Bankenkriminalität: Nach Goldman Sachs nun J.P.Morgan

Gerd R. Rueger 02.10.2012 

Seit Beginn der Finanz-Angriffe auf den Euro laufen bereits Betrugsklagen wegen Bankenkriminalität, meist auf Betreiben von geprellten Investoren. New Yorker Staatsanwälte werfen jetzt JPMorgan (the worlds most frusted financialservice instution) wie zuvor schon Goldman Sachs vor, Anleger beim Kauf von Hypothekenpapieren getäuscht zu haben. Hier lief es anscheinend über die von JPMorgan 2008 mit Hilfe der Fed übernommene Investmentbank Bear Stearns. Abzocke, die sich sicher gut gelohnt haben könnte. Hauptfrage dabei: Wer fällt heute noch auf so eine plumpe Neuauflage der Subprime-Betrügereien herein?

Was jetzt JP Morgan drohen könnte, hatte vor zwei Jahren die Investmentbank Goldman Sachs  erlebt. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte ebenfalls wegen des Verdachts ermittelt, dass Anleger beim Verkauf von Hypothekenpapieren getäuscht wurden. Die unter Betrugsverdacht stehende US-Großbank Goldman Sachs versuchte damals zwar, zum Angriff überzugehen und sich selbst als Opfer der dubiosen Finanzgeschäfte darzustellen -immerhin wurden Kunden um mehr als eine Milliarde Dollar gebracht.

Aber der mediale Gegenwind war überraschend heftig -hatten die Banker es zu wild getrieben? Immerhin verfügt GS ja über beste Vernetzung zu den Spitzen der Politik, etwa über Alexander Dibelius zu Bundeskanzlerin Merkel, deren wildes Wüten gegen Griechenland die jetzige Krise der südeuropäischen Staaten einleitete und deren weiteres Agieren die Not der Mittelmeerländer anheizte. War Goldman einmal zu sorglos vorgegangen, gegen die falschen Leute (Banker und Hedgefondser gar?), hatten die schlauen Banker ihre Spuren einmal, ein einziges Mal, nicht gut genug verwischt?

Wochenlang hatte GS schlechte Presse und zahlte schließlich in einem Vergleich 550 Millionen Dollar, um den Fall abzubiegen. Dennoch -kein schlechter Schnitt, wenn ein Bankräuber gut eine Million erbeutet und später unter Zähneknirschen 500.000 davon zurück geben muss, was würde der wohl sagen? Stellen wir uns Tausend feiernde Bankräuber vor. Wenn ausgerechnet der Bilderberger-Liebling Steinbrück (SPD, ja wirklich: SPD), Merkels Ex-Mann für Finanzen, jetzt die Banken zerschlagen will hört sich unglaublich an (oder besser: unglaubhaft).

US-Medien sehen in der Anklage gegen JPMorgan eine Wahlkampfhilfe für Obama, der sich so als strahlender Held, Justizias Scharfes Schwert gegen die Bankstermafia schwingend, darstellen könnte. Will Steinbrück ähnliches auch versuchen? Die Büroklammer gegen Goldman Sachs und die Deutsche Bank schwingen? Derweil treiben „die Finanzmärkte“ weiter ihr übles Spiel mit den Menschen,  senken den Lebensstandard in Europa, ermorden anderswo hungernde Kinder durch Rohstoff- und Nahrungsmittel-Spekulation. Zum Glück haben wir noch Bankenkritiker wie den Schweizer Jean Ziegler, der uns manchmal sagt, wer die Halunken sind.

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