Chavez, Castro, Lumumba: Ziele für CIA-Anschläge?

Galindo Gaznate 10.3.2013

Wurde Chavez durch die CIA getötet? Wurde seine Krebserkrankung durch cancerogene Gifte vorsätzlich induziert? Wurde im Verlauf seiner zwei Jahre andauernden Krebsbehandlung ein Meuchelmörder an ihn herangespielt, um eine tödliche Substanz einzusetzen? Kamen gar bislang unbekannte Mikrodrohnen zum Einsatz? Es bleiben heute viele Fragen offen, besonders eine: Cui bono? Wem nützt es, die klassische Frage des Kriminalisten.

Der National Clandestine Service

Clandestin = geheim

Die CIA, weiß sogar die Wikipeadia, darf auf Weisung des US-Präsidenten durch verdeckte Operationen politische und militärische Einflussnahme im Ausland betreiben. Die zuständige Abteilung ist der National Clandestine Service (NCS). Der NCS hieß „Directorate of Plans“ von 1951 bis 1973 und „Directorate of Operations“ von 1973 bis 2005, amtierender Direktor ist John D. Bennett, laut US-Wikipiedia.

CIA-Drohne Spyguy

Die CIA ist für zahlreiche Fälle bekannt, bei denen aktiv in innere Angelegenheiten fremder Länder eingegriffen wurde -etwa der Sturz der demokratisch gewählten Regierung des Iran, die iranische Ölquellen verstaatlichen wollte, zugunsten der blutrünstigen, us-nahen Shah-Diktatur. „Die Grenze zwischen ihren operierenden Agenten und Kombattanten ist dabei fließend“, meint Wikipedia, wo man sich sonst weniger zurückhält, von „Mördern“ und „Terroristen“ zu reden. Ein bekanntes Beispiel ist auch die fehlgeschlagene Invasion in der Schweinebucht (Kuba) im Jahre 1961, nachdem Fidel Castro die Marionetten-Diktatur in Havanna gestürzt hatte. Dort kamen Exil-Kubaner als Killertruppe zum Einsatz, die auch später vielfach auf Kuba zuschlagen durften -siehe Stichwort Bacardi. Heute missbraucht die CIA oft Drohnentechnologie für ihre Machenschaften. 

CIA und US-Mafia

Fidel Castro

Die Übergänge von Geheimdiensten, krimineller Mafia und Terroristen, vorzugsweise aus dem rechtsextremen Milieu, sind fließend -wie wir aus der Gladio-Affäre wissen. Aus Dokumenten, die der Nachrichtendienst auf Geheiß seines Direktors Michael Hayden am 26. Juni 2007 im Internet veröffentlichen ließ, ging hervor, dass die CIA in den sechziger Jahren Kubas Staatspräsident Fidel Castro vergiften lassen wollte. Der Mordanschlag auf  Castro wurde von der CIA mit Hilfe von anderen Schwerverbrechern aus der US-Mafia geplant, wie eine Akte zu dem Fall aus dem Jahr 1973 weiter preisgibt. Es sollten Mafiosi mit der damals stolzen Summen von 150.000 Dollar für eine Vergiftung des „Máximo Líder“ rekrutiert werden. Für das geplante Attentat an Castro wählte die CIA demnach den Mafiosi Johnny Roselli aus, der mit richtigem Namen Santos Trafficant hieß. Der wiederum habe den Nachfolger des legendären Al Capone angeheuert: Salvatore „Momo“ Giancana. Beide Männer standen auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher der USA. Vor der US-Regierung wurde die Mission angeblich geheim gehalten. Die fast 700 Seiten umfassenden Dokumente, so der Tagesspiegel weiter, die natürlich unter höchster Geheimhaltung standen, enthalten außerdem Informationen über die illegale Überwachung von Journalisten, über Drogenexperimente an ahnungslosen Opfern und über weitere Mordpläne.

Hugo Chavez im Visier der CIA?

Chavez war den US-Machthabern verhasst, denn er war ein neuer Bolivar, ein Befreier Lateinamerikas. Dabei blieb Chavez ein Mann des Volkes, gab den Ärmsten nicht nur Brot, sondern auch Bildung, zeigte Humor und Herz -was von giftigen Ideologen der westlichen Journaille natürlich als “Populismus” verteufelt wurde. Anders als Staatschefs in den USA, Europa und anderen kapitalistischen Ländern, die oft nur als “Getriebene der Märkte” bzw. Marionetten der Großkonzerne und Banken agieren, hat Chavez Geschichte im Sinne einer humanistischen Demokratie gemacht: Ein Bolivarischer Weg in den Sozialismus.

Venezuela (República Bolivariana de Venezuela)  hat unter Chavez neue Maßstäbe gesetzt: Nicht unbedingt ökonomisch, aber hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit. Öl lässt sich auch ohne westliche Konzerne zu Geld machen und wenn keine reichen Schmarotzer von Wallstreet & Co. ihre Fangzähne in den Adern Lateinamerikas haben, bleibt mehr für das Volk. Venezuelas Stärke gab auch kleineren Nationen wie Ecuador Rückhalt gegen den Neokolonialismus etwa von London zu protestieren.

CIA und Chavez

Chavez‘ Politik hat die westliche Ölmafia zweifellos Milliarden gekostet. Haben Ölbarone der Energie-Kartelle (der Bush-Clan mittendrin) wohl ihre Freunde von „der Firma“ CIA (US-Präsident Bush sen. war zeitweise CIA-Direktor) zu Hilfe gerufen? Die von Chavez-Mitstreiter und Übergangspräsident Nicolas Maduro aufgeworfene Frage nach der “natürlichen Todesursache” Krebs erscheint also nur allzu berechtigt. Die CIA macht kein allzu großes Geheimnis aus ihrer Fachkundigkeit als globaler Killer. CIA-Aussteiger berichteten von Anfragen ihrer Führung bezüglich nicht nachweisbarer Gifte oder herbeigeführter Herzinfarkte. Maduro ließ verlauten, es gebe entsprechende „Spuren“, denen nachgegangen werde und er verwies  den US-Luftwaffenattaché David Del Monaco des Landes, so RiaNovosti; auch Boliviens Präsident Evo Morales, selbst ein potentielles CIA-Anschlagsziel, soll der Vergiftungs-Theorie zuneigen.

Von all dem ahnt der normopathische Medien-Zombie heute nichts, auch in den Geschichtsbüchern und den ZDF-Agitprop-Sendungen vom Chef-Geschichtsklitterer Guido Knopp wird man nichts darüber erfahren können. Stattdessen wird jedes Volk, das sich erfrecht, eine sozialistische oder auch nur soziale Regierung zu wählen,  niedergemacht und mit Hetzkampagnen überzogen. Venezuela unter Chavez machte da keine Ausnahme, man verleumdete ihn als „Linkspopulisten“, war aber zu feige, US-Präsidenten aus dem Bush-Milliardärsclan als „Rechtspopulisten“ zu benennen.

Die nicht frei erfundenen Kritikpunkte, die unsere Journaille an Chavez fand,  waren dürftig. Unsere Mainstream-Medien mussten sich ihre Propaganda-Märchen gegen Chavez meist aus den Fingern saugen, um ihre antikommunistischen Hetzpflichten zu erfüllen -ähnlich funktionieren anscheinend die Wikipedia-Manipulationen gegen Chavez’ Verbündeten Ecuador. Hoffen wir, dass sie mit ihrem Lügengespinnst nicht länger durchkommen. In Caracas wird am 14.April2013 ein neuer Präsident gewählt, Henrique Capriles, der im letzten Oktober gegen Chavez verlor, wird dann gegen den Chavisten Maduro antreten.

2 Gedanken zu “Chavez, Castro, Lumumba: Ziele für CIA-Anschläge?

  1. Ich glaube nicht, das Chavez einem Giftanschlag zum Opfer gefallen ist. Wie ich das so beobachte ist er eh zum Märtyrer geworden. Andererseits könnte man ja schon mit der einmaligen Einnahme einer zum Beispiel radioaktiven Substanz die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung zu mindestens deutlich erhöhen. Machbar wäre eine Vergiftung auf irgendeiner Konferenz auf jeden Fall…

    Sabbelcafe

    • verdächtig viele progressive Westintellektuelle sterben reichlich jung an angeblich natürlichen Todesursachen: zuletzt Roger Willemsen
      eines Tages kommt ein Massenmord-Programm ans Licht wie die vergleichsweise primitive Operation Kondor: der Massenmord an Latino-Sozialisten, die aus den CIA-Diktaturen geflohen waren und gegen die CIA-Faschisten in Chile, Brasilien usw. kämpften. Nach denen krähte im Westen kein Medienhahn

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