Merkel und Pegida: Symbol für Rassismus und Volksverhetzung

Gilbert Perry MerkelVolkPegida

Merkel als Muslima auf Pegida-Hetzplakat: Wird dies weltweit zum Symbol für Rassismus und Volksverhetzung?

Das weltberühmte Portal THE INTERCEPT von Snowden-Enthüller Glenn Greenwald bebildert so einen Artikel zur IS-Propaganda für Terror und sexuelle Sklaverei im Dienste des ethnorassistischen „Clash of Civilizations“.

Der Guardian-Journalist Murtaza Hussain berichtet im renommierten Online-Magazin The Intercept in seinem Artikel “Neue Medien des IS –Fortschritte in der Volksverhetzung” über das Propagandaorgan Dabiq, das den IS und die dort praktizierte sexuelle Sklaverei verherrlicht. Als Illustration dient eine Pegida-Demo in Dresden mit Bild von Merkel als Muslima!

Ob Merkel und Pegida jetzt stolz sind? Sie wurden weltweit zum Symbol für Volksverhetzung Clash_civilizationsund globalen Ethnorassismus, also Samuel Huntingtons Ideologie vom „Clash of Civilizations“, die G.W.Bush und anderen als Rechtfertigung für ihren „Krieg gegen den Terror“ und weitere Kreuzzüge im Blutrausch westlicher Allmachtsphantasien gelten. Die US-Mediendominanz kehrt sich heute jedoch leicht auch einmal gegen Washington. Die fatale Rolle von CNN und dem dort inszenierten Duell zwischen Saddam Hussein und George Bush sr. wirkte so nachhaltig, dass man seither vom CNN-Faktor spricht: Die komplette, perfekte, mediale Kriegsinszenierung. Weil diese mediale Inszenierung alle arabischen Länder erreichte, deren Öffentlichkeit aber die US-amerikanische Siegerpose von CNN unerträglich erschien, machte dies 1996 die Gründung eines neuen globalen TV-Senders opportun: Al Jazeerawie unabhängig dessen Betreiber in Qatar von den USA wirklich sind, sei dahin gestellt.

In Deutschlande hatte Pegida vermutlich vorwiegend die Funktion, die Montagsdemos zu diffamieren, vor allem ihre Medienkritik an tendenziöser Berichterstattung zum Ukrainekrieg: Mit dem Schlagwort „Lügenpresse“ aus Nazi-Mund sollte die seriöse Aufdeckung von manipulativer Tendenz in ARD, BILD, ZEIT, SPIEGEL usw. in eine rechte Ecke gerückt werden –dafür gab es sogar den Germanisten-Preis „Unwort des Jahres“.

Die Journaille im Dienste kriegstreiberischer Clash of Civilizations-Strategien (für Huntington sind „der Westen“ und die Slawen, sprich Russland, globale Feinde) wollte sich so reinwaschen und von ihren –auch hier im Blog- zahlreich aufgedeckten Lügen ablenken. Nun sind sie und das Gespann Merkel-Pegida zu weltweiten Ikonen dieser Art von Volksverhetzung geworden.

Hintergrund: Dabiq

Dabiq ist der Name eines IS-Portals für Propaganda und Rekrutierung für den „Islamic State of Iraq and the Levant“, wo seit Juli 2014 in verschiedenen Sprachen für den dubiosen IS-Islamismus getrommelt wird. Der Name soll von der Stadt Dabiq in Nordsyrien kommen, die in einem Hadith über die Weltuntergangsschlacht Armageddon genannt wird. Der Begriff Hadith (arabisch Erzählung, Bericht) bezeichnet im Islam die Überlieferungen von Worten und Taten des Propheten Mohammed, also ein heiliger Vers. Dabiq soll der Ort sein, wo muslimische und christliche Armeen sich im mythischen Endkampf gegenüberstehen werden: Kein sehr friedliebender Name also.

Harleen K. Gambhir am Institut für die Studie des Krieges erläutert zur IS-Medienstrategie, dass al-Qaida der arabischen Halbinsel sich im Portal Inspire darauf konzentriert, seine Leser zu „Lone Wolf“-Terroranschlägen im Westen anzustacheln. Dabiq geht es dagegen eher um die religiöse Legitimation von IS, ISIL und selbsternannten Kalifaten sowie darum, Muslime zur Auswanderung dorthin zu ermutigen.

Die Oktober- Ausgabe 2014 zierte ein Bild mit der schwarzen IS-Dschihad-Flagge in der Mitte des Petersplatzes im Vatikan. Der bosnische Imam Bilal Bosnić wird zitiert: „In der Zeit, die ganze Welt werden einen islamischen Staat […] Ziel ist es, sicherzustellen, dass auch der Vatikan Muslim sein wird“. Die Zeitschrift ist auch bekannt für Berichte über die sexuelle Versklavung meist jesidischer Frauen. Ein Artikel skizziert religiöse Begründungen für Sklaverei und lobte ihre Wiederbelebung, so zumindest die englische wikipedia.  Eine neue Ausgabe der Zeitschrift Dabiq rühmt sich der Fortschritte, die sie bei der Polarisierung der Welt in zwei gegnerischen Lager gemacht hat: Der IS-Unterstützer auf der einen Seite und des Westens auf der anderen, der die Moslems und das sogenannte „IS-Kalifat“ nicht akzeptieren will, wie Murtaza Hussain auf The Intercept berichtet:

In a new issue of its magazine Dabiq, the Islamic State boasts of the progress it’s made in polarizing the world into two sharply opposing camps—supporters on one side, and on the other, the West and all those Muslims who do not accept its newly declared “Caliphate.”

Weitere Quelle:

Harleen K. Gambhir „Dabiq: The Strategic Messaging of the Islamic State“
The Islamic State of Iraq and al-Sham’s (ISIS) assault on the city of Mosul on June 10, 2014 demonstrated its formidable military strength. ISIS’s activities across Iraq and Syria also reveal that the organization is engaged in governance programs, ranging from Shari’a courts to aid distribution and law enforcement. These efforts underscore ISIS’s desire to erect a functional Caliphate within the boundaries of its controlled territory. That effort requires political and religious control in addition to military victory, and ISIS has a vision for how the Caliphate will form. ISIS has begun to explain its grand strategy to achieve this end through extensive public outreach, including a digital magazine series entitled Dabiq. This backgrounder will examine the contents of the first issue of Dabiq in detail, explaining the significance of this strategic messaging approach by ISIS in conjunction with the announcement of a Caliphate. PDF here
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Entgegen NSA-Panikmache: Snowden-Leaks halfen Terroristen nicht

Gerd R. Rueger Snowden

Hohe NSA-Beamte schürten seit den NSA-Leaks von Edward Snowden im Juni 2013 Panik: Angeblich wäre nun ihr „Krieg gegen den Terror“ in Gefahr, weil Islamisten jetzt Krypto-Tools nutzen würden. The Intercept präsentiert nun eine Studie von Flashpoint Global Partners, einer privaten Sicherheitsfirma. Die Untersuchung belegt, dass die NSA-Panikmache Unsinn ist. Die Moslems waren gar nicht so dumm, wie die NSA uns glauben machen wollte: Sie verschlüsselten ihre mails schon lange.

Haben Edward Snowdens Enthüllungen über die globale NSA-Überwachung die Fähigkeit der Nachrichtendienste torpediert, terroristische Gruppen zu überwachen? Anfang September hatte der Ex-NSA-Boss Michael Hayden dies behauptet: „Die veränderte Kommunikation, und Vorgehensweisen terroristischer Gruppen nach den Snowden-Enthüllungen haben unsere Fähigkeit reduziert, diese Gruppen zu verfolgen und zu überwachen“. Matthew Olsen vom National Counterterrorism Center fügte hinzu: „Nach der Publikation der gestohlenen NSA-Dokumente änderten Terroristen ihr Kommunikationsverhalten, um Überwachung zu vermeiden.“

NSA-Panikmache entlarvt

Entgegen reißerischen Behauptung von US-Beamten verneint dies eine neue unabhängige Analyse, wie  Murtaza Hussain auf Glenn Greenwalds Site The Intercept berichtet. Der US-Sender NBC hatte enthüllte:

Flashpoint Global Partners, eine private Sicherheitsfirma, untersucht die Häufigkeit der Versionswechsel und Updates von Verschlüsselungssoftware bei dschihadistischen Gruppen… Flashpoint fand keine Korrelation beider Maßnahme zu den Snowden-Leaks bezüglich der NSA Überwachungstechniken, die am 5.6.2013 an die Öffentlichkeit gelangten.“

Der Flashpoint-Bericht „Measuring the Impact of the Snowden Leaks on the Use of Encryption by Online Jihadists“ weist ferner darauf hin, dass “ Online-Dschihadisten schon vor Edward Snowden wussten, dass PRISM_logoStrafverfolgung und Geheimdienste versuchten, sie zu überwachen.“ Dieser Punkt ist angesichts der Tatsache offensichtlich, dass Terrorgruppen sich schon jahrelang mit Taktiken beschäftigt haben, die dazu dienen der digitalen Überwachung auszuweichen. In der Tat, Bedenken über die Nutzung hochentwickelter Verschlüsselungstechnologie datieren zurück zu 9/11. Im Gegensatz zur Behauptung, dass solche Gruppen ihre Praktiken aufgrund von Informationen aus den NSA-Leaks grundlegend verändert haben, schließt der Bericht. „Die zugrunde liegende Verschlüsselung mit öffentlichen Methoden von online-Dschihadisten scheinen sich seit dem Aufkommen von Edward Snowden nicht wesentlich verändert zu haben.“ The Intercept

The report itself goes on to make the point that, “Well prior to Edward Snowden, online jihadists were already aware that law enforcement and intelligence agencies were attempting to monitor them.” This point would seem obvious in light of the fact that terrorist groups have been employing tactics to evade digital surveillance for years. Indeed, such concerns about their use of sophisticated encryption technology predate even 9/11. Contrary to claims that such groups have fundamentally altered their practices due to information gleaned from these revelations, the report concludes. “The underlying public encryption methods employed by online jihadists do not appear to have significantly changed since the emergence of Edward Snowden.”

The Intercept author Murtaza Hussain is a journalist and political commentator. His work focuses on human rights, foreign policy, and cultural affairs. Murtaza’s work has appeared in The New York Times, The Guardian, The Globe and Mail, Salon,and elsewhere.

Flashpoint Global Partners ist eine Sicherheitsfirma, die sich damit brüstet, das Darknet ans Licht zu zerren und potentielle Gefahren zu ergründen “ to assist corporations, governments, and individuals“:

Flashpoint Partners is dedicated to meeting the challenge of providing its customers with the data and expertise necessary to demystify the „Dark Web“ – the areas on the internet where mainstream search engines are unable to penetrate – and turn the unknown and unseeable into actionable intelligence to assist corporations, governments, and individuals in protecting their interests and obligations. flashpoint