Kampf gegen Bilderberger mit DiEM25: Varoufakis in Berlin

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Gianis Varoufakis, Ex-Finanzminister unter Tsipras, gründet DiEM 25 – Democracy in Europe Movement. In einem Monat startet DiEM25 in Berlin. Finanzgenie Varoufakis  will damit europaweit gegen die Finanzmafia kämpfen:  Austritt aus der Eurozone oder deren Reform, soziale Investitionen, Einführung von Parallelwährungen um die Bankenmacht auszuhebeln. Ob die Bilderberger und ihre Massenmedien ihn dafür lieben werden?

Varoufakis will eine Bewegung gründen: DiEM 25 – Democracy in Europe Movement. Der griechische Ex-Minnister, dessen Pläne zur Rettung Athens von einem unter Troika-Erpressung eingeknickten Tsipras torpediert wurden, will jetzt europaweit gegen die Finanzmafia kämpfen. Seine Pläne:  Austritt aus der Eurozone, Umwandlung des Euros in eine (demokratisch kontrollierte!) Gemeinschaftswährung mit Eurobonds, digitalisierte Eurotransaktionen, Einführung eines parallelen Zahlungssystems und weiterer Parallelwährungen, um die Bankenmachtund ihre nur noch halb-geheime PR-Agentur Bilderberger auszuhebeln.

Berlin ist die Höhle des Euromafia-Löwen (Finanzgangster Metropole London blieb ja wohlweislich beim Pfund), folgerichtig wird Varoufakis DiEM25-Auftakt in der deutschen Hauptstadt zelebriert. Die bereits ausverkaufte Veranstaltung wird am 9. Februar 2016 in der Volksbühne in Berlin stattfinden:

Wenn uns 2015 etwas gelehrt hat dann, dass Europa in Schwierigkeiten steckt und dass dessen Schicksal nicht denen überlassen werden darf, die gleichermaßen undemokratisch wie wirkungslos marode Institutionen leiten. Am 9. Februar 2016 ist die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Gastgeber der erstmaligen Vorstellung der pan-europäischen Bewegung DiEM 25, die mit einem einfachen und radikalen Ziel antritt: Europa zu demokratisieren! Die Bewegung ist initiiert von Yanis Varoufakis, Griechenlands Ex-Finanzminister und „Wirtschaftsrockstar“ (Business Insider). Volksbühne

Schon im September 2015 hatte der griechische Ex-Minister mit Oskar Lafontaine und anderen einen Text unterzeichnet, in dem das Hinarbeiten auf ein anderes Europa in einer entsprechenden Organisation angekündigt wurden. Dabei wurde offengehalten, wie die Troika-Sparpolitik des Austerizids von Sozialsystemen und ganzen Gesellschaften zu bekämpfen sei. Laut Varoufakis soll es künftig Eurobonds geben, als gemeinsames Schuldeninstrument, ergänzt durch eine richtige Bankenunion, parallele Geldsysteme, einen paneuropäischen Fonds gegen Armut und einen umfangreichen Investitionsfonds für Europa. (Der Schweizer Geldexperte Lietaer erklärte hier die Hintergründe.)

„Querfront“-Geheul von Halblinken mit Bilderberger-Blindheit

Bei Teilen der etablierten Linken zeigt sich Panik über diese neuen Pläne: „Blätter“-Ex-Chef von Lucke tobte über angebliche „Querfront“-Tendenzen bei Lafontaine und Varoufakis. Man hat sich dort wohl mit dem zahmen Kurs von Tsipras arrangiert, reproduziert bequem allmonatlich die übliche Kritik und verweigert jede weitere Debatte über neue Formen des Vorgehens gegen den Neoliberalismus. Dazu gehört das Totschweigen von als „Verschwörungstheorie“ in die rechte Ecke gestellte, aber längst bestätigte Machenschaften der neoliberalen Finanzdiktatur, wie der Bilderberger-Konferenzen. Dabei liegt der Zusammenhang mit dem brutalen Finanzangriff auf Athen offen zutage:

2009 trafen sich die Bilderberger in Griechenland im Luxushotel „Nafsik Astir Palace“ im Örtchen Vouliagmeni bei Athen. Aus Beobachtungen vor Ort war zu entnehmen, dass der griechische Staat aber nur schlecht für die Sicherheit und Bequemlichkeit der globalen Elite gesorgt hatte. Bilderberger-Konferenzen sind es nicht gewohnt, dass Busladungen von protestierenden Bürgern bis vor ihr Hotel vordringen und sie dort mit Sprechchören behelligen, im Stil von: „Imperialisten raus aus Griechenland!“ Die globale Geldaristokratie und ihre auf den Konferenzen jährlich gleichgeschaltete Medien- und Polit-Elite hatte solch Ungemach nicht erwartet und war vermutlich ‚not amused‘. Ein Schelm, wer zum derzeitigen gnadenlosen Umgang „der Öffentlichkeit“ (der Medien) und „der Märkte“ (der Geldaristokratie) mit Griechenland irgendwelche Verbindungen sehen wollte.”  Jasminrevolution schon vor drei Jahren am 15.5.2012

 

7 Gedanken zu “Kampf gegen Bilderberger mit DiEM25: Varoufakis in Berlin

  1. Da werden die Lügenmedien mal wieder in Grabesstille schweigen oder, wenn doch zu viel bekannt wird, gnadenlos auf Varoufakis einschlagen… nur verbal

  2. Ich traue diesem Varoufakis nicht. Die negative Steigerung von Privat-Kapitalismus ist der Staatskapitalismus. Dieser Mischmasch aus Digitalisierung und Marxismus muss jedem halbwegs gebildeten VWLer sofort die Nachkenhaare hochstehen lassen, dabei ist es völlig unerheblich ober er der keynesianischen, der völlig entgleisten neokeynesianischen Methode oder neueren Ansätzen wie der Vollgeldinitiative oder Zinskritik folgt.

    Europas große Stärke liegt im internationalen Wettbewerb und der Vielfalt der Völker. Diese durch einen sozialistischen Einheitsbrei zu zerstören, in dem man Eurobonds, die Vergemeinschaftung aller Schulden unterschiedlich agierender Staaten und eine angebliche nebulöse Demokratisierung einrichten will, wäre fatal.
    Wie soll das gehen, wenn die Königsdisziplin, das Geldsystem zentral gesteuert werden soll?
    In einem a priori fehlerhaften System kann man Fehler nicht dadurch eliminieren, in dem man mit den gleichen fehlerhaften Methoden das System beibehält. Der einzige Ausweg für Europa ist ein Europa der Staaten, die sich von der Wallstreet und City of London abkoppelt. Hiierzu müsste man im ersten Schritt innerhalb eines gemeinsamen Währungssystems die Kurse freigeben, damit horizontal gewirtschaftet werden kann. Die vertikale Machtstruktur, die bei Varoufakis und Lafontaine feuchte Träume einer marxistischen Zentralregierung auslösen, ist gänzlich abzuschaffen und muss einer vertikalen Machtstruktur Platz machen. Nur so geht Demokratie.

    Übrigens, Varoufakis als Finanzgenie zu bezeichnen, wäre wohl eher etwas für den 1.April.

    • „Digitalisierung und Marxismus muss jedem halbwegs gebildeten VWLer sofort die Nachkenhaare hochstehen lassen, “
      Aber nur denen die VWL unter Kapitalistischen Aspekten studiert haben. Osteuropa die Plan- statt Marktwirtschaft studiert haben, sehen dass ganz divers. Marktwirtschaft zielt auf Wachstum, möglichst unendlich, genauso wie die daraus resultierende Umweltverschmutzung und die Verschwendung von Rohstoffen und Energie. Planwirtschaft orientiert sich an Entwicklung und Verbrauch, an nachhaltiger Nutzung des Vorhandenen.
      „halbwegs (G)gebildeten“ ich würde eher sagen halbwegs Verblendeten. Es kann nur eines geben eine intakte Umwelt oder unendliches materielles Wachstum, das geistige Wachstum bleibt im Kapitalismus sowieso auf der Strecke.

    • Woher kommen bloß immer diese neoliberalen Bla-Bla-Blasen wie „sozialistischer Einheitsbrei“ oder „marxistische Zentralregierung“? Das sind doch die uralten Pappkameraden der Rechtspopulisten aus dem Kalten Krieg. Aufwachen!! Der Krieg ist vorbei! Ob ein VWLer an alternativen Geldsystemen sinnvolle Kritik üben kann, sei mal fraglich gesehen: Denen wird an der Uni, besonders in Deutschland, doch die neoliberale Markt- und Wettbewerbs-Ideologie unkritisch eingetrichtert. Selber denken!

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