Grüne Kiew-Lügen: Die verlorene Ehre des Heinrich Böll

Gilbert Perry PutinJoker

Shitsorm gegen Moskau. Bertelsmanns „Spiegel“ diffamiert Putin als „Brandstifter“, andere bilden ihn als Comic-Bösewicht ab, Hillary Clinton verglich ihn gar mit Hitler. Das ZDF sieht einen Kampf von „Europas Diplomaten gegen den Kalten Krieger aus Moskau“, der sonst besinnlich-dröge Dokusender Phoenix bringt seinen Krim-Krisen-Talk vor dem Hintergrund eines Putin-Bildes, das den GUS-Präsidenten scheinbar mit gierig ausgestreckter Klaue zeigt. Wie funktioniert eigentlich die Gleichschaltung für so eine Medienkampagne? Die Grüne Heinrich-Böll-Stiftung scheint dabei eine Drahtzieherrolle zu spielen.

Die zentrale Rolle der Grünen Böll-Stiftung ist tragisch, denn der politische Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll stand mit seinem Klassiker „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ auch für den Kampf gegen hetzerische Medien. Im Roman geht es um die menschenverachtende Zerstörung einer Frau, die als Geliebte eines militanten Kommunisten dämonisiert und medial ausgebeutet wird. Ähnlichkeiten mit der antikommunistischen Hetze von Springers BILD-Zeitung waren dabei bekanntlich beabsichtigt.

Antikommunismus schwingt bei der derzeitigen Medienkampagne gegen Russland und für die Kiewer Putschisten auch immer mit, wenn schwer bewaffnet aufmarschierende Faschisten zu „nationalistisch orientierten Demonstranten“ erklärt werden und der deutsche Journalist sich sichtlich über umgestürzte Lenin-Denkmäler freut. Aber gibt es die ukrainischen Neonazis, Rassisten und Faschisten wirklich fast nur in der immer wieder lautstark gegeißelten „russischen Propaganda“?

Anders als anscheinend SPIEGEL, STERN, ARD und ZDF hat der britische GUARDIAN wohl wirklich einen Ruf als Qualitätsmedium zu verteidigen: Er berichtete früh und ausführlich über Faschisten und westlichen Expansionsgelüste als Wurzeln der ukrainischen Umsturz-Bewegung.

„You’d never know from most of the reporting that far-right nationalists and fascists have been at the heart of the protests and attacks on government buildings. One of the three main opposition parties heading the campaign is the hard-right antisemitic Svoboda, whose leader Oleh Tyahnybok claims that a „Moscow-Jewish mafia“ controls Ukraine.“ Guardian

Bei uns sind es nur kleine Links-Medien, die so etwas melden, wie die Junge Welt, die sich dabei aber von Janukowitsch distanzierte:

„Gleichwohl sind selbstverständlich nicht alle Menschen, die sich gegen die unbestreitbar korrupte und kleptokratische Regierung Wiktor Janukowitschs zur Wehr setzten, Faschisten. Viele sind auf die Straße gegangen, weil die soziale Situation in der Ukraine katastrophal ist. Löhne von umgerechnet 200 bis 300 Euro sind keine Seltenheit, während eine kleine Schicht von ­Oligarchen ein Leben in unvorstellbarem Luxus führt. Die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums könnte ungleicher kaum sein, die Akkumulation von Kapital läuft hier nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion noch »ursprünglich« im Marxschen Sinne, nämlich durch »Eroberung, Unterjochung, Raubmord, kurz Gewalt«.“

Auf eine ausgewogene Berichterstattung pochen auch einzelne Stimmen von Journalisten mit Rückgrat, wie Peter Scholl-Latour, (den Phoenix anders als bei anderen Themen in seinem Krim-Schwerpunkt nicht zu Wort kommen ließ) hier im Internet-Interview:

„Die Tatsache, dass führende Politiker des Westens der Swoboda-Partei einen Heiligenschein ausstellten, obwohl Scholl_Latourdie sich nachträglich auf jene ukrainischen Partisanentruppen beruft, die während des Zweiten Weltkrieges brutal gegen Russen, Polen und Juden vorgingen und nur gelegentlich gegen die deutsche Besatzung kämpften, zeigt, dass der westlichen Politik jegliches historische Gespür abhanden gekommen ist.“ Peter Scholl-Latour auf  Telepolis

Mit den „ukrainischen Partisanentruppen“ meint Scholl-Latour hier die Faschisten um den Kriegsverbrecher Stepan Bandera, der von der abgewählten Rechts-Regierung in Kiew zum Volkshelden erklärt wurde. Bandera war vor allem in die Ermordung von Polen und Juden verwickelt, weshalb Kiew damals Proteste aus Warschau, Israel und jüdischen Gemeinden auch in Deutschland erntete. Janukowitsch entzog Bandera diese Ehrungen wieder und zog sich damit den Hass vor allem westukrainischer Faschisten zu.

Medien-Gleichschaltung von der Heinrich-Böll-Stiftung

Auf dieser Linie der Medien-Gleichschaltung lag auch ein Aufruf, den die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung UkraineHeroinaverbreitete und der von „Sozial- und Geisteswissenschaftler, die sich mit ukrainischer nationaler Identität befassen“ stammen soll. „Der Kiewer Euro-Maidan“, also die Proteste von Svoboda und anderen, sei keine extremistische, „sondern eine freiheitliche Massenbewegung zivilen Ungehorsams… von Repräsentanten verschiedenster ideologischer Strömungen getragen“, behauptet die Böll-Grünen-Erklärung, die sich nur scheinbar neutral und ausgewogen gibt:

„Obwohl wir den rechten Aktivitäten auf dem Euro-Maidan kritisch gegenüberstehen, sind wir besorgt über eine unerfreuliche Erscheinung in zu vielen internationalen Medienberichten über die jüngsten Ereignisse in der Ukraine. In etlichen Reportagen und Kommentaren wird in der einen oder anderen Weise die Rolle, der Stellenwert und der Einfluss ukrainischer Rechtsradikaler in Kiew überbewertet bzw. fehlinterpretiert… Nicht nur die friedlichen Protestanten, sondern auch jene, die Stöcke, Steine und sogar Molotowcocktails gegen Spezialeinheiten der Polizei sowie regierungsnahe Schlägertrupps einsetzen, bilden eine breite und dezentrale Bewegung.“

Die Putschisten in Kiew wurden demnach von einer „dezentralen Bewegung“ getragen, nicht etwa zentral organisiert? Woher weiß die Böll-Stiftung das eigentlich? War sie dabei, als der Putsch nicht organisiert wurde? Die starke Betonung der Beteiligung „rechtsextremer Randgruppen“ an den Protesten in internationalen Medienberichten findet die Böll-Grünen-Erklärung jedenfalls „ungerechtfertigt und irreführend“ und beklagt,

„…dass in einigen Berichten, insbesondere solcher kremlnaher Massenmedien, die übermäßige Betonung der SvobodaProtestersrechtsradikalen Elemente auf dem Kiewer Euro-Maidan nicht auf antifaschistischen Motiven beruht. Im Gegenteil, derartige Berichterstattung kann paradoxerweise womöglich selbst Ausdruck von imperialistischem Nationalismus sein, in diesem Falle von dessen russischer Variation. Mit ihrer gezielten Diskreditierung einer der größten Massenbewegungen zivilen Ungehorsams in der Geschichte Europas liefern die russischen Medienberichte einen Vorwand für die politische Einmischung Moskaus, ja womöglich sogar für eine künftige militärische Intervention Russlands in der Ukraine, ähnlich derjenigen in Georgien 2008.“

Also sind die Faschisten in Kiew und der Westukraine nur russische Propaganda, bestenfalls marginale Erscheinungen. Deshalb ruft die Böll-Grünen-Erklärung die West-Medien-Journalisten auf, die Svoboda, „Rechter Sektor“ usw. bloß nicht zu sehr zu erwähnen. Die Wahrheit zu berichten, könnte ja den Russen nützen.

„Angesichts dieser Risiken bitten wir Kommentatoren, etwa solche aus dem linken Spektrum, bei ihrer berechtigten Kritik des radikal ethnonationalistischen Lagers im Euro-Maidan vorsichtig zu sein, da entsprechende Texte leicht von Moskaus ‚Polittechnologen‘ instrumentalisiert werden können, um Putins geopolitische Projekte umzusetzen. Berichte, welche rhetorische Munition für Moskaus Kampf gegen die ukrainische Unabhängigkeit liefern, unterstützen womöglich unabsichtlich eine politische Kraft, die eine weit größere Gefahr für soziale Gerechtigkeit, Minderheitenrechte und politische Gleichheit darstellt, als alle ukrainischen Ethnonationalisten zusammen genommen.“

Die Grünen wollten also eine Mediengleichschaltung erreichen, die sich Faschisten, Neonazis und Rassisten der Ukraine zu „Ethnonationalisten“ schön- und kleinlügt -die letzten Wochen in der deutschen Mainstream-Medienlandschaft zeigten, dass ihnen das gelungen ist. Inzwischen ist auf der Böll-Website dieser Aufrur zu platter anti-russischer  Propaganda verschwunden -ist jemandem klar geworden, dass diese Machenschaften kaum mit dem Werk des großen literarischen Medienkritikers Heinrich Böll zu vereinbaren sind? Doch im Internet findet man diesen Tiefpunkt der politischen Vereinnahmung Bölls immer noch zitiert -auf russischen Webistes. Die Grüne Stiftung macht nur wenig subtiler weiter mit Bildern von russischen Kampfjets und dem Hinweis, das in der Ukraine „die Annäherung an die EU mit Blut bezahlt wird“. Euromajdan – Momentaufnahmen aus der Ukraine

Zum Glück sind es nicht nur russische Quellen, die sich um Ausgewogenheit und Wahrheit bemühen, sondern auch deutsche Beobachter wie der Orientexperte Scholl-Latour. Der wehrte sich in einem Telepolis-Interview vehemant gegen die platte Propaganda der West-Politik und -Medien gegen Russland. Der Nestor der deutschen Auslandsberichterstattung wehrte sich insbesondere, gegen die heuchlerische Berufung auf angeblich angestrebten Schutz der Menschenrechte und die schon fast lächerliche Dämonisierung von Putin:

Telepolis:  Hillary Clinton verglich Putin kürzlich mit Hitler

Peter Scholl-Latour: Auf so einem Niveau sollte man wirklich nicht argumentieren, ein Armutszeugnis. Aus Scholl_Latourrussischer Sicht wird Putin mit Peter dem Großen verglichen, der ja auch in der westlichen Geschichtsschreibung als großer Reformer gepriesen wird. Dabei wäre Peter der Große, nach heutigen Menschenrechtsmaßstäben, ein blutiger Diktator. Dem Westen wäre es natürlich lieber, die Politik von Boris Jelzin wäre in Moskau weiter geführt wurden, als Russland am Boden lag, die Oligarchen die Macht übernahmen und das russische Volk massiv verarmte. Putins Verdienst ist es, dass er Russland, also den größten Flächenstaat der Welt, wieder aus dem Elend führte… Putin hat immerhin den blutigen Krieg in Tschetschenien beendet, den sein Vorgänger Jelzin begann. Ein Krieg, der zigtausende von Opfern forderte, in den 1990er Jahren, was im Westen weit weniger Empörung auslöste als die Inhaftierung von irgendwelchen jungen Damen, die sich während einer religiösen Zeremonie entkleideten.

Telepolis: Sie halten also Kritik an Menschenrechtsverletzungen in Putins Russland für überflüssig?

Peter Scholl-Latour: Der Westen könnte ja einmal damit beginnen, bei seinen engsten Verbündeten Menschenrechte einzufordern und diese nicht nur selektiv einzuklagen. Saudi-Arabien wird von den USA und der EU mit Waffen geradezu überschüttet, obwohl Homosexuelle dort hingerichtet werden, der Spaßgruppe Pussy Riot wäre dort ein ähnliches Schicksal beschieden.

West-Politiker und ihre Medien beklagen bei Russland „selektive Justiz“, üben aber solche selektiven Rechtsforderungen selber gegen Russland. Nur ein medial weichgeklopftes und gründlich desinformiertes Mainstream-Medien-Publikum kann solche Heuchelei übersehen, Peter Scholl-Latour:

„Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil reden…“

Was ist wirklich los in der Ukraine? SvobodaProtesters

22 Gedanken zu “Grüne Kiew-Lügen: Die verlorene Ehre des Heinrich Böll

    • Aber die Grüne Böll-Stiftung nimmt Böll doch ganz wörtlich:

      „…Geständnis von Konrad Beiters, der bei dieser Gelegenheit zugab, er sei ein alter Nazi, und dieser Tatsache allein verdanke er es wahrscheinlich, daß man bisher auf ihn nicht aufmerksam geworden sei.“, H.Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum, S.118

      Und darum sind die Böllianer auf die ganzen Nazis und Faschisten bei ihren hochgepriesenen Maidan-Protestlern eben auch nicht aufmerksam geworden. Und wer hat schon Zeit, die Geschichte der Ukraine mit dem Massenmörder Bandera nachzulesen? Es gibt Wichtigeres! Mülltrennen, Dosenpfand für die Armen statt fair bezahlter Arbeit oder Sozialhilfe usw.

      • Und jetzt trommelt ein Böllianer, der für ihre Kiew-Putschregierung zuständig ist und Makarenko heißt, für die Mainstream-Kampagne: „Alles nur russische Propaganda“ (was der Mussolini au Chocolat in Kiew, der Schokobaron an Kriegsverbrechen begeht). Billig – billiger -Böllstiftung…
        „Man kann einfach nicht so sauber den Krieg führen“
        Alexander Dill 05.07.2014
        Deutsche Parteistiftungen in Kiew zwischen Demokratieförderung und Kriegsrechtfertigung
        Die in Deutschland verbreiteten Informationen über den Konflikt, Krieg (oder Bürgerkrieg?) in der Ukraine sind schwer zu verifizieren – ein Grund, mit einem der in Kiew ansässigen Projektleiter der deutschen Parteistiftungen zu sprechen. Der Ukrainer Andriy Makarenko ist „Programmkoordinator Demokratieförderung“ für die deutsche Heinrich-Böll-Stiftung in der Ukraine. Alexander Dill sprach mit ihm über die Wahrnehmung Russlands in Deutschland sowie über die verwirrenden Informationen aus der Ost-Ukraine, wo angeblich ukrainische Bombenangriffe und Flüchtlingsströme dafür sprechen, dass nicht unbedingt nur die Ukraine das zu verteidigende Land mit westlicher Demokratie ist. Makarenko erklärt im Gespräch mit Telepolis diese Informationen zu russischer Propaganda.
        Die in Deutschland wenig bekannte Tatsache, dass der Milliardär Poroschenko bereits unter Janukowitsch Wirtschafts- und Außenminister war, macht die Einordnung der gegenwärtigen politischen Situation in der Ukraine nicht einfacher.
        Ein jüngst von Vice-News veröffentlichter Bericht über ukrainische Soldaten in der Ost-Ukraine spricht jedenfalls von Artillerieangriffen und zeigt einen ukrainischen Soldaten mit Hakenkreuzkette . Aktuelle Videos von behaupteten Bombardierungen mit zivilen Toten gibt es etwa aus Luhansk, aus Seversk oder aus Slowiansk.
        „No to genozide!“, nennt sich eines der Videos. Es ist für Außenstehende schwer, die Authentizität der Gräuelberichte zu überprüfen, aber in jedem Fall sind sie Ausdruck eines offensichtlich stattfindenden Bürgerkrieges in der Ost-Ukraine.
        Dass der ukrainische Vertreter der Heinrich-Böll-Stiftung die zivilen Opfer dort als „casualities“ rechtfertigt („Man kann einfach nicht so sauber Krieg führen“) und die Ukraine mit Afghanistan und dem Irak vergleicht („Da werden sowieso Zivilisten getötet“) zeigt, dass offensichtlich einige der vom deutschen Steuerzahler finanzierten Parteistiftungen deutlich die Partei des undurchsichtigen ukrainischen Regimes ergreifen und glauben, dass die politischen und ethnischen Konflikte in der Ukraine mit militärischen Mitteln lösbar sind.
        aus dem Interview:
        Herr Makarenko, stimmt es, dass über 100.000 Menschen aus der Ost-Ukraine nach Russland geflüchtet sind?
        Andriy Makarenko: Wo haben Sie diese Information bekommen? Ich habe zumindest noch nichts davon gehört.
        AFP hat das auf der Grundlage von Angaben von UNHCR z.B. gemeldet. Gibt es nennenswerte Mengen von Flüchtlingen, die aus der Ost-Ukraine nach Russland fliehen?
        Andriy Makarenko: Es ist nicht bekannt. Ich kenne nur welche, die aus der Ost-Ukraine in die Zentralukraine, nach Kiew und in die West-Ukraine und in das Gebiet um Dnjetopetrovsk geflohen sind.

        Da sind wir wieder bei dem Informationsproblem, das wir haben, dass wir das Gefühl haben, hier in Deutschland keinerlei unabhängige Information zu bekommen. Einige informierten sich dann über RT, über das russische Fernsehen, oder über das Internet. Ich habe zum Beispiel selbst Videos von Bombenangriffen auf ostukrainische Städte gesehen, bei denen zahlreiche Zivilisten getötet wurden.

        Andriy Makarenko: Ich muss dann einfach den Hut vor der russischen Propagandamaschine ziehen. Die machen das ganz geschickt. Wenn Sie aber ein bisschen tiefer recherchieren, dann werden sie höchstwahrscheinlich herausfinden, dass diese Videos fünf Jahre alt sind und in Georgien und Dagestan gedreht wurden, wo es russische Kampfeinsätze gab, und diese Videos werden dann als Daten aus der Ukraine im russischen Fernsehen gesendet.
        ….usw
        http://www.heise.de/tp/artikel/42/42182/1.html

    • Washington, 2004. Das dortige Büro der grünennahen Heinrich-Böll-Stiftung hatte im Dezember den ehemaligen Grünen Staatsminister im Auswärtigen Amt Ludger Volmer eingeladen. Ludger Volmer: „Ich bin da, um als außenpolitischer Sprecher meiner Fraktion amerikanischen Interessenten Auskunft zu geben. Schon bei ihrer Begrüßung liefert die Böll-Büroleiterin mich ans Messer: ‚Er gehörte zu denen, die die Nato abschaffen wollten.‘ Das ist zwar ebenso dumm wie falsch, verfehlt aber nicht seine Wirkung. Der Vertreter des „American Enterprise Institute“ fällt über mich her. Laut, ungehobelt, pöbelnd. Ein Parteigänger der Fundamentalistentruppe rund um das Weiße Haus. Das also waren George W. Bushs außenpolitische Berater. Die Böll-Stiftung hat, aus Angst, des Antiamerikanismus geziehen zu werden, ihre Dialogstrategie sehr weit nach rechts ausgeweitet.“

      Und korrupten Filz hat die Böll-Bande auch zu bieten:
      „Den Atlantizismus in Zentraleuropa beleben: Gefahren und Möglichkeiten“. Keynote-Speakerin ist unter anderem Victoria „Fuck-the-EU“ Nuland, Ehefrau von Robert Kagan (PNAC-Kriegshetzer), und im US-Außenministerium für Europa und Eurasien zuständig. Unter den exklusiv eingeladen Teilnehmern des Forums befinden sich keine aus Deutschland, mit zwei Ausnahmen: Marieluise Beck, Osteuropasprecherin der grünen Bundestagsfraktion und Ehefrau des Co-Vorsitzenden der Heinrich-Böll-Stiftung Ralf Fücks, sowie deren gemeinsame Tochter Charlotte Beck, inzwischen im Washingtoner Büro der Stiftung Programmdirektorin für den Bereich Außen- und Sicherheitspolitik.
      http://www.heise.de/tp/artikel/44/44278/1.html

    • Die Rüstungsindustrie?
      „Die Grünen teilen mit der Kanzlerin das Konzept einer moralischen Außenpolitik. Katrin Göring-Eckardt findet natürlich auf dem Maidan, in Mali oder sonstewo unterdrückte Geschöpfe, die sich möglicherweise mit Waffengewalt beglücken lassen. Seitdem Joschka Fischer im Jahr 1999 unter Tränen Erkenntnisse über einen angeblichen „Hufeisenplan“ anführte, um in Jugoslawien einzumarschieren, scheint es für Grüne Außenpolitik nur noch moralische Argumente und militärische Mittel zu geben. “
      http://www.heise.de/tp/artikel/41/41194/2.html

  1. „…das einzige den Kommunismus von Katharinas Vater belegende Zitat war eine von jenem im Jahre 1949 in einer der sieben Kneipen des Dorfes dem Bauern Scheumel gegenüber getane Äußerung, die gelautet haben sollte, „Der Sozialismus ist gar nicht das schlechteste“.“
    H.Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum, S.107
    Sowas ähnliches soll Putin ja auch gesagt haben, also haut drauf, ihr Grünen!

  2. Dazu passt ja dies aus HINTERGRUND
    http://www.hintergrund.de/201405083098/politik/inland/auf-dem-rechten-auge-blind.html

    Auf dem rechten Auge blind

    Die Heinrich-Böll-Stiftung beherbergt in Berlin eine „Euromaidan Wache“. Deren Verhältnis zum ukrainischen Faschismus ist durchaus fragwürdig –

    Von THOMAS EIPELDAUER, 8. Mai 2014 –

    Am Samstag findet in Berlin eine Kundgebung statt. Unter dem Label „Marsch der Demokratie“ wollen sich – laut polizeilicher Anmeldung – etwa 400 Menschen am Berliner Potsdamer Platz versammeln, um auf die „äußerst schwierige Lage“ in der Ukraine aufmerksam zu machen. Eine von vielen Demonstrationen für den Kiewer Maidan und die proeuropäische Bewegung in der Ukraine, könnte man meinen.

    Doch wie auf dem Maidan selbst ist die politische Ausrichtung der Organisatoren dieser Veranstaltung alles andere als lupenrein demokratisch. Die Finanzierung der Busse, die aus Köln, Leipzig, Frankfurt und Hamburg nach Berlin fahren und Demonstrationswillige zum Ort des Geschehens bringen sollen, wird über die Kontonummer einer Svitlana G. abgewickelt. Frau G., Exilukrainerin aus Frankfurt, spielt überhaupt in der Mobilisierung zum „Marsch der Demokratie“ die entscheidende Rolle.

    Das Brisante dabei: Svitlana G. ist über ihre Profilseite in dem sozialen Netzwerk Facebook eng vernetzt mit Faschisten und Rechtsextremen vor allem aus der Ukraine, aber auch aus Russland. Dutzende, wenn nicht Hunderte ihrer Freunde und Freundinnen stellen auf ihren Profilseiten ihre Bewunderung für Bandera, einen notorischen Hass auf alles Russische und ihre Sympathie für die Faschisten des Rechten Sektor – jener paramilitärischen Gruppierung, die schon auf dem Maidan den radikalsten und allzeit gewaltbereiten Part der prowestlichen Proteste ausmachte –- zur Schau. Frau G. selbst steht ihnen um nichts nach. Auch ihre eigene Seite zieren die Symbolfarben der Faschisten, Propaganda des Rechten Sektors und jede Menge Nationalismus. Das Foto eines Transparents faschistischer Jugendlicher aus Kiew, auf dem neben dem Hitler-Kollaborateur Stepan Bandera auch der als ukrainischer Freiwilliger im Wehrmachtsbataillon Nachtigall tätige Roman Shukhevych zu sehen ist, kommentiert sie mit:„Danke, Brüder!“

    Eine Demonstration, mit der keiner was zu tun haben will …

    Beworben wurde der „Marsch der Demokratie“ursprünglich auf Facebook. Nachdem ein Blog (1) auf die offenkundig mit ukrainischen Faschisten sympathisierende Organisatorin hingewiesen hatte, wurden nach und nach Veranstaltungsankündigungen gelöscht. Bestehen blieb bis zur Nachfrage von Hintergrund jene auf der Webseite der „Euromaidan Wache Berlin“. (2) Diese „Wache“ hat ihre offizielle Adresse im Foyer der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung in der Berliner Schumannstraße.

    Dort steht ein Stelltisch, den eine kleine ukrainische Fahne schmückt und auf dem einige Flugblätter ausliegen, die dem russischen Geheimdienst die Verantwortung für das von rechten Milizen verübte Massaker in Odessa zuschreiben. Besetzt ist der Info-Point zunächst nicht. Auf Nachfrage ruft eine Mitarbeiterin der Böll-Stiftung eine ihrer Kolleginnen an, die allem Anschein nach sowohl für die Stiftung wie auch für die „Euromaidan-Wache“ tätig ist. Ihren Namen will mir die junge Frau nicht verraten, sie gibt mir aber Auskunft darüber, dass die Demo nichts mit ihrer Wache zu tun habe.

    Frau G. sei ihr nicht bekannt, sie habe zwar davon gelesen, aber über die Demo wisse sie nichts, sie sei ohnehin nicht in der Stadt, insofern werde sie sowieso nicht hingehen können. Sie scheint nicht allzu viel darüber zu wissen, wer auf der eigenen Homepage was bewirbt, im Übrigen habe der „Marsch der Demokratie“ auf den ersten Blick wie eine „normale ukrainische Demo“ ausgesehen, mit der Organisatorin habe sie sich nicht beschäftigt. Man habe das eben mit beworben, sonst nichts.

    Das klingt eigentlich glaubwürdig, einige Zweifel bleiben ob des Bildes eines der „Märtyrer“ des Maidan mit Abzeichen der rechten Terrororganisation UNA-UNSO.

    Bandera-Anhängerin? Lobenswert!

    Zeitgleich allerdings läuft eine Anfrage per E-Mail an die offizielle Seite der „Euromaidan-Wache“. Ob man Svitlana G. und ihre politischen Ansichten kenne, und inwiefern man mit ihr zu tun habe, wollten wir wissen. Es kommt nicht nur eine Antwort, sondern gleich zwei, von verschiedenen Mail-Accounts. Die eine, vom offiziellen Mail-Account, enthält eine diplomatische Antwort einer Oleksandra B., die schreibt: „Wir, als Euromaidan Wache Berlin, distanzieren uns von jeglichen fremdenfeindlichen, antisemitischen und rassistischen Ansichten. Was Ihre Frage betrifft, so sind die Veranstalter der Demo am Samstag uns nicht persönlich bekannt. Darüber hinaus bedeutet ein Hinweis nicht, dass wir für den Inhalt dieser Veranstaltungen verantwortlich sind. Auf den Fotos ihrer früheren Demos in Frankfurt am Main findet man nichts Fremdenfeindliches, mehr sogar – der Mitveranstalter ist ein ukrainischer Jude. Frau G. kennen wir nicht.“

    Dass zumindest dem Webmaster des Facebook-Accounts Svitlana G. nicht ganz unbekannt sein dürfte, lässt sich zwar anhand ihrer Kommentartätigkeit auf der Seite der „Euromaidan-Wache“ vermuten, aber wie auch immer. Wirklich in sich hat es aber die zweite Mail, die auf die Anfrage zurückkommt. Bezugnehmend auf die Anfrage bei der „Euromaidan Wache“ meldet sich ein Mann, der mit Daniel A. zeichnet. Er schreibt, es gebe „objektive Fakten zu der Bandera-Bewegung und der Ukrainischen Aufständischen Armee, die in Jahren 1942 bis 1947 sowohl gegen den Nationalsozialismus als auch gegen die Rote Armee kämpfte. Es gibt auch zeitgenössische Berichte der Kämpfer jüdischer Nationalität, die gemeinsam in den Bandera- und Melnyk-Truppen gekämpft haben. In diesem Zusammenhang eine glühende Bandera-Anhängerin zu sein, ist eher vorteilhaft und lobenswert.“ Ich schreibe, im Hinblick auf die Zehntausenden durch ukrainische Nationalisten ermordeten Polen und Juden überrascht mich diese Einschätzung. Antwort: „Der Verlauf eines Krieges ist immer mit dem Töten und Ermordung verbunden, LEIDER. Sonst gebe es den Krieg nicht.“

    Aufklärungsbedarf!

    Angesichts dieser offen geschichtsrevisionistischen Verharmlosung des ukrainischen Faschismus und der schwer zu durchschauenden Strukturen der „Euromaidan-Wache“ bleibt die Frage: Wen beherbergt die den Grünen nahestehende Böll-Stiftung denn da eigentlich? Und welche Mittel fließen in Demonstrationen wie den „Marsch der Demokratie“?

    Offenkundig ist, dass die Exilgemeinde des Euromaidan ein ähnliches Problem hat wie die proeuropäische Bewegung in der Ukraine selbst: Eine klare Trennlinie zu faschistischen Strömungen wird nicht gezogen. Dass gleichzeitig die Böll-Stiftung in einem Papier jene, die nicht die Augen vor der erstarkenden nationalistischen Rechten in der Ukraine verschließen wollen, beschuldigt, zumindest indirekt der russischen Propaganda in die Hände zu spielen, ist vor diesem Hintergrund noch zynischer. In der Schumannstraße ist man scheinbar auf dem rechten Auge blind.

    Anmerkungen

    (1) http://de.ukraine-human-rights.org/dec/informationen/auslandische-einmischung/ Dieses Blog taugt ungeprüft nicht als Quelle. Alle Informationen, die wir oben nennen, haben wir unabhängig nachgeprüft. Der reißerische Titel, der suggeriert, die Linkspartei hätte damit etwas zu tun, ist falsch. Erstens handelt es sich bei der genannten Person um keinen „Mitarbeiter“ der Linken, sondern um einen zugeteilten Praktikanten, und zweitens lässt die Partei auf Nachfrage hin mitteilen, es habe sich um zwei verschiedene Demonstrationen gehandelt.

    (2) http://euromaidanberlin.wordpress.com/ Mittlerweile gelöscht. Screenshot liegt der Redaktion vor.

    (3) zum ukrainischen Faschismus siehe z.B. Erich Später: Kriegsziel Rassenstaat in Konkret 2/2014; Thomas Eipeldauer: Faschistische Hegemonie, junge Welt, 8.3.2014; Frank Bredle: Faschisten zum Vorbild, junge Welt, 20.2.2014

    (4) https://www.boell.de/de/2014/02/20/euromaidan-freiheitliche-massenbewegung-zivilen-ungehorsams

  3. aha! Dann wollen wir doch mal zusammenfassen, was in der Ukraine los ist. Der Westen unterstützt ein faschistisches Regime, das eine demokratisch gewählte Regierung am 21. Februar gestürzt hat. Dieser gewaltsame Umsturz in Kiew wurde von den USA und der EU lange vorbereitet und grosszügig mit Personal, Material und Geld ausgestattet. Diejenigen im Osten und Süden der Ukraine, die sich gegen das Putsch-Regime wehren, weil sie sich als Minderheit gefährdet fühlen, werden vom Westen als „Separatisten“, „prorussische Militante“ und sogar als „Terroristen“ bezeichnet. Die Nazis des „Rechten Sektors“ dürfen wüten wie sie wollen, Menschen erschlagen und ermorden. Wer sich dagegen verteidigt wird mit Soldaten und Panzern des Regimes angegriffen. Demokratische Volksabstimmungen werden als illegal bezeichnet, dafür ist das völlig unlegitimierte Putsch-Regime legal und wird anerkannt. Verkehrte Welt: Die Faschisten sind die Guten und die Antifaschisten die Bösen.

  4. Wie werden sich die Sanktionen auf Polen und seine Bürger auswirken?
    Gerhard Jeske Hamburg
    Polen hat die historische Chance verpasst eine Mittlerrolle in Europa einzunehmen.
    Als neutraler Staat zwischen Ost und Westeuropa hätten sich viele positive Möglichkeiten in der Politik, der Wirtschaft und Industrie angeboten. Stattdessen verlässt es sich jetzt auf einen vorläufigen Boom, der von Europa und den Industrien gesteuert wird. Die Pleiten Süd-Osteuropäischer Staaten sind ein Menetekel. Mit seiner aggressiven Politik fordert es künftige Konflikte heraus.
    Für Elbing werden die Sanktionen bedrohlich. Elbing hat einen nicht geringen Anteil mit dem Baugewerbe in Kalingrad, außerdem will es die Schifffahrt durch das Frische Haff, an Kalingrad vorbei, aktivieren und sich am Container Geschäft beteiligen. Das wird teilweise nicht mehr möglich werden. In Elbing fürchtet man den Zusammenbruch der Steuereinnahmen, und großen teilen der Wirtschaft.

    • Da werden dann ein paar fette Händler auf die Goldlackierung an ihrem Drittmercedes verzichten müssen, ach die Ärmsten! Es gibt aber Wichtigeres:
      Im Donetzk werden haufenweise kleine Kinder niedergemetzelt, die Menschen hungern und haben keine medizinische Versorgung, nachdem der NATO-Verbrecher Poroschenko (OECD) mit seinem Komplizen Jazenjuk (CIA) sie mit Streubomben, d.h. verbotener Schrapnell-Splitterbomben-Verminung also terrorisiert: Völkermord an der russ.-sprachigen Minderheit, der hier unbeachtet bleibt.

  5. Die Grünen schweigen zu allem, was die von Obama ferngesteuerte Maidan-Bewegung als im Kern von faschistischen Militanten getragen entlarvt. Auch zu den Maidan-Massenmorden (zu Odessa sowieso, weil da die Faschisten offen auftraten) Erstaunlich ist die fehlende Aufklärung der Maidanmorde nicht, weil die “Selbstverteidigungskräfte” des Maidan ihre Interessen auch in der neuen Regierung durchsetzen.
    So wurde der “Kommandeur des Maidan” Andreji Parubij (Mitbegründer der faschistischen Sozial-Nationalen Partei der Ukraine und mit Jazenjuk dann bei der Vaterlandspartei) zum mächtigen Vorsitzenden des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates ernannt.
    Der militante Kommandeur der Spezialeinheiten des Maidan, Wolodymyr Parasiuk, stellte das Ultimatum an Janukowitsch und ist jetzt Abgeordneter. Beide arbeiteten eng mit Jarosch, dem Chef des Rechten Sektors zusammen, deren Mitglieder meist bewaffnet sind -auch im Parlament.
    Erster der Generalstaatsanwalt nach dem Sturz von Janukowitsch wurde Oleh Machnizkyj von der rechten Swoboda-Partei. Auch er versuchte bereits, die Morde alleine auf Janukowitsch oder die Russen schieben, statt sie aufzuklären, was seine Pflicht gewesen wäre. Er ließ den Massenmördern ein Jahr Zeit, in aller Ruhe ihre Spuren zu verwischen und falsche Fährten auszulegen, um den Verdacht auf andere zu lenken -vermutlich weil die Mörder aus seiner Truppe kamen. Poroschenko entließ ihn zwar im Juni aus dem Amt, machte ihn aber zu einem seiner Berater, was er bis Anfang Februar blieb.

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