anderen unterdrückten Minderheiten der USA die derbe Sprache der Offiziellen erspart geblieben ist. Einem nur subtil angedeuteten slawischen Barbarentum steht die stilvolle Diktatur der angelsächsischen Gentlemen gegenüber. Huntington sollte diese muffigen Ideen später zum traurigen Höhepunkt seiner „Kampf der Kulturen“-Ideologie weiterentwickeln, die Washington als ethnorassistische Rechtfertigung seiner unipolaren Weltmachtpolitik dienen durfte.

Kyrill, Byzanz und der Historismus

Ressentiments gegen slawische Völker und Kulturen haben eine lange

Ikone: Kyrill und Method, Apostel der Slawen, Bukarest, 19. Jahrhundert

Tradition, die sich mit einer abschätzigen historischen Bewertung des oströmischen Reiches von Byzanz und sogar der orthodoxen christlichen Kirchen mischt. Jahrhunderte vor dem Anglikanismus entstanden nationale Kirchen in Russland, Albanien, Bulgarien, Griechenland bis nach Syrien und bei den Kopten Afrikas. In populären Darstellungen des Christentums rühmt sich heute der Westen, die römisch-katholische Kirche hätte das Beste der alteuropäischen Großreiche in sich vereinigt: Von den Griechen den Geist, von den Juden den Gott und von den Römern das Recht (oder den Staat). Der orthodoxe Kulturkreis hätte dagegen bei der Teilung der Christenheit nur das Minderwertige abbekommen: Die Dekadenz von Byzanz, eine verlotterte Ostkirche, die auf mystische Heiligenverehrung statt auf stramme Kurie und Kirchenrecht setze, und die kyrillische Schrift.

Dabei vergisst man gern, dass die vom Mönch Kyrill zur Missionierung des Balkans entwickelte Schrift, „ein grässlicher Mischmasch aus verdrehten griechischen Buchstaben und frei erfundenen Zeichen“ [12], immerhin die erste Bibelübersetzung in eine Volkssprache brachte. Erst Luther konnte hier im Westen später anknüpfen –und auch an den vom Papst geächteten Zugang zur persönlichen, mystischen Glaubenserfahrung der „närrischen Christen von Byzanz“ [13]. Als närrische Eigenheiten belächelt die westliche Theologie neben der mystischen Ikonenverehrung die Ablehnung von päpstlicher Unfehlbarkeit, jungfräulicher Empfängnis sowie Fegefeuer und Ablasshandel. Es verwundert kaum, dass ein deutsches „Handbuch der Oekumene“ von der „griechisch-katholisch östlichen Kirche“, abgekürzt als „GOK“ spricht [14] –welchem Bibelkundigen fielen da nicht sofort die teuflischen Völker der Gog und Magog aus der Offenbarung des Johannes ein

In klassisch westlicher Rezeption der Historiker wurde mit dem Begriff Byzanz ein Ressentiment gegenüber „orientalischer Dekadenz“ verbunden. Man fokussierte bereits in der Klassik der Geschichtswissenschaft auf Byzanz als Symbol für den „Zerfall und Untergang des Römischen Reiches“ [15]. Schon bei Gibbon zeigt sich in der Tendenz zum Historismus, zum völligen Eintauchen in die Sichtweise einer Epoche, aber auch die Vernachlässigung übergeordneter Gesichtspunkte [16]. So wurde die ungeheure Kraft des byzantinischen Reiches übersehen, die es tausend Jahre überdauern und dabei Europas Südostflanke schützen ließ. In der Byzantinistik scheint Byzanz heute als eigenständiges historisches Gesamtphänomen eine gewisse Anerkennung zu finden –dennoch bleibt selbst dem westlichen Fachhistoriker eine „Fremdheit“ der byzantinischen Geschichte gegenüber spürbar [17].

Antislawismus von Fallmerayer bis Rosenberg

Mit dem griechischen Geist, den Giganten der Philosophie, Sokrates, Platon, Aristoteles, und natürlich dem Welteroberer Alexander, identifizierte sich der Westen gerne. Dabei blieb nur ein Problem: Byzanz war ein griechisch geprägtes Reich und die Griechen gehören bis heute dem orthodoxen Kulturkreis an. Der österreichische Orientalist und Publizist Jakob Philipp Fallmerayer (1790-1861) löste diesen „Widerspruch“ indem er in seinen Büchern die heutigen Griechen rassisch und kulturell vom klassischen Griechentum trennte.

Bekannt wurde Fallmerayer, der Experte für eine Byzanz-Abspaltung, das

Jakob Philipp Fallmerayer (1790-1861)

anatolische Trapezunt, hauptsächlich durch seine ethnogeografischen Arbeiten. Fallmerayer begleitete den russischen Grafen Alexander Ostermann-Tolstoi 1831-1834 auf dessen Forschungsreisen durch Griechenland und den Vorderen Orient, wohin er ab 1840 und erneut ab 1847 weitere Studienreisen unternahm. Fallmerayer reussierte vor allem mit seiner umstrittenen These, dass die antiken Griechen im Mittelalter ausgestorben und durch hellenisierte Slawen und Albaner verdrängt worden seien.

Fallmerayers Folgerung, die Bevölkerung des griechischen Staates in den Grenzen von 1830 bestünde lediglich aus hellenisierten Slawen und Albanern, empörte auch westliche Philhellenen und Griechen, die sich gegen die osmanische Besatzung auflehnten. Fallmerayers Geschichte der Halbinsel Morea (des griechischen Peloponnes) während des Mittelalters löste 1830 hitzige Kontroversen aus. Darin postulierte er eine Ethnie von blonden, blauäugigen Hellenen im antiken Griechenland und stellte die These auf, dass die antiken arischen Griechen im Mittelalter völlig ausgerottet worden wären:

„Das Geschlecht der Hellenen ist in Europa ausgerottet (…) Denn auch nicht ein Tropfen ächten und ungemischten Hellenenblutes fließet in den Adern der christlichen Bevölkerung des heutigen Griechenlands.“ [18]

Als Publizist schrieb Fallmerayer in der Augsburger Allgemeinen Zeitung meist zu Griechenland und dem mittleren Osten, wobei er stets die russische Bedrohung betonte [19]. So bediente er antirussische Ressentiments ebenso wie K.u.K.-Ambitionen auf dem Balkan, indem er den Zaren bezichtigte, die Weltherrschaft anzustreben. In Westdeutschland und Österreich wurden später Straßen und Schulen nach Fallmerayer benannt, seine Thesen zur Rassenkunde der Griechen wurden von Hitlers Leibhistoriker, Alfred Rosenberg in seinem Buch „Der Mythus des 20.Jahrhunderts“ für seine kruden Rassentheorien verwendet.

Rosenbergs Religion des Blutes scheitert an den Griechen

Alfred Ernst Rosenberg, geboren im russischen Reval 1892, hingerichtet 1946 in Nürnberg, verbreitete eine von russischen Rechtsextremen übernommene Theorie der „jüdisch-freimaurerischen Weltverschwörung“. Demnach hätten die Freimaurer den Weltkrieg und die Juden die Russische Revolution angezettelt und Kapitalismus und Kommunismus seien folglich nur scheinbare Gegner. In Wahrheit handele es sich um eine Zangenbewegung, mit der das „internationale Judentum“ nach der Weltherrschaft strebe.

Rosenberg beruft sich dafür auf antisemitische Thesen bei Dostojewskij und entwirft das Wahnbild einer „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung“, die wiederum zum Kern von Hitlers Denken wird. Gerüchte über jüdische Familienwurzeln des NS-Ideologen bestätigten sich nicht, scheinbar wurden aber diesbezügliche Akten während der deutschen Besatzungszeit in den Jahren 1941-45 gezielt vernichtet.[20] Rosenberg setzt sich für die Verbreitung der zaristischen Hetzschrift „Protokolle der Weisen von Zion“ ein, wird aber trotz russischer Herkunft zunehmend antirussisch und beeinflusst Hitlers „Mein Kampf“. Während Hitlers Haft 1923 führt er sogar in dessen Auftrag die zeitweilig verbotene NSdAP und bekleidet später höchste Ämter im NS-Staat.

Rosenbergs 1930 publiziertes Buch „Der Mythus des 20. Jahrhunderts“ sollte die Fortsetzung von Houston Stewart Chamberlains Werk „Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts“ sein. Bis 1944 publizierte der NS-Staat eine „Volksauflage“ in über einer Million Exemplaren dieses neben „Mein Kampf“ wichtigsten Buches der Nazi-Ideologie. Hitler soll zwar bekannt haben, Rosenbergs Buch nie ganz gelesen zu haben, da es ihm zu theoretisch war. Aber Himmlers Ideen eines arischen Kultes, den die SS verwirklichen sollte, dürften daraus gespeist worden sein: Eine neue „Religion des Blutes“ sollte laut Rosenberg ein an „jüdischen Einflüssen“ krankendes Christentum ersetzen. Eine neue „Metaphysik der Rasse“ und ihres „kollektiven Willens“ sollte die Religion ablösen –Hitlers „Vorsehung“ könnte hier ihre Inspiration gefunden haben. Die modernen Griechen sah Rosenberg, an Fallmerayer anknüpfend, ihrer ruhmreichen Vorfahren unwürdig, weil die Übermacht des „Vorderasiatentums durch tausend Kanäle einsickerte, Hellas vergiftete und anstelle des Griechen den schwächlichen Levantiner zeugte, der mit den Griechen nur den Namen gemeinsam hat“ [21].

Im Zweiten Weltkrieg versuchte das faschistische Italien den britischen Verbündeten Griechenland vom italienischen Vizekönigreich Albanien aus zu erobern. Mussolinis Invasion wurde jedoch von den sich nicht so schwächlich wie vom NS-Ideologen geglaubt wehrenden Levantinern zurückgeschlagen. Griechische Truppen konnten sogar große Teile Albaniens von den Faschisten befreien und Rom in die Verlegenheit bringen, Hitler um Hilfe bitten zu müssen [22]. Das mit Italien verbündete Deutschland sah sich zum Eingreifen gezwungen und besetzte Griechenland, wobei man zunächst am positiven Griechenbild vieler Deutscher orientiert, den tapferen Griechen Respekt zollte –Hitler selbst soll dem Philhellenentum zugeneigt gewesen sein. Mit wachsendem griechischen Widerstand gewannen aber die rassistischen Thesen Rosenbergs die Oberhand zur Rechtfertigung brutaler Repressionsmaßnahmen.

Was Slawen, Russen und Griechen angeht, schließt Rosenberg an die von Fallmerayer aufgebauten Ressentiments an. Dem NS-Ideologen gleich tun es heute die meisten deutschen Medien –und das, obwohl sonst in der schreibenden Zunft schon banalstes Anknüpfen an NS-Propaganda zum journalistischen Todesurteil genügt, man denke z.B. an jene prominente TV-Frau, die über „Hitlers Autobahnen“ stolperte.

Rosenberg, Brzezinski, Bertelsmann

In deutschen Medien, und zwar beileibe nicht nur im Gossenblatt BILD mit seiner plump-stereotypen Hetzkampagne, wurde versucht, „nach dem Motto ‚2000 Jahre Niedergang‘ ein ganzes Volk diffamierend in die Niederungen politischer und kultureller Barbarei abzuschieben. Das Titelbild des Magazins „Focus“ mit dem Bild der einen Stinkefinger hoch haltenden Venus von Milo und der Zeile daneben ‚Betrüger in der Euro-Familie –bringt uns Griechenland um unser Geld?‘ steht beispielhaft für diesen üblen Hetz-Journalismus.“ so Strohmeyer [23]

Der mediale Rechtspopulismus setzt dabei zwar nicht mehr auf den traditionellen Rassismus des Kolonialismus und Nationalsozialismus, aber auf einen modernisierten Ethno-Rassismus frei nach dem “Kampf der Kulturen” des Brzezinski-Kollegen Samuel Huntington. Die Griechen wurden in diesem Sinne in Deutschland zum Sündenbock für die von der Finanzindustrie verursachten Krise gemacht, so Buckley/Rueger [24].

BILD hetzte am radikalsten gegen Athen, dichtete den in über 200 Artikeln notorisch als „Pleite-Griechen“ verhetzten Hellenen stereotyp Genusssucht, Faulheit und Luxus-Frührenten an. Dies prügelten Schlagzeilen in die deutschen Köpfe, obwohl Statistiker belegten, dass Griechen im Schnitt nicht jünger in den Ruhestand gehen als Deutsche, aber viel weniger Rente erhalten.  In einem alarmistischen Krisentitel „Akropolis adieu! Warum Griechenland jetzt den Euro verlassen muss“ (Nr.20, 14.05.2012) verband der SPIEGEL die drohende Euro-Apokalypse mit einer digitalen Schändung des Nationalheiligtums der Hellenen. Das Titelblatt erregte großes Aufsehen bis nach Athen und wurde dort als Affront, als Erpressung mit einem Rauswurf aus Europa verstanden. So war es wohl auch gemeint und in den Formulierungen mehr als angedeutet.

Das nächste Heft (Nr.21, 21.5.2012, S.146) warf  in der Rubrik „Rückspiegel“ einen befriedigten Blick auf Reaktionen der griechischen Presse, die Tageszeitung Ta Nea habe dazu geschrieben: „Nach den chaotischen Wahlergebnissen will uns jetzt auch der SPIEGEL, das große deutsche Nachrichtenmagazin, aus dem Euro werfen.“ Das griechische Blatt To Ethnos schreibe zum selben Thema: „Der SPIEGEL zerlegt die Akropolis, das ist anmaßend“ und das Netzmagazin Tsantiri: „Der Terrorismus der Geldgeber geht weiter, der SPIEGEL verabschiedet Griechenland aus der Euro-Zone. Dafür zertrümmert er die Akropolis…“.

Im SPIEGEL Nr.21/2012 schlugen noch zwei weitere Artikel auf Athen ein, speziell auf den Linken-Chef Alexis Tsipras: „Griechenland: Kranke Verhältnisse“ und „Zweifelhafte Nothilfe“ (für Athens „Zombiebanken“); im SPIEGEL Nr.22 wird dann Tsipras selbst einem Interview bzw. Verhör unterzogen, SPIEGEL Nr.23 lässt den konservativen „Vom Unglück ein Grieche zu sein“-Bestsellerautor Dimou über die kranke Seele der Hellenen schwadronieren, und wie er sich vom Akropolis-Schändungs-Titel des SPIEGEL aus Europa rausgeworfen fühlte. Auch das letzte Heft vor der Athener Wahl am 17.6.2012, SPIEGEL Nr.24, trat im Stil von BILD noch einmal kräftig nach –wenn auch nur durch seine Feuilletonistin: Unter der Überschrift „Das Blut der Erde“ erfahren SPIEGEL-Leser, Deutsche „verachten griechischen Wein. Sein Ruf ist wie der des Landes.“ (S.48)

Selten haben sich die deutschen Medien so deutlich bemüht, in den Wahlkampf eines anderen europäischen Landes einzugreifen. Die Mühe des Flaggschiffes der mächtigen Bertelsmann-Medienflotte trug für die Griechen bittere Früchte: Tsipras wurde um seinen Sieg betrogen, die Konservativen stellten die Regierung. Seither wird das Spardiktat der EU-Kommissare, die Berlins Austeritätspolitik exekutieren, fortgesetzt. Die Bertelsmann-Linie, Athen aus dem Euro zu drängen, wird seither von Politikern der Bundesregierung weiter propagiert, zum Nutzen und Frommen der Finanzindustrie. Sogar der alles andere als sozialistisch gesinnte Luxemburger Jean Claude Juncker hat inzwischen die deutsche Politik, insbesondere die FDP, aufgefordert, die respektlose antigriechische Kampagne einzustellen und an das drohende Schicksal der griechischen Bevölkerung zu denken. Anders als in der SPIEGEL-Titelstory „Akropolis adieu!“ im Mai wahrheitswidrig behauptet, wäre eine Rückkehr zur Drachme für die Hellenen keineswegs mit einer Sicherung ihrer Lebensgrundlagen verbunden [25].

Vielmehr droht einem wachsenden Teil der Griechen Arbeitslosigkeit und Elend, während selbst ehedem liberale Medien sich in Deutschland im Sinne antislawisch-antirussischer Ressentiments betätigen. Die Verwicklung führender Großbanken in die Erzeugung der desolaten Lage Athens wird dabei selbstverständlich von keinem der Mainstream-Medien erwähnt [26].  Wenn die USA sich mit Brzezinski von antislwawischen Ressentiments lösen, könnte es auch deutschen Medien erschwert werden, diese alten Stereotype weiterhin auf das orthodoxe Griechenland auszudehnen.

Seltsam genug ist, dass ein Pentagon-Ideologe wie Brzezinski sich zu einem Umdenken in der russischen Frage durchgerungen hat, und dass der Chefpolitiker der dreistesten Steueroase der Europäischen Union heute Fürbitte für die Griechen gegen ein gnadenloses Berlin leistet. Vielleicht können wir tatsächlich bald einem geopolitischen Umschwenken der USA gegen über Putins GUS entgegensehen, Brzezinski hat mehr als einmal dem strategischen Denken Washingtons seinen Stempel aufgeprägt. Wenn Wikileaks einen Beitrag zur Schwächung der bisherigen antirussischen Linie der US-Ideologen geleistet hat, wäre dies auch eine Erklärung für die Stärkung von Assange durch das Moskauer Fernsehen. Von Seiten der angelsächsischen Politik hätte Wikileaks wohl dennoch keine Milde zu erwarten [27].

Anmerkungen

[1] Brzezinski, Zbigniew: Strategic Vision: America and the Crisis of Global Power, Basic Books 2012; vgl. Ritz, Hauke: Warum der Westen Russland braucht -Die erstaunliche Wandlung des Zbigniew Brzezinski, Blaetter Juli 2012, http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/juli/warum-der-westen-russland-braucht

[2] Ritz, Hauke: Warum der Westen Russland braucht -Die erstaunliche Wandlung des Zbigniew Brzezinski, Blaetter Juli 2012, http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/juli/warum-der-westen-russland-braucht

[3] Mackinder, Halford John: The Geographical Pivot of History, The Geographical Journal, Jg. 23 (1904), Nr. 4, zit. n. Buckley, Michel: Die Ukraine als geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, The Heartland Blog (2012)

[3a] Brzezinski-Interview: „How Jimmy Carter and I Started the Mujahideen“, Le Nouvel Observateur, 15.1.1998.

[4] Brzezinski, Zbigniew: Russlands Vorgehen ähnelt dem von Hitler, Welt Online 11.8.2008, http://www.welt.de/politik/article2296378/Russlands-Vorgehen-aehnelt-dem-von-Hitler.html

[5] Brzezinski, Zbigniew: Die einzige Weltmacht –Amerikas Strategien der Vorherrschaft, Berlin 1997, S.180, zit.n. Ritz 2012

[6] Rueger, Gerd R.: Julian Assange –Die Zerstörung von Wikileaks, Hamburg 2010, S.5ff.

[7] Rueger ebenda, S.42 ff.

[8] Pijl , Kees van der: The Making of an Atlantic Ruling Class, (Epilogue: From Trilateralism to Unilateralism) Seite 272, First published in London by Verso, 1984, published by http://www.theglobalsite.ac.uk, 2004, http://www.theglobalsite.ac.uk/atlanticrulingclass/

[9] Brzezinski, Z. u. Samuel P. Huntington: Politische Macht: USA/UdSSR. Ein Vergleich, Köln/Berlin 1966, S.158f.

[10] Brzezinski/Huntington ebd. S.155.

[11] Mills, C. Wright: The Power Elite, New York 1956, S.400 ff.

[12] Zitelmann, Arnulf: Die Geschichte der Christen, Weinheim/Basel 2009, S.111.

[13] Zitelmann ebd. S.82.

[14] Littell, F.H. u. H.H.Walz: Weltkirchenlexikon. Handbuch der Ökumene, Stuttgart 1960, Sp.1084 ff.

[15] Gibbon, E., The History of the Decline and Fall of the Roman Empire, London 1788/1900.

[16] Schuller, Wolfgang: Einführung in die Geschichte des Altertums, Stuttgart 1994, S.44f.

[17] Maier, Franz Georg: Byzanz, Augsburg 1998, S.13.

[18] Fallmerayer, Jakob P.: Geschichte der Halbinsel Morea während des Mittelalters, Stuttgart 1930, S.IIIf.

[19] Kollautz, Arnulf, „Fallmerayer, Jakob Philipp“, in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 19 f. (online verfügbar: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118685996.html)

[20] Piper, Ernst: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, München 2005, S. 22 f.

[21] Rosenberg, Alfred: Der Mythus des 20.Jahrhunderts, München 1935, S.50.

[22] Vgl. Noack, David X.: Griechenland im Spiegel von Großmachtinteressen und Globaler Politischer Ökonomie, The Heartland Blog.

[23] Strohmeyer, Arn: Deutsche und Griechen –das ewige Missverständnis? http://vm2000.net/60/weiteres/griechenland.html

[24] Buckley, Michel und Gerd R. Rueger: Der reaktionäre Geist des Griechen-Bashings, Le Bohemien (16.4.2012), http://le-bohemien.net/2012/04/16/sturm-auf-die-akropolis/#more-8929

[25] Rueger, Gerd R.: „Akropolis adieu!“ Bertelsmann droht Athen mit Militärputsch, Jasminrevolution (22.6.2012), https://jasminrevolution.wordpress.com/2012/06/22/spiegel-schandet-nationalheiligtum-der-griechen/

[26] Vgl. Rueger, Gerd R.: Die Wurzeln der Euro-Krise: Goldman Sachs versus Griechenland, Le Bohemien (24.5.2012), http://le-bohemien.net/2012/05/24/die-wurzeln-der-euro-krise/#more-10754

[27] Vgl. Rueger, Gerd R.: Kampagne gegen WikiLeaks? Die TV-Dokumentation “WikiLeaks – Geheimnisse und Lügen”, Berliner Gazette (14.4.2012), http://berlinergazette.de/tv-doku-wikileaks-the-guardian/#more-29944

Quellenverzeichnis

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